Tomaten selber ziehen

Tomaten galten früher als besonders anregend, deshalb wurden sie auch Liebesäpfel genannt. Heute sind sie eines der beliebtesten Gemüse der Welt. Im Garten benötigen Tomaten viel Sonne und Wärme.

Tomaten gehören zu den Nachtschattengewächsen.
Tomaten gehören zu den Nachtschattengewächsen.

(sku) Tomaten gehören zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceae). Sie sind verwandt mit Kartoffeln, Paprika, Tabak, Tollkirschen oder dem Stechapfel (Datura) und stammen aus den tropischen Ländern Süd- und Mittelamerikas. Ihren Namen «Tumatl» brachten die spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert zusammen mit den roten Früchten aus dem Reich der Azteken nach Europa. Anfangs traute man sich nicht, die leuchtend roten Früchte zu essen und betrachtete sie lange Zeit als Zierfrüchte. Später nannte man sie in Europa «Liebesäpfel» oder «Paradiesäpfel». Heute haben sie sich zu einem der beliebtesten Gemüse entwickelt mit einem reichen Gehalt an Vitaminen, besonders an Vitamin C. Mineralsalze und natürliche Fruchtsäuren machen ihren besonderen Geschmack aus.

Optimaler Standort

Um in unseren Gärten reife und gesunde Freilandtomaten ernten zu können, braucht es eine Reihe verschiedener Massnahmen:

  • Tomaten lieben gleichmässige, warme Temperaturen, feuchten Boden und genügend Licht. Optimal sind Temperaturen von 25 bis 30 °C.
  • Ungenügende klimatische Bedingungen führen zu Wachstumsstörungen und schlechtem Fruchtansatz.
  • Reifende Früchte färben am besten bei Temperaturen über 16 °C aus.
  • Tomaten wachsen in tiefgründigem, humosem Boden ohne Staunässe an warmer und sonniger Lage.
  • Bezüglich Fruchtfolge tanzen Tomaten aus der Reihe. Sie möchten einen Stammplatz haben.

Das ideale Rezept für eine gesunde Ernte oder das geeignete Mittel gegen die gefürchtete Krautfäule gibt es nicht.

Boden vorbereiten

Das Beet am besten bereits im Herbst mit reichlich Kompost vorbereiten. Als Nährstoffquelle kann gut verrotteter Mist verwendet werden. Über den Winter das ganze mit einer Mulchschicht bedecken. Im Frühjahr vor der Pflanzung etwas Gesteinsmehl streuen.

Gepflanzt werden Tomaten ab Mitte Mai, wenn kein Frost mehr zu befürchten ist. Die Bodentemperatur sollte mindestens 15 °C betragen. In das Pflanzloch reifen Kompost geben und die Tomatenpflanze etwas schräg und sehr tief setzen.

Pflege

Tomaten werden an Stäben, Gittern oder Schnüren ein-, zwei- oder höchstens dreitriebig gezogen. Bei eintriebigen Pflanzen werden alle Seitentriebe laufend ausgebrochen. Bei zweitriebiegen Pflanzen wird der kräftige Austrieb unmittelbar unter dem ersten Blütenstand stehen gelassen, alle anderen Seitentriebe werden ausgebrochen. Die untersten Blätter der Tomaten, die den Boden berühren, laufend entfernen.

Falls den Tomaten ein Witterungsschutz gegeben wird, deckt man sie am besten nur gegen die Wetterseite ab. Ein einfaches lichtdurchlässiges Dach aus Plastik oder Glas schützt die Pflanzen vor Regen. Seitlich muss die Überdachung offen bleiben, damit die Luft zirkulieren kann und sich keine Staunässe bildet.

Tipp

Tomaten sind im Sommer besonders anfällig auf die Pilzkrankheit Braun- oder Krautfäule. Dabei weisen die Blätter graugrüne, später dunkelbraune Flecken auf. Vorbeugend hilft einmal pro Woche Magermilch oder Molke zu spritzen. Magermilch oder Molke werden dabei im Verhältnis 1:1 mit Wasser gut gemischt und auf die Pflanzen gegeben. Die Behandlung sollte am Morgen durchgeführt werden, damit die Blätter schnell abtrocknen.

Zusätzliche Informationen

ImagePoint (Walter Luger) Artikel drucken