Herbstpflanzen für Topf und Garten

Mit edlen Herbstpflanzen gelingen wirkungsvolle Bepflanzungen. Dies ist einfacher als man denkt. Lesen Sie, welche Pflanzen sich eignen und wie kombinieren lassen.

Mit edlen Herbstpflanzen gelingen wirkungsvolle Bepflanzungen für Rabatten, Terrasse und Blumenkisten.
Mit edlen Herbstpflanzen gelingen wirkungsvolle Bepflanzungen für Rabatten, Terrasse und Blumenkisten.

(sku) Jetzt stehen sie an, die Nächte um oder knapp unter dem Gefrierpunkt. Zeit also, sich mit Herbstpflanzen Freude zu bereiten. Mit edlen Herbstpflanzen gelingen wirkungsvolle Bepflanzungen für Rabatten, Terrasse und Blumenkisten. Und dies ist erst noch einfacher als man denkt. Insbesondere dann, wenn bezüglich Farbe nach dem Motto «weniger ist mehr» vorgegangen wird.

Purpurglöckchen (Heuchera)
Purpurglöckchen (Heuchera)

Passt immer: Heuchera

Purpurglöckchen (Heuchera) überzeugen vorab durch ihre bunten und vielfarbigen Blätter. Obwohl sich der deutsche Name auf die hübschen, glockenförmigen Blüten der Staude bezieht, wird sie vor allem aufgrund ihrer Qualitäten als Blattschmuck- und Bodendeckerpflanze geschätzt. Heuchera setzt Farbakzente in Rabatten und Töpfen. Gleichzeitig deckt der kompakte, dichte Wuchs das Erdreich ab und verhindert so den Wuchs von lästigem Unkraut.

In Kombination mit Blütenstauden, Farnen, Gräsern oder anderen Blattschmuckpflanzen wirkt das ornamentale Laub der Pflanze besonders dekorativ. Fast für jeden Platz im Garten gibt es passende Purpurglöckchen. Während rotblättrige Sorten die volle Sonne lieben, ziehen ihre grünen Verwandten halbschattige Plätzchen vor. Je nach Sorte wird Heuchera zwischen 30 und 75 Zentimeter hoch. Die robuste, weitgehend winterharte Pflanze mag nährstoffreiche, durchlässige Böden ohne Staunässe. Steht sie im Topf, ist sie auf regelmässige Düngergaben angewiesen.

Calluna
Calluna

Farbakzente setzen

Zündende Farben in Gartenbeete und Blumenkisten bringen die pflegeleichten Callunen (Besenheide). Deren Farbenvielfalt ist gross. Sie reicht von gelb über rot, rosa und weiss bis hin zu lilafarbenen und mehrfarbigen Pflanzen. Als Herbst- und Winterbepflanzung gedeihen die Callunen in Gefässen und Blumenkisten mit gutem Wasserabzug und gängiger Blumenerde bestens. Dabei sollten sie allerdings immer genügend feucht gehalten werden und nicht austrocknen. Dennoch ist stehende Nässe zu vermeiden. Als winterharte Pflanze ist die Besenheide ebenso für Dauerbepflanzungen von grossem Wert. Wie etwa im Heidegarten. Dort sollten sie indes in saurer Moorerde wachsen und an der Sonne stehen.

Mit attraktivem Laub und einer leuchtend enzianblauen Blütenfarbe überzeugt die Chinesische Bleiwurz (Ceratostigma plumbaginoides) sowie die mittelfrühe, ab September blühende Bartblume (Caryopteris x clandonensis «Blue Cloud»). Hoch hinaus wachsen bereits ab Spätsommer mit ährigspitzer Blüte der weisse Schnee-Felberich (Lysimachia clethroides «Autumn Snow») sowie die Silber-Perowskie (Perovskia atriplicifolia «Little Spire»). Beide heben sich durch ihre Wuchs- und Blütenform bestens vom restlichen Blätterreigen ab.

Glockenheide (Erica gracilis)
Glockenheide (Erica gracilis)

Zartes Erika

Häufig anzutreffen ist ebenso die Glockenheide (Erica gracilis). Sie eignen sich für Herbstbepflanzungen in Kisten oder Rabatten. Wer Erikas für den herbstlichen Blumenschmuck pflanzt, sollte darauf achten, dass die Pflanzen nicht austrocknen. Auch bei kalten Temperaturen benötigen sie nämlich ein gewisses Mass an Wasser. Leiden die Erikas  unter Trockenheit fallen die nadelartigen Blätter rasch ab.

Sonnenhut
Sonnenhut

Ein sonniger Schirm

Für etwas höhere Tröge und Töpfe eignen sich der rote oder auch weisse Sonnenhut (Echinacea «Conetto Coco») bestens. Mit ihren Schirmblüten überragen sie die meisten Herbstblüher und leuchten selbst dann, wenn die Sonne nicht scheint. Auch kleinwüchsige Sorten, kaum 40 cm hoch, sind im Angebot. Mit leuchtend pink-violetter Blütenfarbe wissen die Braunelle (Prunella grandiflora «Rosenkugel») und der Sand-Thymian (Thymus serpyllum «Purple Beauty») im Herbst zu begeistern.

Skimmia
Skimmia

Herbstschmuck mit Kleingehölzen und Beeren

Farbenfrohe Beeren, welche der Staude lange erhalten bleiben und deren Hauptschmuck ausmachen, tragen unter anderem die Skimmie (Skimmia japonica) und kleinwüchsige Viburnum-Hybriden. An der Skimmie öffnen sich knallrote Knospen nach überstandenem Frost im Frühjahr zu strahlend weissen Blüten. Die leuchtend gelben, kugelrunden Blütenköpfchen der Ajania zieren durch ihre Menge. Zur vollen Blüte geöffnet, wirken diese wie ein Teppich. Auch das Johanniskraut (Hypericum inodorum «Arcadia») triumphiert mit zwei Attraktionen: zuerst die aussergewöhnliche Blüte, dann die rote, kugelige Frucht. Sehr dankbar sind im weiteren Kleingehölze und Zwergkoniferen. Als Herbstschmuck werden am besten langsamwachsende Sorten verwendet. Zwergkoniferen können bei entsprechender Pflege ohne weiteres mehrere Jahre an Ort und Stelle wachsen.

Heiligenkraut (Santolina)
Heiligenkraut (Santolina)

Eleganz in Grau und Dunkelgrün

Modern und elegant werden jetzt Bepflanzungen durch das Kombinieren von silbergrau und dunkelgrün: Silbergrau und ausgesprochen filigran wirken besonders Stacheldraht (Leucophyta), Silberzapfen (Helichrysum) und Heiligenkraut (Santolina). Die Stacheldrahtpflanze macht ihrem Namen mit dem ausgesprochen bizarren Wuchs viel Ehre. Sie ist hart im Nehmen und überdauert den Winter problemlos wie Heiligenkraut und Silberzapfen.

Silbergrau muten auch Pflanzen aus dem Kräutergarten wie Wermuth (Artemisia) und Gewürzsalbei an. Eine weitere Herbstpflanze ist das Silberblatt (Senecio). Mit seinem weissfilzigen, mehr oder weniger stark geschlitzten Blattwerk ist es eine tolle Ergänzung. Als dezente Ergänzung zum Abtönen der klassisch silberlaubigen Herbstpflanzen eignen sich zum Beispiel Strukturpflanzen wie Efeu, dunkelgrün- bis burgunderfarbige Purpurglöckchen (Heuchera) oder Fetthennen (Sedum).

Wollziest (Stachys byzantina)
Wollziest (Stachys byzantina)

Bienenweide im Herbst

Nicht minder spannend ist der sonnenliebende Garten-Ziest (Stachys). Bei Stachys handelt es sich um eine Pflanzengattung aus der Familie der Lippenblütler. Darunter findet sich der bezaubernde Wollziest (Stachys byzantina) mit pelzigen, silberfarbenen Blättern und ebenso pelzigen rosa Blütenbällchen an aufrechten Stängeln. Aufgrund seiner behaarten, teppichbildenden Blätter wird er im Volksmund als Esels-‚ Schaf- oder Hasenohr bezeichnet. Die Behaarung ist extrem fein und fühlt sich an wie Seide. Ebenso interessant sind der Purpur-Ziest (Stachys grandiflora) mit seinen stolzen Blütenkerzen und der zottige oder rosafarbige Garten-Ziest. Zieste werden bis zu 50 cm hoch und sind Langblüher. Je nach Sorte blühen sie weit in den Herbst hinein und ziehen Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an, nicht aber Schnecken.

Flaschenputzergras (Pennisetum)
Flaschenputzergras (Pennisetum)

Filigrane Ziergräser

Akzente setzen im Herbstgarten ebenso Ziergräser. Sie lassen sich sehr gut kombinieren. Besonders geeignet sind die blau- bis silberblättrigen Blauschwingel (Festuca). Mit ihren dichten Horsten passen sie sowohl in Gefässe als auch in Gartenbeete. Auch das beliebte Flaschenputzergras (Pennisetum) passt wunderbar dazu. Dies gilt auch für den bunten Zierkohl. Besonders bei kühlen Temperaturen  prägen sich dessen Farben besonders stark aus.

Zur Pflege

Im Herbst wird das Gefäss kompakt und voll bepflanzt, da die Gewächse während der kalten Jahreszeit kaum mehr an Umfang zulegen. Pflanzen nach Bedarf giessen, Substrat auch immer wieder trocknen lassen und einmal im Monat düngen. Im Winter ist die Gefahr der Austrocknung gross – dann wird das Giessen oft vergessen. Pflanzen an warmen Wintertagen wässern, wenn die Erde nicht gefroren ist. Töpfe aus Kunststoff halten die Wurzeln weniger warm, sind aber frostresistent. Gefässe aus Ton und Terrakotta sind immer in Gefahr zu platzen – natürlich gibt es Qualitätsunterschiede. Stets vom Boden erhöht platzieren, auf Holzfüsschen oder flachen Steinen, damit das Giesswasser abfliesst. 

Gesunder Rückschnitt

Spätblühende Stauden, die man später aus dem Kistchen nehmen und im Garten auspflanzen kann, schneidet man mitten im Sommer um rund ein Drittel zurück. So erblühen diese im Herbst in besonders buschiger und kompakter Form. Übrigens: Auch zahlreiche Frühjahrs- oder Sommerblüher, zum Beispiel Salbei, zeigen sich nach einem Rückschnitt mitten im Sommer weiterhin wüchsig und bilden dadurch eine zweite Blüte im Herbst. Ein zu starker Rückschnitt bei herbstblühenden Stauden ergibt allerdings erst im folgenden Frühjahr eine neue Blüte. So können diese noch die nötige Kraft sammeln und dabei Frosthärte bilden.

Zusätzliche Informationen

istockphoto Artikel drucken