Naturgarten gestalten

Ein Naturgarten oder Ökogarten wird so angelegt, dass er der heimischen Pflanzen- und Tierwelt Lebensräume bietet. Die so belebte Gartenanlage wird zum besonderen Erlebnis- und Entdeckungsgelände für Kinder sowie Erwachsene.

Träumen Sie von einem Garten, indem nächtlicher Igelbesuch oder Gesang heimischer Singvögel keine Seltenheit sind?
Träumen Sie von einem Garten, indem nächtlicher Igelbesuch oder Gesang heimischer Singvögel keine Seltenheit sind?

(sku) Träumen Sie von einem Garten, indem nächtlicher Igelbesuch oder Gesang heimischer Singvögel keine Seltenheit sind? Dann sollten Sie darauf achten, Ihren Garten vielfältig und natürlich zu gestalten. Denn in der Natur bestehen zwischen allen Lebewesen enge Wechselbeziehungen, die sich ohne Einwirkung des Menschen in einem Gleichgewicht befinden. Dieses komplizierte Netzwerk der gegenseitigen Abhängigkeiten ist nur schwer durchschaubar und Eingriffe können, manchmal erst nach Jahren, unabsehbare Folgen auf den Naturhaushalt haben. Intensive Kulturen mit dicht zusammen stehenden Pflanzen einiger weniger Arten sind anfällig auf Krankheiten und Schädlinge. Zudem werden dem Boden durch den intensiven Anbau die Nährstoffe entzogen. Ein vielfältig gestalteter Garten kann einen grossen Beitrag leisten, das natürliche Gleichgewicht zu unterstützen. Tiere und Insekten finden darin ihren Lebensraum und Schutz für die Aufzucht ihrer Nachkommen. Zudem helfen sie auf natürliche Weise, Schädlinge zu bekämpfen.

Ein natürlicher Garten steht auf fünf Säulen:

  1. Bodenpflege, Mulchen, Kompostieren, ausgewogener Einsatz von Naturdüngern.
  2. Fruchtwechsel, Mischkulturen und Gründüngung im Pflanzbeet.
  3. Natürliche Schädlingsregulierung, Förderung von Nützlingen.
  4. Umweltschonende Behandlungsmittel gegen Krankheiten.
  5. Anpflanzen oder kontrolliertes Versamen lassen von Wildgehölzen, Wildblumen und Beikräutern.

Für Abwechslung im Naturgarten sorgen mehrjährige, einheimische Wildstauden wie Frauenmantel, Akelei, Storchenschnabel oder Lichtnelke.
Für Abwechslung im Naturgarten sorgen mehrjährige, einheimische Wildstauden wie Frauenmantel, Akelei, Storchenschnabel oder Lichtnelke.

Auf Pflanzenvielfalt achten

In einem lebendigen, naturnahen Garten finden standortgerechte Wildpflanzen Verwendung. Dabei gilt: Möglichst viele unterschiedliche Pflanzenarten wie zum Beispiel Hartriegel, Felsenbirne, Faulbaum oder die Haselnuss pflanzen. Für Abwechslung sorgen auch mehrjährige, einheimische Wildstauden wie Frauenmantel, Akelei, Storchenschnabel oder Lichtnelke. Exotische Pflanzen bieten der einheimischen Tierwelt dagegen vielfach keine Nahrung, auch wenn die Pflanzen noch so schön blühen.

Fehlen darf im Naturgarten ebenso wenig der eigene Kompost. Gartenabfälle werden im eigenen Garten kompostiert. Wichtig ist, dass der anfallende Kompost auch gleich vor Ort als Dünger verwendet wird. Auf den Einsatz von Torf, Kunstdünger sowie Insektiziden, Fungiziden und Herbiziden verzichten.

Kleinbiotope anlegen

Die Vielfalt im Naturgarten erhöhen viele verschiedene Kleinbiotope wie zum Beispiel ein Ast- und Steinhaufen oder ein Wildbienenhaus. Eine frei wachsende Hecke aus verschiedenen einheimischen Sträuchern ist ebenfalls ein willkommener Lebensraum für unterschiedliche Tiere. Pfaffenhütchen, Sanddorn oder Hartriegel bieten zum Beispiel Igel, Eichhörnchen, Zaunkönig oder Rotkehlchen Nahrung und Unterschlupf. Geradezu perfekt ist die Hecke, wenn man schattenliebende Pflanzen unterpflanzt. So zum Beispiel Buschwindröschen, Schneeglöckchen oder Bärlauch. Unterschlupfmöglichkeiten bieten zudem Nisthilfen für Vögel oder Trockenmauern.

Ein Paradies für Wildbienen, Marienkäfer, Spinnen, Heuschrecken und Tausendfüssler ist zudem eine Wildblumenwiese mit Spitzwegerich, Gundelrebe, Thymian oder kriechendem Günsel.

Als Kleinbiotop dient auch ein Teich. Im Gartenweiher fühlen sich Libellen, Frösche, Molche und Kröten heimisch.

Versiegelte Flächen werden in einem Naturgarten möglichst gering gehalten.

Auch die Natur braucht Pflege

Das Gestalten eines natürlichen Gartens setzt viel Wissen und Können voraus. Damit Wildblumen gedeihen, müssen natürliche Standorte geschaffen werden. Beim Anlegen von Plätzen und beim Errichten von Trockenmauern ist traditionelles Handwerk gefragt. Viel Wissen kommt beim Bau von Weihern und Schwimmteichen zum Einsatz. Ein Naturgarten sollte deshalb zusammen mit einem Fachmann gestaltet werden. Danach benötigt er wie jeder andere Garten regelmässige Pflege.

Zusätzliche Informationen

ImagePoint (McPHOTO-Online, Daniel Vonwiller) Artikel drucken