Wildtiere im Garten schützen

Ein Garten bietet viele Möglichkeiten, Wildtieren eine Heimat und wichtige Rückzugsräume zu schaffen. Im Zentrum steht dabei, den Garten naturnahe zu belassen und Gefahrenherde zu beseitigen.

Bei Wildtieren wie Igeln, Eichhörnchen, Fledermäusen oder Eidechsen sollte man sich überlegen, ob sie nicht eine Bereicherung für den Garten sein können und man ihnen mit einer naturnahen Gartengestaltung nicht eine Heimat bieten will.
Bei Wildtieren wie Igeln, Eichhörnchen, Fledermäusen oder Eidechsen sollte man sich überlegen, ob sie nicht eine Bereicherung für den Garten sein können und man ihnen mit einer naturnahen Gartengestaltung nicht eine Heimat bieten will.

(pg) Viele Hausbesitzer wollen keine Wildtiere in ihrem adrett getrimmten Garten. Dabei geht gerne vergessen, dass Wildtiere auch Freund und Helfer im Garten sein können.

In der Schweiz leben zwar mehrere hundert Wildtierarten, aber so richtig wild geht es dann doch nicht zu: Braunbär, Wolf, Luchs oder Waschbär sind nur selten anzutreffen, in heimischen Gärten schon gar nicht.

Wildtiere als Bereicherung für den Garten

Häufiger sind hingegen Marder und Füchse. Diese machen nicht selten durch angeknabbertes Gemüse, lärmenden Marder-Nachwuchs und Fuchskot auf sich aufmerksam. Am besten ist es darum, diese Wildtiere gar nicht erst anzulocken und entsprechend Fallobst zu entsorgen, Abfallsäcke in Containern zu verstauen oder Gemüse und Früchte mit engmaschigen, gut gespannten Netzen zu sichern.

Bei Wildtieren wie Igeln, Eichhörnchen, Fledermäusen oder Eidechsen sollte man sich hingegen überlegen, ob sie nicht eine Bereicherung für den Garten sein können und man ihnen mit einer naturnahen Gestaltung nicht eine Heimat bieten will. Dazu kommt, dass Wildtiere in Landschaften, die immer mehr verbaut und von Strassen durchtrennt werden, auf zusätzlichen Unterschlupf angewiesen sind und viel zum biologischen Gleichgewicht in einem naturnahen Garten beitragen können.

Der Igel - ein fleissiger Helfer im Garten

Der Igel ist zum Beispiel ein sehr unkomplizierter Gast. Sein Winterschlaf dauert fünf bis sechs Monate. Und in der restlichen Zeit ist er ein fleissiger Helfer im Garten, denn auf seinem Speisezettel stehen Schnecken und Würmer, aber auch Larven oder Spinnen. Schnecken? Genau - ganz zur Freude des Gärtners. Als Belohnung kann ihm dieser zumindest eine Ecke des Gartens zur Verfügung stellen, und dort der Natur noch etwas freien Lauf lassen.

Naturnah heisst nicht unaufgeräumt

Ein naturnaher Garten muss sich nicht verwildert und unaufgeräumt präsentieren. Für den Igel reicht es schon, in einer schattigen Ecke einen Asthaufen oder einen Laubhaufen anzulegen. Damit werden Unterschlupfplätze geschaffen, die unter Umständen neben Igeln auch von Spitzmäusen, kleinen Echsen und Insekten bewohnt werden. Auch wenig beschnittene Hecken, Büsche oder Gestrüpp sind Lebens- und Nistraum für Igel, Vögel und andere Tiere und erhöhen somit die Artenvielfalt.

Fledermäuse: Faszinierend und wichtig

Vielleicht hat man in einem naturnahen Garten auch das Vergnügen, Fledermäusen zuzusehen, wie sie in der Dämmerung über das Grundstück jagen. Sie sind eine echte Attraktion und nehmen gleichzeitig bei der Kontrolle nachtaktiver Insekten wie Mücken oder Motten eine wichtige Rolle ein. Zum Dank braucht man ihnen nicht unbedingt einen Fledermauskasten zur Verfügung zu stellen. An Gebäuden, Garten- oder Wirtschaftshäusern nicht jeden Hohl- oder Dachraum zuzumauern, hilft auch.

Eichhörnchen nicht anlocken

Auch Eichhörnchen sind gern gesehene Gäste. Allerdings finden die niedlichen Nager den Weg in unsere Gärten nur, wenn im Wald oder in Parks, wo sie ihren eigentlichen Lebensraum haben, das Futter knapp wird und im Garten gleichzeitig Eicheln, Nüsse oder Tannzapfen zu finden sind. In harten Wintern kann man ihnen durchaus Nahrung bereitstellen. In der Regel können Eichhörnchen aber gut für sich selber sorgen.

Gefahren beseitigen

Zur Schaffung eines lebensfreundlichen Raums gehört auch, die Gefahren für die Tiere zu minimieren. So werden Schächte, steile Treppen oder leere Swimmingpools oft zu Todesfallen. Schächte sollten deshalb mit einem engmaschigen Gitter und Pools mit einer Plane abgedeckt und Treppen zumindest regelmässig kontrolliert werden. Gefüllte Schwimmbäder und Gartenteiche versieht der Tierfreund am besten mit einer Ausstiegsrampe. Vorsicht ist auch bei Gartenarbeiten mit spitzem Werkzeug, Rasen- oder Fadenmähern angezeigt.

Zusätzliche Informationen

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