Herbstliche Staudenrabatte

Leuchtende Blütenstauden in Kombination mit einjährigen Sommerblühern, flammenden Gräsern und strukturierenden Kleingehölzen lassen das Gartenfinale «feuerspeiend» zu Ende gehen.

Feuriges Beet mit Canna Cultivars 'Tropicana' Sedum brilliant autumn joy und Helenium-Hybriden.
Feuriges Beet mit Canna Cultivars 'Tropicana' Sedum brilliant autumn joy und Helenium-Hybriden.

Ähnlich dem «Indian Summer» in kanadischen Ahornwäldern kann eine herbstliche Staudenrabatte jegliche Farbnuancen zwischen Gelb und Dunkelrot in üppiger Blütenfülle präsentieren. Die winterharten, knallig gelb-orange Sonnenbräute (Helenium Cultivars) wechseln sich mit nicht winterharten, aderig gefärbtem, indischem Blumenrohr (Canna Cultivars «Tropicana»). Wolkig blühende und dunkelblättrige Fetthennen (Sedum brilliant autumn joy) runden das mit Gräsern strukturierte Rabattenbild ab. Vor allem im rot-orange blühenden Bereich gibt es viele Pflanzen, welche sich für diese Gestaltung eignen. Dunkel, hell- oder panaschiertblättrige Stauden sind akzentreich und stehen im Kontrast zu knalligen Blüten. Einjährige Spätblüher ergänzen und füllen das Beet saisonal. Die feurigen Kombinationen bereichern die Pflanzung und lassen den Sommer in heissen Farben und dimensional sichtbaren Strukturen ausklingen.

Weniger ist mehr

Gruppierte Pflanzungen der gleichen Art oder Sorte punkten durch eine üppige Fülle. Ein Beet voller Rudbeckien mag allein durch die kontrastreichen Blütenköpfe, ihre fast schwarze Mitte mit leuchtend gelbem Kranz, begeistern. Eine dominant gepflanzte Canna oder ein dunkellaubiger Rizinus (Ricinus communis) unterbrechen das Blütenmeer und verstärken den Kontrast. Wer Dahlien langweilig und altmodisch findet, wird bei einer durchdachten Pflanzung schnell eines Besseren belehrt. Geflammte oder dunkel gefärbte Sorten («Sunrise», «Bon Bini», «Night Queen») gesellen sich gut zu anderen Wuchsformen, zum Beispiel zu den hellen Blütendolden des Fenchels (Foeniculum vulgare) und zu purpurfarbenen Iresinen oder Gräsern. Blickfang unter den dekorativen Gräserpflanzen ist die Zierhirse (Pennisetum glaucum). Das einjährige Gras hat beinahe schwarze Blätter von schneidender Struktur, seine Hirsenblüten sind weich und rispig. Einen gegensätzlichen Blattschmuck mit weiss-grüner Musterung bilden dagegen die Knollen der Canna-Hybride «Stuttgart».

Wachsen, Blühen & Vergehen

Diese Mischpflanzungen bestechen nicht erst zur Hauptblüte. Unterschiedliches Wachstum (Schnelligkeit, Form und Kompaktheit) bringt strukturelle Spannung in den Garten. Erst spriessen die Gräser in die Höhe, danach werden sie vom Fuchsschwanz oder der Sonnenbraut überholt. Als kompakter Busch mit den fleischigen Blättern ist die Fetthenne bereits vor der Blüte attraktiv. Die grünen Knospenstände zeigen sich in einem hübschen Strukturkleid. Die in Etagen hochwachsenden Blüten des Brandkrauts unterbrechen die Frontalansicht in monatlichen Etappen. Einige der Stauden benötigen eine Pflanzenstütze, früher blühende werden vielleicht schon geschnitten, bevor die letzteren mit ihrer Blütenpracht beeindrucken. Bedeutend ist deshalb die Abwechslung im Jahresverlauf: Wachsen, Blühen und Gedeihen sind der Applaus für gelungene Kompositionen.

Zusätzliche Informationen

Zeitschrift «Schweizer Garten» Artikel drucken