Shin Yong: Pflanzen fürs Wohlbefinden

Zimmerpflanzen verhelfen zu einem besseren Energiefluss, mehr Konzentration, besserer Kommunikation oder weniger Elektrosmog – vorausgesetzt, sie sind richtig ausgewählt. Wir zeigen, wie’s geht.

Tulpen
Tulpen

(mei) Unsere Welt ist eine Welt der Pflanzen: Wir gehen im Wald joggen oder mit dem Hund spazieren; wir freuen uns im Frühling an ihren Blüten und im Herbst an ihrem Farbenspiel; wir nutzen ihre Heilkraft mit Tees, Aromen, Bachblüten oder in der Homöopathie. Kein Wunder, kann uns ein Stück Natur auch zuhause viel Freude bereiten, sei es in Form eines schönen Blumenstrausses oder als Zimmerpflanzen. Diese positiven Auswirkungen von Pflanzen auf den Energiefluss in Räumen, auf dem Balkon und der Terrasse ist Gegenstand der aus China stammenden Praxis Shin Yong – einer Art Feng Shui für und mit Pflanzen, bei der das Gleichgewicht zwischen Raum, Mensch und Pflanze im Zentrum steht.

Im Einklang mit Yin und Yang sowie den fünf Elementen

Wie Feng Shui beschäftigt sich Shin Yong mit der Harmonie zwischen den beiden Polaritäten Yin (weiblich-ruhig) und Yang (männlich-aktiv) sowie zwischen den fünf Elementen Feuer, Erde, Metall, Wasser und Holz, denen Farben, Formen und Materialien zugeordnet werden können. Auch Pflanzen lassen sich den beiden Polaritäten sowie den einzelnen Elementen zuteilen. Die Kategorisierung erweist sich mitunter jedoch als schwierig, sagt die Feng-Shui-Beraterin Barbara Rüttimann: «Jede Pflanze weist einen Yin- und einen Yang-Anteil auf, sie ist nie einfach nur das eine oder das andere. So ist es nicht die Ausprägung an sich, sondern deren Stärke, die zählt. Ähnlich verhält es sich bei der Einteilung zu den Elementen: Eine Rose etwa gehört mit geschlossener Knospe zum Element Metall, wird mit offener Blüte wegen ihres Duftes aber dem Element Feuer zugewiesen. Der Elefantenfuss weist wegen seines kräftigen Stamms einen starken Erdbezug auf, auch wenn seine Blätter dem Element Wasser angehören.».

Die fünf Elemente sind eng miteinander verbunden und wirken aufeinander entweder förderlich oder hinderlich. Dementsprechend kann auch mit Pflanzen ein bestimmtes Element gestärkt oder geschwächt und damit der Energiefluss im Haus harmonisiert werden.

Pflanzen in den fünf Elementen

Element

Pflanzenmerkmale

Beispiele

Holz

Aufstrebender Wuchs

Bogenhanf, Zimmerbambus

Feuer

Spitze Blätter, duftende, üppige Blüten

Palmen, Sonnenblumen

Erde

Kompakter Wuchs, rundliche, weiche Blätter

Elefantenfuss, Gummibaum

Metall

Abgerundete Formen, silberne Blätter

Tulpen, Narzissen, Gladiolen

Wasser

Fliessender Wuchs, hängend

Orchideen, Grünlilie, Zierspargel

Zimmerlinde
Zimmerlinde

Gut für die Gesundheit

Pflanzen werden ferner positive Wirkungen auf die Gesundheit zugeschrieben. Beim Abbau von Schadstoffen etwa ist das Einblatt laut der Initiative Plants for People, die sich für die Bekanntmachung des Nutzens der Begrünung in Büroräumen einsetzt, ein wahrer Allrounder: Es ist hilfreich in der Umwandlung von Formaldehyd, Benzol und Trichlorethen. Auch der Drachenbaum, Ficus-Arten wie der Gummibaum, die Grünlilie, Schwertfarne und einige Palmenarten sind hierfür besonders geeignet. Gegen Elektrosmog empfiehlt Rüttimann nebst dem Gummibaum auch Säulenkakteen.

Geldbaum
Geldbaum

Soll hingegen Reichtum gefördert werden, sind – nomen est omen – der Geldbaum, aber auch Zitronen- und Orangenbaum sowie Strauchmargeriten gefragt, meint die Feng-Shui-Beraterin. Der Zitronenbaum wirke sich überdies positiv auf die Konzentrationsfähigkeit aus. Der Zimmerlinde wiederum wird eine harmonie- und kommunikationsfördernde Wirkung nachgesagt. Zudem soll sie die weibliche Energie stärken.

Seit alters her besitzen Pflanzen auch eine starke Symbolkraft. So gilt die Rose als Blume der Liebe, die Pfingstrose steht für den Neubeginn und der Bambus für Kraft und Stabilität. Der Lotus, der dem Wasser entspringt und sich dem Himmel zuwendet, ist ein Sinnbild für Einheit und Ganzheit, aber auch für Freundschaft und Liebe.

Schwertfarn
Schwertfarn

Die Qual der Wahl?

All diese Aspekte von Pflanzen gilt es vor der Auswahl und der Platzierung im Raum abzuwägen. Barbara Rüttimann rät, dabei ganz pragmatisch vorzugehen und sich nicht in Details zu verlieren. Vielmehr solle man sich fragen, wie eine Pflanze in ihrer Gesamtheit auf einen wirke – und der eigenen Intuition zu vertrauen. «Shin Yong ist keine starre Lehre, bei der es fixe Regeln zu beachten gilt, sondern eine Anwendungs-Praxis. Sie soll dazu dienen, mit Pflanzen kreative Orte zu schaffen, die viel Freude bereiten.» Auf einen Punkt allerdings legt Rüttimann viel Wert: Nur gesunde Pflanzen sorgen für einen guten Energiefluss. «Ob drinnen oder auf dem Balkon: Pflanzen sind Lebewesen und wollen entsprechend gut gepflegt werden», meint die Feng-Shui-Beraterin.

Zusätzliche Informationen

istockphoto und ImagePoint (Gaby Jacob, Torsten Schröer, Westend61) Artikel drucken