Datenschutz

Cookies helfen uns, unsere Website besser auf Ihre Interessen und Bedürfnisse abzustimmen. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzrichtlinie einverstanden.

Vogelfreundliche Gartengestaltung: Wie sich Singvögel im Garten wohl fühlen

Gärten bieten viele Möglichkeiten, naturnahe Lebensräume für heimische Singvögel zu schaffen. Tipps für den perfekten Vogelgarten, wo sich Meisen, Spatzen, Rotkehlchen und Co wohl fühlen.

Vögel fühlen sich im naturnahen Garten wohl.
Vögel fühlen sich im naturnahen Garten wohl.

(sku) Alle Vögel sind schon da! Dieses Kinderlied ist heute nicht mehr überall Realität, denn die Zahl der Singvögel ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Dagegen lässt sich etwas tun. Der Garten bietet zahlreiche Möglichkeiten, passende Lebensräume für die heimische Vogelwelt zu schaffen.

Ein vogelfreundlicher Garten ist ein naturnaher Garten, der unterschiedliche Lebensräume bietet. Bereits kleine Schritte führen zum Erfolg. Etwa das Pflanzen von Wildstauden im Blumenbeet oder von heimischen Sträuchern in der Gehölzrabatte. Wichtig ist: Verzicht auf chemische Hilfsmittel, Teile des Rasens oder der Wiese nur noch zwei bis drei Mal im Jahr mähen, Blumenwiesen anlegen, Einheimische Gehölze in Gruppen pflanzen, Hochstamm-Obstbäume setzen.

Die richtigen Pflanzen für heimische Singvögel

Vorab einheimische Pflanzen bieten Nahrung und Unterschlupf für heimische Vogelarten.

Geeignet sind: Wildapfel (Malus silvestris), Gemeine Felsenbirne (Amelanchier rotundifolia), Roter Hartriegel (Cornus sanguinea), Kornelkirsche (Cornus mas), Schwarze Heckenkirsche (Lonicera nigra), Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), Waldgeissblatt (Lonicera periclimenum), Vogelkirsche (Prunus avium), Gemeine Traubenkirsche (Prunus padus), Schwarzdorn (Prunus spinosa), Gemeine Stechpalme (Ilex aquifolium), Gemeiner Wachholder (Juniperus communis), Schwarzer Holunder (Sambucus nigra), Wolliger Schneeball (Viburnum lantana), Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus), Hagebuche (Carpinus betulus), Efeu (Hedera helix), Faulbaum (Frangula alnus), Hasel (Corylus avellana).

Dichte einheimische Dornensträucher wie Wildrosen, Brombeeren oder Kletterpflanzen wie Clematis, das Gartengeissblatt (Lonicera caprifolium) oder Glyzinien sowie Obstbäume als Hochstämme und Sonnenblumen sind ebenfalls sehr wertvoll.

Bei der Pflanzenwahl gilt es auf den Standort wie Sonne, Halbschatten oder Schatten- und Höhenlage zu achten. Ebenso gilt es, die Ansprüche an den Boden zu berücksichtigen. Feucht, humusreich, sandig oder trocken.

Weissdorn und Vogelbeerbaum sind Wirtspflanzen des Feuerbrands, einer bakteriellen Krankheit die Obstbäume zum Absterben bringt. Obwohl diese Arten für Vögel wertvoll sind, sollten diese in Obstbau-Gebieten im Garten nicht verwendet werden.

Nistkasten
Nistkästen als Ersatz für natürliche Brutplätze können die Ansiedlung und den Fortbestand heimischer Vögel unterstützen.

Mit Nistkästen wertvolle Brutplätze schaffen

Viele heimische Vogelarten leiden wegen der starken Besiedelung unter einem Mangel an natürlichen Höhlen. Nistkästen als Ersatz für natürliche Brutplätze können die Ansiedlung und den Fortbestand heimischer Vögel unterstützen. Dabei bieten sie Vögeln Schutz vor Raubtieren, Kälte, Hitze oder Regen. Die Art der Nistkästen und deren Platzierung richten sich dabei nach den Nistgewohnheiten der Vögel.

Höhlenbrüter wie Meisen, Sperling oder Kleiber benötigen einen Nistkasten mit einem kleinen Einflugloch. Während für die meisten Meisenarten ein Durchmesser von ca. 30 mm ausreicht, dürfen es beim Sperling bis 35 mm oder beim Kleiber bis 45 mm sein. Die Nistkästen sollten 2-3 m über dem Boden aufgehängt werden, am besten an einen Aststummel oder einem Seitenast, so dass er für Katzen und Marder möglichst schwer erreichbar ist. Die Einfluglöcher sind gegen Osten oder Südosten auszurichten und der Kasten sollte tagsüber im Schatten oder Halbschatten liegen.

Beim Halbhöhlenbrüter oder Nischenbrüter (Rotschwanz, Rotkehlchen, Grauschnäpper) eignen sich nach vorne offene Nisthilfen. Da diese anfälliger gegen Nesträuber sind, werden auch Nistkästen mit zwei ovalen Einfluglöchern oder mit vertikalen Holzstäben geschützte Konstruktionen eingesetzt. Für die Platzierung eignen sich ruhige Winkel unter Haus- oder Vordächern, Balken, Vorsprüngen und Balkonen. Die Stelle darf nicht dem ganztägigen Sonnenlicht ausgesetzt sein und muss für Katzen und Marder schwer zu erreichen sein.

Seglerarten (Mauersegler, Fahlsegler, Alpensegler) bevorzugen in der freien Natur Neststandorte in höher gelegenen, dunklen Hohlräumen mit der Möglichkeit eines direkten Anflugs. Entsprechend sollten Nistkästen auf einer Mindesthöhe von 3-6 m platziert werden. Gut eignen sich Dachvorsprünge oder überdachte Balkone. Mauersegler brüten in Kolonien, deshalb sollten immer mehrere Nistkästen angebracht werden. Auch hier ist ein nicht der prallen Sonne, der Feuchtigkeit oder Kälte ausgesetzter Standort zu finden.

Nistkästen können bei der Vogelwarte, bei Vogelschutzvereinen, in verschiedenen Behindertenwerkstätten oder auch in Gartenbauzentren gekauft werden. Im Februar sollten die Nistkästen platziert sein, damit sich die Vögel darin rechtzeitig zur Brutsaison einquartieren können. Mit einer Reinigung im Spätsommer lassen sich Schmutz und Parasiten entfernen.

Video: Der Garten als Paradies für Vögel

Zusätzliche Informationen

ImagePoint, istockphoto Artikel drucken