Datenschutz

Ihr Datenschutz liegt uns am Herzen. Deshalb haben wir unsere Datenschutzrichtlinie angepasst. Die neuste Version finden Sie hier. Wenn Sie auf OK klicken, stimmen Sie der neuen Datenschutzerklärung zu.

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren, Werbeanzeigen masszuschneidern, Social Media-Funktionen bereitzustellen und zu messen sowie die Sicherheit unserer Nutzer zu erhöhen. Wir informieren auch unsere Social Media-, Werbe- und Analysepartner über die Nutzung unserer Website. Wenn Sie auf OK klicken stimmen Sie der Erfassung von Informationen durch Cookies auf dieser Website zu. Weitere Informationen zu unseren Cookies und dazu, wie Sie die Kontrolle darüber behalten, erfahren Sie aus unserer Datenschutzerklärung.

Bonsai überwintern

Manchem Bonsai ist Frosteinwirkung willkommen. Andere dieser Mini-Bäume hingegen verbringen den Winter vorzugsweise warm eingepackt. Für Letztere treffen wir jetzt Massnahmen im Hinblick auf die kalte Jahreszeit.

Entscheidend für das sichere Überwintern ist das Wissen um die Herkunft der einzelnen Pflanzen.
Entscheidend für das sichere Überwintern ist das Wissen um die Herkunft der einzelnen Pflanzen.

Die «Pflanzen in Schalen», auf Japanisch kurz «Bonsais» genannt, werden aufgrund besonderer Kulturmassnahmen klein gehalten und in eine bestimmte Wuchsform gebracht. Der Wurzelballen bleibt dabei sehr klein und wächst in flachen Schalen. Gerade deshalb benötigen die Bäumchen einen entsprechenden Schutz vor Dauerfrost.

Kälte erwünscht

Entscheidend für das sichere Überwintern ist das Wissen um die Herkunft der einzelnen Pflanzen. Je nach Ursprung unterscheidet man zwischen Zimmer- und Freilandbonsai. Letztere verbringen den Winter draussen, wie ihre Artgenossen in der Natur. Für deren gute Entwicklung sind die Einwirkungen von Sonne, Wind, Regen und Frost äusserst wichtig, denn diese Klimaschwankungen verringern das Risiko eines Schädlings- oder Pilzbefalls im darauffolgenden Jahr. Zudem werfen die Bäume zum Schutz vor niedrigen Temperaturen im Spätherbst ihr Laub ab, um mit dem Neuaustrieb im Frühling gestärkt in die neue Saison zu starten.

Sensibler, weil klein

Freilandbonsais sind aus einheimischen Pflanzen gezogen, und wie diese brauchen sie den Wechsel der Jahreszeiten zur Knospenbildung. Dennoch reagieren sie aufgrund ihrer extremen Wuchsformen viel sensibler auf Dauerfrost. Wenn die oberirdischen Pflanzenteile Wasser verdunsten, können die kleinen, eingefrorenen Bonsaiwurzeln – im Gegensatz zu den Wurzeln ausgewachsener Bäume, die sehr tief im Boden gründen – kein Wasser nachliefern. Ungeschützt leiden Freilandbonsai bei Kälte also unter Wassermangel und können deshalb «trockengefrieren». Stehen die Bäume zudem an der prallen Sonne, bilden sich an Frosttagen Risse in der Rinde.

Bonsais aus einheimischen Pflanzen wie Ahorn, Rotbuche, Lärche, Birke, Linde oder Weisstanne werden draussen überwintert.
Bonsais aus einheimischen Pflanzen wie Ahorn, Rotbuche, Lärche, Birke, Linde oder Weisstanne werden draussen überwintert.

Wer bleibt draussen?

Bonsais aus einheimischen Pflanzen wie Ahorn (Acer platanoides), Rotbuche (Fagus sylvatica), Lärche (Larix decidua), Birke (Betula), Linde (Tilia) oder Weisstanne (Abies alba) werden draussen überwintert. Nach den ersten paar Frostnächten mehrere Bonsais in einer Kiste zusammenstellen, die Wurzelballen mit Holzwolle oder Rindenmulch bedecken, an einen wind- und sonnengeschützten Platz stellen und für einen guten Wasserablauf sorgen.

Bonsais mit extrem flachem Wurzelballen oder gar mit nackten Wurzeln, die über Steinen wachsen, werden mit oder ohne Schale direkt in den Gartenboden versenkt. Dazu ein genügend grosses Erdloch ausgraben, die Pflanzen hineinstellen und bis zum Stammansatz mit Erde oder einer dicken, trockenen Laubschicht bedecken. Draussen und im Schatten müssen Bonsais oft wochenlang nicht gegossen werden, die hohe Luftfeuchtigkeit reicht aus. An frostfreien Tagen eine Giesskontrolle durchführen.

Bonsais asiatischer, subtropischer und mediterraner Herkunft überwintern optimal frostfrei bei maximal 5 ºC.
Bonsais asiatischer, subtropischer und mediterraner Herkunft überwintern optimal frostfrei bei maximal 5 ºC.

Wer wandert hinein?

Bonsais asiatischer, subtropischer und mediterraner Herkunft wie Dreispitzahorn (Acer buergerianum), Japanischer Fächerahorn (A. palmatum), Rhododendron oder Zitrusbaum überwintern optimal frostfrei bei maximal 5 ºC. Diese Arten dürfen nur ganz leichten Nachtfrösten ausgesetzt werden. Dazu eignen sich helle, ungeheizte Kellerräume, Garagen, Hauseingänge, Treppenhäuser, Treibbeetkästen sowie ungeheizte Gewächshäuser und Wintergärten. Unerlässlich ist eine gute Luftzirkulation, deshalb regelmässig lüften und das Substrat befeuchten. Generell gilt: Je wärmer, desto heller sollte das Winterquartier sein. Ebenfalls geeignet sind sogenannte Überwinterungskisten, welche man in eine wind- und sonnengeschützte Ecke auf dem Balkon oder an der Hauswand platziert. Darin werden die Bäume ebenfalls mit trockenem Laub oder Rindenmulch und eventuell zusätzlich mit einer Noppenfolie abgedeckt.

Immer schön warm

Bonsais tropischer Herkunft können bei uns als Zimmerpflanzen gehalten werden. Man kann die wärmeliebenden Gewächse zwar im Sommer vorübergehend auch draussen an einem geschützten Platz aufstellen. Aber spätestens im Oktober vor dem ersten Frost gehören sie wieder ins Haus, damit sie nicht zu viel Laub abwerfen. Die meist immergrünen Pflanzen, etwa Dickblatt (Crassula) oder Birkenfeige (Ficus benjamini), benötigen ganzjährig einen hellen Standort bei angenehm warmen Temperaturen.

Gross und anspruchslos

Gerade in modernen, schlichten Gartengestaltungen sieht man des Öfteren sogenannte Gartenbonsais. Diese im Etagenschnitt gezogenen Bäume sind deutlich höher, wachsen in Kübeln oder sind gar ausgepflanzt. Im Gegensatz zu den Miniaturen benötigen sie meist gar keinen Winterschutz, zumal es sich um einheimische Gehölze handelt. Empfindlichere Sorten können zur Sicherheit in Vlies oder Jute eingepackt werden. Gartenbonsais sind pflegeleicht: Zwei Erhaltungsschnitte pro Jahr und Wassergaben bei anhaltender Trockenheit reichen aus.

Zusätzliche Informationen

Zeitschrift «Schweizer Garten» (zvg, Livia Hofer) Artikel drucken

Zusätzliche Informationen