Kakteen richtig pflegen

Kakteen sind pflegeleicht und beliebt durch ihre Vielfalt an exotischen Formen. Weil Sie viel Licht benötigen, gedeihen Kakteen am besten am Fenster. Im Sommer können die Pflanzen auch draussen im Freien an einem hellen vor Regen geschützten Platz stehen.

Kakteen sind pflegeleicht und beliebt durch ihre Vielfalt an exotischen Formen.
Kakteen sind pflegeleicht und beliebt durch ihre Vielfalt an exotischen Formen.

(sku) Die Familie der Cactaceae oder Kakteengewächse umfasst mehr als 2000 Arten. Kakteen entstanden vor Jahrmillionen im Tertiär und kamen zunächst ausschliesslich auf dem amerikanischen Kontinent, von Kanada bis nach Patagonien, vor. Einige Arten wurden durch Export nun auch an anderen Orten heimisch.  

Kakteen sind Sukkulenten, das heisst, sie verfügen in ihrem Stamm oder in den Blättern über Wasserreserven. Damit können sie auch lang anhaltende Trockenphasen überleben.

Giessen

Dennoch mögen auch Kakteen regelmässige Wassergaben. Als Faustregel gilt: Im Sommer einmal pro Woche und im Winter einmal pro Monat Wasser geben. Ideal ist ein Wasserbad. Der Topfballen kann sich dabei während einigen Minuten voll saugen. Was Kakteen indessen nicht vertragen ist Dauernässe. Wer unsicher ist, sollte also lieber länger nicht giessen, als zu oft.

Düngen

Da Kakteen langsam wachsen und meist jahrelang im selben Topf und derselben Erde stehen, werden die Pflanzen nur mässig mit Dünger versorgt. Normaler Blumendünger ist stickstoffhaltig und deshalb nur bedingt geeignet für Kakteen. Dünger für Kakteen sollte vorab kali- und phosphorbetont sein und von April bis September monatlich einmal dem Giesswasser zugeben werden. Aber Vorsicht: Nicht Düngen, wenn der Wurzelballen ganz ausgetrocknet ist.

Umtopfen

Kakteen brauchen nicht regelmässig einen neuen Topf. Etwa alle drei bis vier Jahre ist ein Umtopfen sinnvoll. Der beste Zeitpunkt ist ab März bis in den Frühsommer. Dazu allerdings nur wenig grössere Töpfe auswählen und als Substrat eine wasserdurchlässige Kakteenerde verwenden. Um sich beim Umtopfen vor den Stacheln zu schützen, ein dickes Tuch oder eine starke Serviette um die Pflanze legen.

Vermehren

Sukkulenten lassen sich mittels verschiedener Methoden vermehren: Durch Samen, Stecklinge oder per Ableger. Das Vermehren geschieht am besten während der warmen Jahreszeit.

Schädlinge

Kakteen werden dank ihrer Struktur nicht oft von Schädlingen heimgesucht. Feinde sind indes Woll- und Schmierläuse. Sie saugen den Pflanzensaft und hinterlassen Spuren aus klebrigem Honigtau. Mit einem in Schmierseife getauchten Wattestäbchen können diese entfernt werden.

Überwintern

Kakteen werden am besten in einem kühlen und hellen Raum mit nicht allzu hoher Luftfeuchtigkeit überwintert. Zum Beispiel in einem wenig beheizten Zimmer oder im  Treppenhaus. Temperaturen zwischen 10 und 14 Grad sind dazu ideal. Viele Kakteenarten können auch problemlos zwischen 4 und 8 Grad überwintert werden. 

DIY: Sukkulenten in Dosen pflanzen

Beliebte Kakteen-Arten

Opuntien
Opuntien

Opuntien

Die Opuntia polyacantha hat prächtige gelbe Blüten mit einer orange-braunen Mitte und gedeiht bei uns recht gut. Wie alle Opuntien mag sie einen steinigen, heissen, trockenen Standort an voller Sonne. Blütezeit ist in der Regel im Juni/Juli; der Kaktus wird cirka 20 cm hoch. Die nächsten Verwandten sind Opuntia humifusa, Opuntia phaeacantha und Opuntia rhodantha. Opuntien, auch Feigen- oder Cochenillekakteen genannt, haben allerdings einen grossen Nachteil: Sie sind stachlig, und gewisse Menschen reagieren allergisch darauf. 

Delosperma
Delosperma

Delosperma

Delosperma ist in unseren Breitengraden häufig anzutreffen. Die wunderbaren purpurkarminroten Blüten von Delosperma cooperi bringen den ganzen Sommer Farbe über Farbe in Ihren Steingarten. Der kleine Nachteil: Sie benötigen einen geschützten Standort oder einen Winterschutz. Die auffallenden Kakteen lassen sich einfach vermehren. Delosperma nubigenum oder lineare ist in unseren Breiten gut winterhart.

Sempervivum
Sempervivum

Sempervivum

Auch Sempervivum, der Hauswurz, verdient unsere Beachtung, seien es die botanischen Arten wie Sempervivum arachnoideum oder Sempervivum tectorum, der bis in hohe Lagen gedeiht, oder die ziemlich raffinierten Hybriden. Rosette und Blüte dieser Pflanze verblühen gleichzeitig, aber die vielen nachwachsenden Nebenrosetten sorgen für eine gute, immergrüne Wirkung. Einige Arten kommen fast ohne Erde aus und wachsen auf Säulen oder Steinmauern, wo sie jahrelang allen Wettereinflüssen trotzen. 

Sedum
Sedum

Sedum

Sedum forsterianum, mit gelben Blüten und blaugrünen, nadelartigen Blättern, oder Sedum oreganum mit seinen reizvollen, fleischigen Blättern, oder auch Sedum ternatum mit klassischer Blattform, aber originellen weissen Blüten, sind weniger verbreitete Hybriden. Für einen Steingarten eignet sich besonders Sedum spathulifolium mit einer aussen roten Blattrosette mit grauer Mitte oder auch Capa Blanca mit einer grauen Rosette. Sedum cauticolum lidakensee hat ein schönes, bläulich gefärbtes Blatt und rote Blüten, während Sedum anacampseros mit bläulichen Blättern und rosafarbenen Blüten aufwartet. Sie werden manchmal für Kistchen oder Tröge verwendet. Blütezeit ist im Herbst.

Zusätzliche Informationen

istockphoto Artikel drucken