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Küchenschelle

Die Küchenschelle oder Pelzanemone kennen wir als hübsche Gartenstaude. An ihren Wildstandorten ist sie jedoch stark gefährdet und deshalb eine besondere Attraktion.

Küchenschelle
Küchenschelle

Wie ein Juwel hockt die violett-blaue Blüte zwischen dürren Grasbüscheln. Die Küchenschelle oder Pelzanemone (Pulsatilla vulgaris) gehört zu den ersten Frühlingsblühern. Die Gewöhnliche Küchenschelle gedeiht besonders gut auf besonnten, trockenen Magerwiesen, in lichten Föhrenwäldern und auf Felsfluren im Jura.

Die Blütenstiele wachsen erst nach der Blütezeit in die Höhe, wenn sich die bärtigen Samenstände zeigen (Haarmannli). Die Griffel der Früchte (Nüsschen) verlängern sich zu einem federartigen Anhängsel, das die Ausbreitung der Samen durch den Wind ermöglicht. Treffen die Samen auf offenen Boden, so ermöglichen hygroskopische Bewegungen das Einbohren in das Erdreich.

Artenschutzprojekt

Die wichtigsten Standorte dieser beliebten Frühlingsblume sind der Kanton Aargau, das Zürcher Unterland und der Kanton Schaffhausen. Pulsatilla vulgaris gilt in der Schweiz als stark gefährdet und ist vollständig geschützt. Der Bestand dieses Hahnenfussgewächses ist unmittelbar mit den seltener werdenden Magerstandorten verknüpft. Wird die Wiese nicht mehr gemäht, verbuscht sie. Unter den aufkommenden Gehölzen verschwindet die lichtbedürftige Anemone jedoch. Wird die Grasfläche intensiver bewirtschaftet, wird die Magerwiese durch Düngung und mehrmaliges Mähen so verändert, dass die Konkurrenz der Gräser zu gross wird. Schutzmassnahmen sind wichtig.

Küchenschelle
Küchenschelle

Gift- und Heilpflanze

Der Inhaltsstoff Anemorin führt zu Kreislauf- und Atemlähmungen, hat aber auch medizinische Bedeutung bei der Behandlung von Erkältungskrankheiten und hormonellen Störungen. In der Homöopathie findet die Pflanze Anwendung bei Migräne, Depressionen oder Gelenkrheumatismus. Weil sie sich im Wind beugt, wurde sie gemäss der Signaturenlehre für Leute eingesetzt, die «den Kopf hängen lassen».

Zusätzliche Informationen

ImagePoint (Ernst Fretz, Bernd Dembkowski) Artikel drucken