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Lavendel richtig pflegen

Lavendel ist eine beliebte und pflegeleichte Garten- und Balkonpflanze geworden. In unserem Lavendel-Ratgeber geben wir Tipps zu Pflege, Schnitt, Überwinterung, Vermehrung und den beliebtesten Lavendel-Sorten.

Mit Lavendel holen wir uns ein Stück mediterranes Lebensgefühl in den heimischen Garten.
Mit Lavendel holen wir uns ein Stück mediterranes Lebensgefühl in den heimischen Garten.

Farbe und Geruch von Lavendel stecken voller Assoziationen: Erinnerungen an flirrende Hitze, hochsommerliche Lebensgefühle und in Violett getauchte Felder der Provence werden wach. In unseren Breitengraden ist Lavendel eine beliebte und pflegeleichte Garten- und Balkonpflanze geworden.

Botanisch gesehen ist die Pflanze keine Staude, sondern ein Halbstrauch. Lavendel überwintert demnach oberirdisch, mit teils verholzten, teils krautigen, wintergrünen Trieben. Diese verleihen dem Garten auch in kalten, kargen Monaten Struktur. 

Video: Wie pflege ich meinen Lavendel richtig?

Lavendel pflanzen

Lavendel braucht einen vollsonnigen, warmen Standort und einen durchlässigen, nicht zu nährstoffreichen, kalkhaltigen Boden. Die Pflanze wächst auch auf steinigem Untergrund. Lehmige oder auch saure Böden mag die Mittelmeerpflanze nicht. Schwere Böden sollten zuvor mit Sand, saure mit Urgesteinsmehl angereichert werden. Die Winterhärte hängt neben der Sortenwahl entscheidend vom Standort ab. Lavendel kann auch problemlos in Pflanzgefässe mit mindestens 5 Liter Erdvolumen oder in grössere Balkonkästen gesetzt werden. Jährliches Umpflanzen in ein grösseres Gefäss ist sinnvoll. Die Haltung im Topf macht zudem häufigeres Giessen notwendig. Sowohl im Garten wie auch im Topf ist jegliche Staunässe zu vermeiden.

Im Garten genügt die jährliche Kompostgabe im Frühjahr von 1 bis 2 cm für das ganze Jahr. Bei Lavendel im Topf reichen eine Düngergabe im Frühling und eine im Sommer aus.

Lavendel schneiden

Geschnitten wird Lavendel am besten zweimal jährlich. Stark zurückgeschnitten - etwa um zwei Drittel - wird Lavendel im Frühjahr. Der richtige Schnittzeitpunkt ist dann gekommen, wenn kein Dauerfrost mehr zu erwarten ist. Allerdings ist beim Schnitt im Frühjahr auch etwas Vorsicht geboten. Ein zu grosszügiger Rückschnitt kann der Pflanze schaden. Junge Triebe sollten nie ganz weggeschnitten werden, weil alte und stark verholzte Triebe nur widerwillig austreiben. Entfernt werden ebenso vertrocknete und abgestorbene Pflanzenteile.

Gleich nach der Blüte wird ein zweites Mal geschnitten. Alle Triebe werden etwa einen Drittel eingekürzt, dabei kommen alle verwelkten Blütentriebe weg. Der Rückschnitt sollte nicht später als im August erfolgen, weil die neuen Triebe der Pflanze sonst nicht genügend Winterschutz bieten und bei Kälte leicht zurückfrieren können. Wer den Rückschnitt im frühen Herbst verpasst, sollte besser bis zum nächsten Frühjahr warten.

Alte und stark verholzte Lavendelpflanzen sind in vielen Fällen oft kaum zu retten. Ein allfälliger Erfolg hängt stark von Schnittzeitpunkt ab. Wer alte verholzte Lavendel schneidet, erledigt diese Arbeit am besten im April oder Mai.

Der Lavendel blüht von Juni bis August. Wer die Blüten ernten will, schneidet rund 10 cm unterhalb der Blütenrispe. Wer die Blütenstiele zeitig wegschneidet, bevor sie Samen gebildet haben, regt die Pflanzen zur zweiten Blüte an.

Lavendel kombinieren

Am Naturstandort wächst Lavendel an sonnigen Hängen des westlichen Mittelmeerraumes. Dementsprechend kann er auch im eigenen Garten wunderbar mit Heiligenkraut, Thymian,Ysop und Salbei vergesellschaftet werden. Ebenso kommen Schleierkraut, Katzenminze, weisser Ziersalbei und Lichtnelken als Pflanzpartner in Betracht. Der violette Lippenblütler eignet sich darüber hinaus bestens als Dufthecke zur Einfassung von Kräuterbeeten. Die Gemeinschaft mit Storchschnabel, Färberkamille, Goldhaaraster, Brandkraut, Fetthenne, Oregano und Federgras wirkt naturnah.

Lavendel vermehren

Stecklinge

Eine der Möglichkeiten ist das Vermehren durch Stecklinge. Stecklinge werden am besten im Sommer vom halbreifen Holz geschnitten. Verholzte Pflanzenteile eignen sich nicht. Gute Chancen haben auch Stecklinge die nicht geschnitten, sondern herausgebrochen werden. Die Stecklinge sollten etwa 10 cm gross sein. Vor dem Stecken werden die untersten Blätter abgestreift. Zum Anwurzeln werden sie in kleine Töpfe gesteckt und mit Vorteil an einer geschützten Lage aufgestellt. Die ersten Wurzeln bilden sich nach rund sechs bis acht Wochen. Sobald sich die Wurzeln gut ausgebildet haben können die Pflanzen ins Freie gesetzt oder in einen grösseren Topf umgepflanzt werden.

Aussaat

Viele Lavendelarten können auch über Samen vermehrt werden. Lavendelsamen gibt es in Fachgeschäften. Der beste Zeitpunkt für die Aussaat ist im Frühjahr. Gesät wird in flache Saatschalen mit entsprechender Aussaaterde. Die Samen sollten nach der Aussaat nur leicht mit Erde bedeckt werden. Die Keimdauer liegt bei optimalen Bedingungen etwa bei zwei Wochen, kann sich aber bis zu einem Monat hinziehen. Sind die Sämlinge gross genug werden sie in einem kleinen Topf einzeln weitergezogen und später nach guter Durchwurzelung ins Freie gepflanzt.

Absenker

Einfach funktioniert das Vermehren mittels Absenker. Dabei wird ein langer Lavendeltrieb in  U-Form in einer kleinen, zuvor angelegten Bodenfurche mit einem Draht fixiert. Dort wo der Trieb den Boden berührt werden die Blätter entfernt. Anschliessend wir die Furche mit Erde bedeckt. Diese Vermehrungsart wird ebenfalls im Frühjahr ausgeführt. Sobald der Absenker Wurzeln gebildet hat wird er von der Mutterpflanze abgeschnitten und umgepflanzt.

Teilen

Ebenfalls eine einfache Möglichkeit ist das Teilen. Dazu werden die Pflanzen vorsichtig ausgegraben. Geteilt wird meist in zwei Stücke bis und mit Wurzel. Diese Arbeit lässt sich am besten mit einer Grabgabel oder einem Spaten erledigen. Nach dem Teilen müssen die einzelnen Teilstücke so rasch wie möglich wieder eingepflanzt und gut gewässert werden. Auch Pflanzen die im Topf wachsen können geteilt werden. Der beste Zeitpunkt zum Teilen ist das zeitige Frühjahr oder der Herbst.

Lavendel überwintern

Im Grossen und Ganzen ist Lavendel winterfest. Wie gut er den Winter übersteht, hängt vor allem von der Sorte, aber auch vom Standort ab. Während einige Pflanzen fast ganz allein im Freien durch die kalte Jahreszeit kommen, benötigen andere zusätzliche Schutzmassnahmen oder müssen gar im Haus überwintern.

Winterharten Lavendel sind unter anderem Lavandula angustifolia oder Lavandula latifolia. Weniger winterfest sind Schopflavendel, Lavendula intermedia und die empfindlichen arabischen Lavendelvarianten.

Wer Lavendel im Garten überwintert, schneidet die Pflanzen nach der Blüte zurück. Der Rückschnitt sollte rechtzeitig erfolgen. Winterharte Lavendel lassen sich aber ebenso im zeitigen Frühjahr zurückschneiden. Ein Winterschutz ist nicht wirklich erforderlich. Bei starker Frostgefahr schützen ein Vlies oder Tannäste. Bei Trockenheit müssen die Pflanzen auch im Winter mit Wasser versorgt werden, damit sie nicht austrocken. Aber zurückhaltend.

Lavendel in Töpfen überwintern

Lavendelpflanzen im Topf und Gefässen werden am besten an einem frostfreien, trockenen und sonnigen Platz überwintert. Dunkle Räume und Nässe mag der Lavendel im Winterquartier nicht. Gut geeignet ist zum Beispiel ein frostfreier Wintergarten oder ein kühles aber helles Treppenhaus.

Wer keinen geeigneten Räumlichkeiten hat, stellt die Gefässe direkt an eine Hauswand, die Schutz vor Wind und Sonne bietet. Eine Isoliermatte oder ein Sagexplatte unter dem Topf platziert, schützt vor Bodenfrost. Zudem kann der Kübel und die Pflanze weiter mit einem Vlies geschützt werden. Lavendelpflanzen im Kübel brauchen auch im Winter Wasser. Allerdings nur sporadisch, wenn der Wurzelballen wirklich trocken ist.

Beliebte  Lavendelsorten

Lavendelarten und Sorten gibt es viele. Sie unterscheiden sich durch Blütenfarbe, Blütenhöhe, durch die Form der Blätter und ihre Frostresistenz. Nachfolgend eine Auswahl der beliebtesten Sorten.

Lavandula angustifolia
Lavandula angustifolia

Lavandula angustifolia ist der echte Lavendel. Er entwickelt dunkelviolette Blüten, die sich ab Juni zeigen. Er ist winterhart und erreicht eine Höhe von 50 - 70 cm. Er kommt auch mit nährstoffarmem Boden zurecht. Der echte Lavendel (L. angustifolia) und seine Zuchtsorten gehören zu den winterharten Lavendelarten.

Lavandula angustifolia Hidcote Blue
Lavandula angustifolia Hidcote Blue

Lavandula angustifolia Hidcote Blue ist ein Gartenlavendel, der in England gezüchtet wurde. Mit seinen dunkelvioletten Blüten ist er eine sehr schöne Lavendelsorte. Er wächst kompakt. Die Pflanze erreicht eine Höhe bis zu 70 cm.

Lavandula angustifolia Blue Rider
Lavandula angustifolia Blue Rider

Lavandula angustifolia Blue Rider entwickelt blaue Blüten und erreicht eine Höhe von 40 cm. Dieser Gartenlavendel ist anspruchslos, wächst kompakt und blüht früh.

Lavandula angustifolia Ellagance Snow
Lavandula angustifolia Ellagance Snow

Lavandula angustifolia Ellagance Snow ist sehr frühblühend. Die weissen Blüten sind in jedem Garten ein Hingucker. Die Pflanze verzweigt sich sehr gut und gilt als Spezialität.

Lavandula latifolia
Lavandula latifolia

Lavandula latifolia wird auch Speiklavendel oder Gewürzlavendel genannt. Er ist breitblättrig, aromatisch und erreicht eine Wuchshöhe von 80 cm mit graublauen Blüten. Erkennbar auch an seinen verzweigten Blütenstielen. Der Duft ist etwas schwächer als beim echten Lavendel. Speiklavendel ist bedingt winterhart.

Lavandula intermedia
Lavandula intermedia

Lavandula intermedia ist eine Hybride aus Speik- und echtem Lavendel. Er wird auch als Provence Lavendel bezeichnet und ist bedingt winterhart. Die Blüten fallen durch ein helles Violettblau auf.

Lavandula stoechas
Lavandula stoechas

Lavandula stoechas (Schopflavendel) riecht sehr aromatisch und erreicht eine Wuchshöhe von 30 bis 100 cm. Die violetten Blüten werden von einem Schopf aus Hochblättern gekrönt. Schopflavendel und seine Zuchtsorten sind nicht winterhart und eignen sich zur Pflanzung im Topf.

Lavandula stoechas Boysberry Ruffles
Lavandula stoechas Boysberry Ruffles

Lavandula stoechas Boysberry Ruffles (Schopflavendel) entwickelt attraktive dunkelrosarote Blüten und erreicht eine Wuchshöhe von 60 cm. Er ist nicht winterhart und sollte besser geschützt werden.

Lavandula stoechas Regal Splendour
Lavandula stoechas Regal Splendour

Lavandula stoechas Regal Splendour (Schopflavendel) riecht sehr aromatisch und blüht purpurfarben. Er wird etwa 70 cm hoch und macht auch als Kübelpflanze eine gute Figur. Nicht winterhart.

Lavandula stoechas Blue Star
Lavandula stoechas Blue Star

Lavandula stoechas Blue Star (Schopflavendel) blüht früh in dunklem Violettblau. Er entwickelt hellgrünes Laub und wird etwa 40 cm hoch. Bedingt winterhart.

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