Datenschutz

Ihr Datenschutz liegt uns am Herzen. Deshalb haben wir unsere Datenschutzrichtlinie angepasst. Die neuste Version finden Sie hier. Wenn Sie auf OK klicken, stimmen Sie der neuen Datenschutzerklärung zu.

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren, Werbeanzeigen masszuschneidern, Social Media-Funktionen bereitzustellen und zu messen sowie die Sicherheit unserer Nutzer zu erhöhen. Wir informieren auch unsere Social Media-, Werbe- und Analysepartner über die Nutzung unserer Website. Wenn Sie auf OK klicken stimmen Sie der Erfassung von Informationen durch Cookies auf dieser Website zu. Weitere Informationen zu unseren Cookies und dazu, wie Sie die Kontrolle darüber behalten, erfahren Sie aus unserer Datenschutzerklärung.

Neophyten: Fremdlinge im Garten

Neophyten sind eingewanderte, gebietsfremde Pflanzen. Die invasiven Arten vermehren sich manchmal so stark, dass sie die einheimische Flora verdrängen und die Gesundheit von Mensch und Tier schädigen.

Mahonien kommen ursprünglich aus dem westlichen Nordamerika sind in Europa vor allem als Ziergehölz anzutreffen.
Mahonien kommen ursprünglich aus dem westlichen Nordamerika sind in Europa vor allem als Ziergehölz anzutreffen.

Viele Neophyten fügen sich problemlos in unsere heimische Pflanzenwelt ein oder verschwinden eines Tages wieder von allein. Die meisten Arten, die nicht einheimisch sind, wurden irgendwo auf der Welt mit Absicht gesammelt, rund um den Globus transportiert und bei uns als Zierpflanzen in Parkanlagen und botanischen Gärten kultiviert. Andere sind mit dem Fernreiseverkehr und durch den weltweiten Handel ungewollt eingeschleppt worden.

Keine natürlichen Feinde

In der Schweiz sind etwa 550 nicht einheimische Pflanzenarten bekannt. Jene, welche die meisten Probleme verursachen, sind in drei Kategorien gegliedert:

  • 16 Neophyten sind gemäss Freisetzungsverordnung des Bundes im Anbau und Handel komplett verboten.
  • 24 Neophyten sind invasiv. Das heisst, dass sie sich aufgrund fehlender natürlicher Feinde an günstigen Standorten mittels Wurzelschösslingen oder Samen stark vermehren und einheimischen Pflanzen den Lebensraum streitig machen. Diese stehen auf der Schwarzen Liste: Da sie Biodiversität, Gesundheit und Ökonomie schädigen, muss ihre Ausbreitung verhindert werden.
  • 20 Neophyten bilden die sogenannte Watch-Liste. Bei diesen gilt es, die Bestände zu überwachen und wenn nötig einzudämmen.
Goldrute
Goldrute

Vermehrungsfreudig

Einige Beispiele: Die amerikanische Riesen-Goldrute (Solidago gigantea) und die Kanadische Goldrute (S. canadensis) sind sehr anpassungsfähige Pionierpflanzen. Sie bevorzugen vegetationsfreie Ruderalflächen, etwa auf Baustellen oder Industriebrachen, wo sie durch Lichtentzug und Wurzelkonkurrenz die Keimung anderer Pflanzenarten verhindern.

Springkraut
Springkraut

Eine der grössten Problempflanzen in der Schweiz ist der Japanische Staudenknöterich (Fallopia japonica). Er bildet rasch grosse Bestände, denen fast nur mit der chemischen Keule beizukommen ist. Seine unterirdischen Ausläufer erreichen eine Länge von 20 m. Schon ein kleines Rhizomstück vermag einen neuen Bestand zu gründen.

Oder das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera), das sich in Uferzonen und Auenwäldern verbreitet und pro Pflanze über 4000 Samen produziert. Die reifen Früchte springen bei der geringsten Berührung auf und schleudern die Samen bis zu 7 m weit.

Riesenbärenklau
Riesenbärenklau

Es gibt aber auch Neophyten, welche unsere Gesundheit gefährden, etwa Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) oder Aufrechte Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia). Ersterer gibt bei Berührung einen Saft ab, der zusammen mit Sonnenlicht zu Hautverbrennungen führt. Und Letztere kann mit ihrer grossen Anzahl Pollen Allergien auslösen.

Blutweiderich
Blutweiderich

Schweizer Neophyten

Allerdings können auch Pflanzen, die ihren Ursprung in der Schweiz haben, andernorts invasive Eigenschaften entwickeln. Der hierzulande so beliebte Blutweiderich (Lythrum salicaria) ist in den USA und Australien problematisch, weil er sich in Feuchtgebieten massenhaft ausbreitet, was zu grossen Ertragsverlusten in der Landwirtschaft führt. Seine Bekämpfung verursacht enorme Kosten. Als invasiv in über 20 Ländern gilt auch Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum), weil es die einheimische Vegetation verdrängt. Bei uns ist Johanniskraut eine beliebte Heilpflanze.

Zusätzliche Informationen

Zeitschrift «Schweizer Garten» (Erwin Jörg, Josef Kleinhenz, Kaspar Heissel, Livia Hofer) Artikel drucken