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Orchideen richtig pflegen

Orchideen gehören zu den beliebtesten Zierpflanzen überhaupt. In unserem Orchideen-Ratgeber geben wir Tipps zu Pflege, Schnitt, Vermehrung und wie Krankheiten und Schädlinge bei Orchideen bekämpft werden.

Orchideen
Keine andere Pflanzenfamilie ist so weit verbreitet wie die der Orchideen.

(ves) Keine andere Pflanzenfamilie ist so weit verbreitet wie die der Orchideen: Man findet sie in nahezu jedem verfügbaren ökologischen Lebensraum. Das hat dazu geführt, dass die natürliche Artenzahl bei rund 30 000 liegt – wenn man die Hybriden dazu zählt, beläuft sich die Zahl der Orchideenarten auf etwa 110 000.

Orchideen, welche in gemässigten Zonen und trockenen Steppengebieten heimisch sind, leben meistens terrestrisch, also im Erdboden verwurzelt. In den Tropen, wo die Konkurrenz unter den Pflanzen stärker ist, gedeihen viele Orchideen als Aufsitzerpflanzen – so genannte Epiphyten – auf Stämmen und Ästen von Bäumen und Sträuchern. Wo die natürlichen Bedingungen besonders karg sind, leben Orchideen auch als Lithophyten – das heisst, sie wachsen auf Steinen. Die Grösse der Orchideen reicht von wenigen Millimetern bis zu mehreren Metern.

Der richtige Standort für Orchideen

Die meisten Orchideenarten mögen keine starke Sonneneinstrahlung, benötigen aber dennoch einen hellen Standort. Geeignet ist deshalb ein Fensterbrett nach Osten, Westen oder auch Norden, wenn die Lichtverhältnisse ausreichend sind. Wo es nicht hell genug ist, kann mit einer Pflanzenlampe nachgeholfen werden.

Nur wenige Orchideen vertragen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und über 35 °C. Es werden drei Temperaturbereiche unterschieden:

  • Kühl wachsende Orchideen: Im Winter mindestens 4-6 °C, im Sommer maximal 25 °C.

  • Temperiert wachsende Orchideen: Im Winter mindestens 10-12 °C, im Sommer maximal 30 °C.

  • Warm wachsende Orchideen: Im Winter mindestens 16-18 °C, im Sommer maximal 35 °C.

Gewächshauskultur

Ein Gewächshaus bietet für empfindlichere Orchideenarten ideale Kulturbedingungen: im Winter Schutz vor Frost und tiefen Temperaturen, im Sommer vor zu hohen Temperaturen. Die Lage und Ausrichtung eines Gewächshauses hängt davon ab, welche Orchideen darin Platz finden sollen. Wer ein Gewächshaus für Orchideen mit Heizung, Lüftungsventilatoren und Nebelsystem anschaffen möchte, lässt sich am besten von einem professionellen Orchideenzüchter beraten.

Topfkultur

Niedrige Kunststofftöpfe werden am häufigsten für Orchideen in Topfkultur verwendet. Der Durchmesser ist grösser als die Höhe, weshalb das Einbringen einer Dränageschicht nicht mehr notwendig ist. Auch normale Kunststofftöpfe eignen sich für gut für viele Orchideenarten, die ein umfangreiches Wurzelsystem bilden. Hier füllt man eine Schicht grober Kies auf den Boden des Topfs, um die Dränage zu verbessern. Wichtig ist bei der Wahl der Töpfe, dass diese stabil sind und zahlreiche Abzugslöcher am Boden haben.

Substrat

Es gibt verschiedene Substrate, die bei der Kultur von Orchideen verwendet werden. Zu den beliebtesten gehört Pinienrinde, die für die meisten Orchideenarten geeignet ist. Holzkohle erhöht die Wasserdurchlässigkeit eines Substrats und wird deshalb gern mit einem Anteil von bis zu 20 % dem Substrat beigemischt. Zu einer verbesserten Dränage tragen auch grober Sand sowie Fluss- und Quarzkies bei. 

Orchideen giessen und düngen

Orchideen werden am besten so gegossen, dass das Giesswasser zu den Abflusslöchern der Töpfe heraus fliesst. Achtung: Die meisten Arten reagieren mit Wurzelfäule auf stehendes Wasser im Untersetzer. Deshalb das überflüssige Giesswasser abschütten. Während des Wachstums muss häufiger gegossen und gedüngt werden. Viele Orchideen machen eine Ruhepause durch, während der nur selten gegossen werden darf. Orchideen, die aufgebunden werden, benötigen eine höhere Luftfeuchtigkeit und müssen häufiger gegossen bzw. besprüht werden als Pflanzen im Topf.

Orchideen schneiden

Das Schneiden der Orchideen ist ein nicht ganz einfaches Thema. Orchideen sind empfindlich. Die Pflanzen werden nur sehr sparsam geschnitten und eigentlich auch nur dann, wenn es der Pflanze nicht so gut geht.

Weggeschnitten werden in aller Regel nur von Krankheiten befallene und abgestorbene Pflanzenteile. Welkes Laub zum Beispiel wird nicht mit der Schere oder dem Messer entfernt. Es fällt meist von alleine ab oder kann von Hand weggezupft werden. Das ist kein Grund zur Sorge; auch gesunde Orchideen verlieren mal ein Blatt. Grüne und gesunde Pflanzenteile sollten nicht geschnitten werden.

Wer dennoch Messer oder Schere ansetzt achtet darauf, dass diese geschärft und desinfiziert sind. Letzteres kann mit einem Feuerzeug oder kochendem Wasser geschehen. Geschärfte Werkzeuge verhindern, dass die Schnittstellen gequetscht werden, was dazu führen kann, dass sich Krankheiten breitmachen.

Wenn die Blüten der Orchidee allerdings abgefallen sind, können die Stängel über dem dritten Auge (Knospe) geschnitten werden. Damit wird die Pflanze zum Bilden neuer Blüten angeregt.

Orchideen vermehren

Vermehren durch Ableger

Orchideen entwickeln manchmal über Blätter oder Blütenstängel sogenannte Kindel. Sie bilden sich zum Beispiel aus neuen Blättern oder aus knolligen Sprossteilen. Bevor ein Ableger abgetrennt wird, sollten die Luftwurzeln des Kindels gut entwickelt sein. Nötig sind zwei Blätter und mehrere Zentimeter lange Luftwurzeln. Abgetrennt wird mit einem vorher desinfizierten Messer.

Die Ableger werden in einen Topf mit Orchideen-Substrat gepflanzt. Damit diese gedeihen sind eine hohe Luftfeuchtigkeit und ein heller Standort nötig. Während der Wachstumsphase sollten die Ableger regelmässig mit Wasser besprüht werden.

Vermehren durch Teilen

Das Teilen als Vermehrungsmethode funktioniert nicht bei allen Orchideenarten. Es geht nur bei Gattungen, die verdickte Sprossen, sogenannte Bulben entwickeln. Zum Teilen sollten die Orchideen zwei bis drei Jahre alt sein. Der günstigste Zeitpunkt dazu ist der Beginn der Wachstumsphase. Zum Teilen die Pflanze aus dem Topf nehmen und Teilstellen bestimmen. Diese werden dann mit einem Messer gerade nach unten durch den Wurzelballen getrennt. Die einzelnen Teile werden dann in saubere Töpfe mit Orchideen-Substrat gepflanzt.

Vermehren durch Stecklinge

Einige Orchideenarten eignen sich für das Vermehren durch Stecklinge. Bei kletternden Arten bilden sich oft im oberen Teil der Pflanze Luftwurzeln. Dort lässt sich an den Wurzeln Moos anbringen um das Wachstum der Wurzeln zu fördern. Unterstützend wirkt das regelmässige besprühen des Mooses mit Wasser. Sobald die Wurzeln einige Zentimeter gewachsen sind wird der Steckling abgeschnitten und eingepflanzt.

Vermehren durch Aussaat

Das Aussäen von Orchideen mittels Samen benötigt einiges an Geduld. Je nach Gattung kann es bis zu zehn Jahre dauern bis diese schliesslich Blüten entwickeln. Die Aussaat bietet sich vorab dort an, wo eine neue Züchtung herangezogen werden soll. Weil Orchideeen-Samen zum Keimen besondere Bedingungen benötigen - sie sind auf die Zusammenarbeit mit speziellen Pilzen angewiesen – sollte die Aussaat den Profis überlassen werden.

Krankheiten und Schädlinge von Orchideen

Sonnenbrand

Eine der häufigsten Krankheiten ist der Sonnenbrand. Auf der Blattoberseite und an den Stängeln erscheinen braune Flecken oder Klumpen, hervorgerufen durch starke Sonne. Abhilfte schafft ein Standort der nicht der direkten Sonne ausgesetzt ist.

Pilzbefall

Zeigt sich durch schwarze und braune Flecken auf Blätter und Stängel. Eine hohe Luftfeuchtigkeit oder starkes Bewässern fördert einen Pilzbefall. Befallene Blätter mit einem desinfizierten Werkzeug vorsichtig wegschneiden und Feuchtigkeit senken.

Virus

Viruserkrankungen machen sich durch verformte Blüten und Blätter sowie durch Verkrüppelungen bemerkbar. Viruserkrankungen lassen sich nicht bekämpfen. Befallene Pflanzen sollten vernichtet werden.

Blattläuse

Blattläuse sind kleine Insekten, die an Blättern, Stängel und Blüten haften und Saft aus den Pflanzen saugen und diese dadurch schädigen. Bei rechtzeitigem Erkennen reicht es, die Läuse mit einem Wasserstrahl zu entfernen oder ganz einfach abzuwischen.

Schildläuse

Auch Schildläuse fügen Orchideen Schaden zu. Diese Schädlinge vermehren sich rasch, saugen den Saft aus den Blattadern und geben gleichzeitig ein Sekret ab, welches die Orchidee schwächt. Schildläuse sind auch als Viren-Überträger bekannt. Schildläuse lassen sich mit einem Schwamm oder weichem Tuch abwischen.

Spinnmilben

Gelbe oder braune Flecken auf den Blättern und kleine Spinnnetze auf deren Unterseite deuten auf Spinnmilben hin. Mit blossem Auge lassen sich die Milben kaum erkennen, sie gehen den Orchideen aber an die Substanz. Zum Bekämpfen die Blätter mit Wasser vorsichtig und gründlich abwischen und die Luftfeuchtigkeit vorübergehend erhöhen.     

Zusätzliche Informationen

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