Orchideen: Standort und Pflege

Orchideen gehören zu den beliebtesten Zierpflanzen überhaupt. Viele Arten sind ideale Zimmerpflanzen, einfach zu kultivieren und robust.

Keine andere Pflanzenfamilie ist so weit verbreitet wie die der Orchideen.
Keine andere Pflanzenfamilie ist so weit verbreitet wie die der Orchideen.

(ves) Keine andere Pflanzenfamilie ist so weit verbreitet wie die der Orchideen: Man findet sie in nahezu jedem verfügbaren ökologischen Lebensraum. Das hat dazu geführt, dass die natürliche Artenzahl bei rund 30 000 liegt – wenn man die Hybriden dazu zählt, beläuft sich die Zahl der Orchideenarten auf etwa 110 000.

Natürlicher Lebensraum

Orchideen, welche in gemässigten Zonen und trockenen Steppengebieten heimisch sind, leben meistens terrestrisch, also im Erdboden verwurzelt. In den Tropen, wo die Konkurrenz unter den Pflanzen stärker ist, gedeihen viele Orchideen als Aufsitzerpflanzen – so genannte Epiphyten – auf Stämmen und Ästen von Bäumen und Sträuchern. Wo die natürlichen Bedingungen besonders karg sind, leben Orchideen auch als Lithophyten – das heisst, sie wachsen auf Steinen. Die Grösse der Orchideen reicht von wenigen Millimetern bis zu mehreren Metern.

Orchidee
Orchidee

Gewächshauskultur

Ein Gewächshaus bietet für empfindlichere Orchideenarten ideale Kulturbedingungen: im Winter Schutz vor Frost und tiefen Temperaturen, im Sommer vor zu hohen Temperaturen. Die Lage und Ausrichtung eines Gewächshauses hängt davon ab, welche Orchideen darin Platz finden sollen. Wer ein Gewächshaus für Orchideen mit Heizung, Lüftungsventilatoren und Nebelsystem anschaffen möchte, lässt sich am besten von einem professionellen Orchideenzüchter beraten.

Zimmerkultur

Viele Orchideenarten lassen sich frei untereinander kreuzen. So sind zahllose künstliche Hybriden entstanden, die unter Zimmerbedingungen einfach kultiviert werden können, wenn man sich an einige Grundregeln hält.

Substrat

Es gibt verschiedene Substrate, die bei der Kultur von Orchideen verwendet werden. Zu den beliebtesten gehört Pinienrinde, die für die meisten Orchideenarten geeignet ist. Holzkohle erhöht die Wasserdurchlässigkeit eines Substrats und wird deshalb gern mit einem Anteil von bis zu 20 % dem Substrat beigemischt. Zu einer verbesserten Dränage tragen auch grober Sand sowie Fluss- und Quarzkies bei.

Orchidee
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Topfkultur

Niedrige Kunststofftöpfe werden am häufigsten für Orchideen in Topfkultur verwendet: Der Durchmesser ist grösser als die Höhe, weshalb das Einbringen einer Dränageschicht nicht mehr notwendig ist. Auch normale Kunststofftöpfe eignen sich für gut für viele Orchideenarten, die ein umfangreiches Wurzelsystem bilden. Hier füllt man eine Schicht grober Kies auf den Boden des Topfs, um die Dränage zu verbessern. Wichtig ist bei der Wahl der Töpfe, dass diese stabil sind und zahlreiche Abzugslöcher am Boden haben.

Epiphytische Kultur

Orchideen, welche in der Natur auf Baumstämmen oder Ästen wachsen, bevorzugen auch in der Kultur eine Unterlage, bei der ihre Wurzeln frei in der Luft sind. Am besten sind dafür Korkrindenstücke, Holunderäste und Weinreben geeignet, die im Winter geschnitten und getrocknet werden. Die Pflanze wird mit Blumendraht auf der Unterlage fest gebunden und das Ganze an der Wand oder der Decke aufgehängt.

Die meisten Orchideenarten mögen keine starke Sonneneinstrahlung, benötigen aber dennoch einen hellen Standort.
Die meisten Orchideenarten mögen keine starke Sonneneinstrahlung, benötigen aber dennoch einen hellen Standort.

Standort

Die meisten Orchideenarten mögen keine starke Sonneneinstrahlung, benötigen aber dennoch einen hellen Standort. Geeignet ist deshalb ein Fensterbrett nach Osten, Westen oder auch Norden, wenn die Lichtverhältnisse ausreichend sind. Wo es nicht hell genug ist, kann mit einer Pflanzenlampe nachgeholfen werden.

Temperatur

Nur wenige Orchideen vertragen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und über 35 °C. Es werden drei Temperaturbereiche unterschieden:

  • Kühl wachsende Orchideen: Im Winter mindestens 4-6 °C, im Sommer maximal 25 °C.
  • Temperiert wachsende Orchideen: Im Winter mindestens 10-12 °C, im Sommer maximal 30 °C.
  • Warm wachsende Orchideen: Im Winter mindestens 16-18 °C, im Sommer maximal 35 °C.

Giessen und Düngen

Orchideen werden am besten so gegossen, dass das Giesswasser zu den Abflusslöchern der Töpfe heraus fliesst. Achtung: Die meisten Arten reagieren mit Wurzelfäule auf stehendes Wasser im Untersetzer. Deshalb das überflüssige Giesswasser abschütten. Während des Wachstums muss häufiger gegossen und gedüngt werden. Viele Orchideen machen eine Ruhepause durch, während der nur selten gegossen werden darf. Orchideen, die aufgebunden werden, benötigen eine höhere Luftfeuchtigkeit und müssen häufiger gegossen bzw. besprüht werden als Pflanzen im Topf.

Pflegetipps für schöne Orchideen 

ImagePoint (CHEYE Visuelle Kommunikation, ABAdesign.ch, Kai Koehler, Jo Montana und Creativ Studio Heinemann) Artikel drucken