Schmucklilie

Agapanthus sind auffällige Kübelpflanzen, die solitär oder in der Reihe auf der Terrasse, beim Eingang oder Sitzplatz ein Blickfang sind.

Schmucklilie
Schmucklilie

Der architektonische Aufbau und die mediterrane Ausstrahlung machen den Agapanthus zur Liebesblume. Der Name stammt aus dem griechischen (agape = Liebe und anthos = Blume). In grossen Töpfen ist schon der frischgrüne Blätterhorst mit den bis 60 cm langen, riemenförmigen Blättern dekorativ, und zur Krönung wachsen daraus im Juli bis August auf langen Stielen attraktive Blütendolden.

Die Gattung ist in Südafrika zu Hause, wo sogar ein Extrakt aus Agapanthus in der traditionellen Medizin als Wehenmittel eingesetzt wird. Wahrscheinlich ist diese Schönheit aus Südafrika schon vor etwa 300 Jahren nach Europa gekommen. Bereits 1692 soll ein Agapanthus im Königlichen Garten Hampton Court in England geblüht haben. In Massen tritt die Schmucklilie auf der Insel Madeira in Aktion. Weiss und blau blühend verschönert sie grosse Strassenkreisel, und auch entlang den Levadas (Wasserrinnen) begegnet man ihr. Immer beliebter wird sie als Schnittblume.

Schmucklilie
Schmucklilie

Laubabwerfende Sorten

Zur wichtigsten Gruppe gehören die «Headbourne Hybrids». Sie sind kleiner als die immergrünen Sorten, dafür ertragen sie die Kälte besser. An geschützten Plätzen können sie im Garten ausgepflanzt werden, Winterschutz ist empfehlenswert. Zu vermeiden ist vor allem Staunässe. Als Kübelpflanze gezogen, kann man sie in einem dunklen Keller überwintern. Bei den aus Aussaat vermehrten Schmucklilien variieren die Blautöne.

Schmucklilie
Schmucklilie

Pflege und Überwinterung

Vom Mai bis Ende September den Agapanthus an einen sonnigen Platz im Freien stellen. Die Pflanzen aus dem Winterquartier nicht sofort der Sonne aussetzen, sonst kriegen die Blätter unschönen Sonnenbrand. Damit sich die Pflanzen angewöhnen können, für die Umplatzierung einen bedeckten oder regnerischen Tag wählen. Während der Wachstumsphase reichlich giessen und bis Anfang August wöchentlich düngen. Ihr Hunger ist gross, was bei den vielen Blättern und den kräftigen Blütendolden nicht verwundert. Nach der Blüte den Schaft möglichst tief abschneiden. Überwintert wird frostfrei bei 5 bis 8 °C in einem hellen Keller oder kühlen Treppenhaus. Im Winter nur sparsam Wasser geben. In einem Gewächshaus bei 8 bis 10 °C ist der Wasserverbrauch grösser. Allgemein gilt, je wärmer, desto heller muss der Überwinterungsort sein. Es ist wichtig zu wissen, dass die Blüten schon im Winter angelegt werden, aber nur bei Temperaturen unter 15 °C. Je kühler Agapanthus überwintert und je sparsamer gegossen wird, desto reicher erscheint im kommenden Sommer die Blüte. Manchmal verlieren auch die immergrünen Sorten im Winter ihre Blätter. Sie treiben aber im Frühjahr wieder neue aus.

Umtopfen

Die Erde soll lehmig-humos sein, beim Verpflanzen recht fest andrücken. Elisabeth Mayer vom Restaurant «Burghalde» in Bronschhofen pflegt über 35jährige Agapanthus. Sie rät: «Erst umtopfen, wenn das Gefäss kaputtgeht. Wenn ein Agapanthus zuviel Erde zur Verfügung hat, produziert er Blätter statt Blüten.» Von häufigem Verpflanzen ist also abzuraten. Gut durchwurzelte Exemplare blühen wesentlich reicher als frisch verpflanzte.

Vermehrung

Die besten Blüher während der Ruhezeit vom Herbst bis Frühling teilen. Auch Aussaat ist möglich, doch dauert es drei bis fünf Jahre, bis Sämlinge blühen, ausserdem erhält man dabei in Wuchs und Blütenfarben uneinheitliche Pflanzen.

Zusätzliche Informationen

ImagePoint (Robert Mertens, Ariane Ballaman, ABAdesign.ch, Gaby Al-Talawe) Artikel drucken