Gartenerde ist die Grundlage für Wachstum

Der Boden hat komplexe Aufgaben und ist Lebensgrundlage für Menschen, Tiere, Pflanzen, Pilze und Bakterien. Je nach Art der Gartenerde wachsen Pflanzen unterschiedlich gut. Eine Bodenanalyse kann aufschlussreich sein.

Der Boden wird von einer unendlichen Vielzahl verschiedener Lebewesen bewohnt, welche für den Aufbau des Bodens wichtige Funktionen haben.
Der Boden wird von einer unendlichen Vielzahl verschiedener Lebewesen bewohnt, welche für den Aufbau des Bodens wichtige Funktionen haben.

(sku) Gartenerde ist eine staunenswerte Welt, auch wenn deren Lebensvorgänge den menschlichen Augen meist verborgen bleiben. Die Erde für das Pflanzenwachstum ist ein fein abgestimmtes System, das die Bodenlebewesen im Laufe des Jahres aufgebaut haben. Das Bilden eines 30 cm tiefen Gartenbodens beansprucht zwischen 1'000 und 10'000 Jahre. Je nach Region finden sich ganz unterschiedliche Böden, aber alle haben in etwa den gleichen Grundaufbau.

Der Boden ist in Schichten gegliedert. Jede Schicht wird von einer unendlichen Vielzahl und Vielfalt verschiedener Lebewesen, unter anderem Pilze und Bakterien bewohnt, welche für den Aufbau des Bodens wichtige Funktionen haben. Die belebte etwa 15-30 cm tiefe Humusschicht ist etwa so tief wie ein Spatenstich reicht. Der bekannteste Bewohner dieser Humusschicht ist der Regenwurm, der Gänge durch den Humus und den Boden frisst. Er belüftet damit den Boden und wertet die Erde durch seine Verdauung auf. Sie wird damit zum wertvollen Dünger für die Pflanzen. Die Bodenlebewesen bilden durch ihre Tätigkeit eine krümelige Bodenstruktur und Hohlräume in der Erde, die es ermöglichen, dass Wasser und Luft zirkulieren und sich Pflanzenwurzeln verankern können und Nahrung finden.

Umgraben ist meist nicht notwendig

Dieses Gleichgewicht sollte nach Möglichkeit nicht zerstört werden. Bei den meisten Gartenböden reicht deshalb eine oberflächliche Bearbeitung, zum Beispiel mit der Gartenkralle, der Hacke oder einem Gartenrechen aus, um eine feinkrümelige Struktur zu erreichen. Bei vielen Bodenarten kann mit einer zu massiven oder maschinellen Bearbeitung die Bodenstruktur sogar nachhaltig zerstört werden. Umgraben der Bodenstruktur braucht es in der Regel nur beim urbar machen von Wiesenboden in Gartenfläche oder bei stark wachsendem Unkraut durch längeres Brachliegen der Gartenerde.

Folgende Bodenarten sind im Garten anzutreffen:

Leichte Böden

Hoher Sandanteil

Vorteil: Sie sind leicht zu bearbeiten und erwärmen sich rasch. Bodenverdichtungen sind selten zu befürchten.

Nachteil: Nährstoffe werden leicht ausgewaschen. Leichte Böden trocknen schnell aus.

Mittelschwere Böden

Ausgewogenes Gemisch von Sand, Schluff und Ton.

Mittelschwere Böden sind die besten Böden.

Schwere Böden

Hoher Tonanteil

Vorteil: Schwere Böden sind gute Wasser- und Nährstoffspeicher.

Nachteil: Sie sind schwer zu bearbeiten und verdichten schnell.

Je nach Bodenart wachsen Pflanzen unterschiedlich gut. Durch das Bearbeiten und durch das Pflanzenwachstum werden der Gartenerde aber auch Nährstoffe und organische Materialien entnommen. Um einen gesunden Boden zu erhalten muss ihm dies wieder zurückgeben werden. Hauptnährstoffe sind Stickstoff, Phosphor, Kali und Kalk. Stickstoff fördert das Wachstum von Trieb und Blättern. Phosphor ist Blüten- und Fruchtbildend. Kali fördert die Festigkeit des Pflanzengewebes und das Ausbilden der Wurzeln. Kalk festigt die Krümelstruktur, aktiviert das Bodenleben und hat Einfluss auf den pH-Wert der Gartenerde. Spurenelemente benötigen die Pflanzen nur in geringen Mengen. Dazu zählen zum Beispiel Magnesium, Kupfer, Eisen und Molybdän.

Um dem Boden die benötigten Nährstoffe zukommen zu lassen, wird er gedüngt. Dabei gibt es zwei Einteilungen von Düngern.

Mineralische Dünger - Diese Dünger sind durch chemische Verfahren hergestellt worden und auf die Bedingungen der Kulturen abgestimmt. Chemische Düngesalze sind leicht löslich und können schnell und mühelos von den Wurzeln aufgenommen werden.

Die Gefahr besteht jedoch, dass die Pflanzen so leicht überdüngt werden und keine Widerstandskraft haben. Das Wurzelgewebe wir zur Trägheit animiert, weil eine aktive Nahrungssuche und das Ausbilden eines starken Wurzelgeflechtes überflüssig werden.

Organische Dünger - Diese Dünger bauen auf organische Materialien aus dem Garten auf und schliessen so den natürlichen Kreislauf. Die Pflanzen werden nicht direkt mit Nährsalzen versorgt. Optimaler organischer Dünger ist Kompost. Dieser wird durch die Bodenlebewesen abgebaut, damit er den Pflanzen als Nahrung zur Verfügung steht. Dadurch werden die Bodenlebewesen aktiviert und die den Pflanzen zur Verfügung gestellten Nährstoffe und Spurenelemente können nicht so leicht ausgewaschen werden.

Bodenprobe gibt Aufschluss

Nicht grosse Mengen Dünger, sondern ein gesunder Boden ist die Grundlage für erfolgreiches Gärtnern. Aufschluss über die Zusammensetzung der Gartenerde und die damit verbundenen Massnahmen geben Bodenproben und das genaue Beobachten der Pflanzen. Die Kenntnis über die Zusammensetzung der Pflanzerde hilft, den Einsatz von zusätzlichen Nährstoffen wie Kompost und andere Dünger gezielt vorzunehmen. Verschiedene Labors führen solche Analysen durch. In den meisten Fällen wird mit der Auswertung der Probe eine individuelle Düngeberatung für die entsprechenden Gartenbeete mitgeliefert.

Voraussetzung für ein zuverlässiges Resultat ist die richtige Entnahme der Bodenprobe. Diese kann selber durchgeführt werden und muss vor dem Düngen oder der Zufuhr von Kompost vorgenommen werden. Der beste Zeitpunkt dafür ist vor der Pflanzzeit, wenn der Boden nicht mehr gefroren ist. Pro Parzelle werden an verschiedenen Stellen drei bis vier Erdproben entnommen. Mit einer Pflanzschaufel sticht man dabei rund 25 cm tief in die Erde. Danach werden die verschiedenen Proben in einem sauberen Gefäss gut miteinander vermischt. Von dieser Mischung wird rund ein Kilogramm Erde in einen Plastiksack abgefüllt und zur Analyse eingeschickt. Die Kosten für Bodenanalysen sind unterschiedlich. Eine Kurzanalyse wird bereits ab Fr. 45.--, eine Standardanalyse ab Fr. 80.— und eine Gesamtanalyse ab Fr. 200.— angeboten. Je nach Resultat empfiehlt es sich, die Gartenerde alle zwei bis vier Jahre untersuchen zu lassen.

istockphoto Artikel drucken