Bewässerungssysteme für den Garten

Bewässerungsanlagen sorgen für einen jederzeit mit der richtigen Menge Wasser versorgten Garten oder Balkon. Umweltfreundliche Modelle nutzen sogar Regenwasser.

Gerade für Rosenrabatten ist eine automatische Bewässerungsanlage sehr geeignet.
Gerade für Rosenrabatten ist eine automatische Bewässerungsanlage sehr geeignet.

(mei) Wer bereits im Mai Giesskanne um Giesskanne voll Wasser schleppte, um die Pflanzen im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon mit ausreichend Nass zu versorgen, erhielt dieses Jahr einen ersten Vorgeschmack auf die Mühen eines heissen Sommers. Etwas Abhilfe schaffen Sprinkleranlagen, die allerdings jedes Mal montiert und wieder versorgt werden müssen. Wem dies zu viel Aufwand für die sommerliche Blütenpracht bedeutet, der ist mit einer Beregnungsanlage gut aufgehoben. Einmal von einer Fachperson montiert und programmiert, fällt die ganze mühsame, manuelle Bewässerungsarbeit weg.

Ventilbox und Versenkregner sind in den Boden eingelassen, letztere fahren für die Beregnung selbstständig hoch und zurück.
Ventilbox und Versenkregner sind in den Boden eingelassen, letztere fahren für die Beregnung selbstständig hoch und zurück.

Weitgehend unsichtbare Anlage

Beat Künzli, Geschäftsführer der Gartenbau Künzli AG in Ittigen und Interlaken, erklärt die Funktionsweise der Bewässerungsanlage Eco Rain, die er als Franchisepartner vertreibt: «Die Anlage besteht aus bis zu fünf Elementen, von denen nur das Steuergerät, der Regenabschalter und die Ventilbox sichtbar sind. Die eigentlichen Bewässerungselemente sind unter der Oberfläche angebracht und werden nur ausgefahren, wenn sie Wasser abgeben. Danach versenken sie sich wieder im Boden.» Das Steuergerät, das die gesamte Anlage steuert, wird geschützt an der Hauswand angebracht. Der Regenabschalter wird an einer witterungsexponierten Stelle montiert. Er misst den Niederschlag und schaltet die Anlage bei Regen, damit die Pflanzen nicht zu viel Wasser erhalten. Die Ventilbox ist ein kleiner, in den Boden eingelassener Kasten, der die Magnetventile enthält, welche die einzelnen Beregnungselemente ansteuert. «Als mögliche Elemente kommen Versenkregner, Sprühregner und Tröpfchenbewässerung in Frage», sagt Künzli. Versenkregner werden vor allem bei grösseren Rasenflächen wie Fussballfeldern angewendet, während Sprühregner für kleinere Rasenflächen und empfindliche Pflanzen geeignet sind. Sie können ihr Wasser auf einer Höhe von 10 bis 25 cm abgeben und sind deshalb auch für Rosenbeete und Rabatten empfehlenswert. Eine (teilweise sichtbare) Tröpfchenbewässerung schliesslich ist dort ratsam, wo Wasser nur schwerlich den Weg bis zum Boden findet: Unter Bäumen mit ausladenden Kronen oder unter Hecken.

Schonender Umgang mit der Ressource Wasser

Für dichte Hecken ist eine Tröpfchenbewässerung die ideale Lösung.
Für dichte Hecken ist eine Tröpfchenbewässerung die ideale Lösung.

Nebst dem geringeren Arbeitsaufwand bietet eine Bewässerungsanlage auch ökologische Vorteile. Eine Anlage ist so programmiert, dass sie nur soviel Wasser abgibt, wie die Pflanzen effektiv brauchen. Im Gegensatz zum Giessen mit dem Wasserschlauch oder der Giesskanne wird damit ein Zuviel an Wasser vermieden. «Eine Beregnung bei Nacht sorgt ausserdem dafür, dass weniger Wasser verdunstet und keine Verbrennungsgefahr für Pflanzen besteht», weiss Künzli, der den Familienbetrieb in dritter Generation führt. Noch umweltfreundlicher wird die Anlage, wenn sie sich aus Regenwasser speist. «Ein 250 bis 1'500 Liter grosses, unterirdisches Becken sammelt das Regenwasser und speist die Anlage mit bis zu 90 % des benötigten Wassers», meint der Experte.

Kosten ab 5'500 Franken

Die Kosten für eine Anlage hängen stark davon ab, wie das zu bewässernde Gelände geformt ist und woher das Wasser bezogen werden muss. Für eine einfache Anlage in einem Einfamilienhausgarten rechnet Künzli mit Kosten von Fr. 5'500 bis 6'000 Franken, bei mehr Komponenten ist ein Budget von 20'000 Franken nötig. Etwas teuer in der Anschaffung ist auch ein Regenwasserauffangbecken, dafür kann im Betrieb dann Wasser eingespart werden. Auf Wunsch ist auch ein Serviceabonnement erhältlich, bei dem die Fachleute im Frühling die Anlage in Betrieb nehmen und im Herbst entleeren, damit keine Leitungen bersten. Kostenlos sind in jedem Fall die Offerte und Beratung. Eingesetzt wird die Bewässerungsanlage in fertigen Gärten in zwei bis drei Tagen, und das trotz unterirdischer Verlegung der Leitungen sehr schonend. Noch besser ist es, wenn die Bewässerungsanlage von Anfang an eingebaut wird.

Zusätzliche Informationen

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