Kompostpflege im Jahresverlauf

Guter Kompost braucht Pflege. Idealerweise wird er während des Jahresverlaufs zwei Mal umgesetzt. Ein Kompost kann das ganze Jahr über angelegt werden.

In der Reifephase bilden Kompostwürmer aus Ausscheidungsmaterial kleine, strukturierte Klümpchen, die sogenannten Krümel. Sie sind der Grundstein für einen lebendigen und gesunden Boden.
In der Reifephase bilden Kompostwürmer aus Ausscheidungsmaterial kleine, strukturierte Klümpchen, die sogenannten Krümel. Sie sind der Grundstein für einen lebendigen und gesunden Boden.

(sku) Kompost kann zu jeder Jahreszeit angelegt werden. Das Aufsetzen einer Kompostmiete oder das Befüllen eines Kompostbehälters muss auf offenem Boden erfolgen. Eine Grundschicht aus Zweigen oder Häckselgut sorgt für eine gute Durchlüftung, verhindert Staunässe und unterstützt den Rottevorgang. Dieser lässt sich in verschiedene Phasen einteilen: Abbau-, Umbau-, Aufbau- und Reifephase.

Phasen der Verrottung

In den ersten Tagen der Abbauphase vermehren sich im frischen Kompost unzählige sauerstoffliebende Pilze und Bakterien. Durch die Aktivität dieser Kleinstorganismen erwärmt sich der Kompost sehr rasch. Sobald diese Kompostbewohner nichts mehr zur Verwertung vorfinden, sterben sie ab und die Aktivität nimmt ab. Die Temperatur sinkt und die nächsten Besiedler übernehmen ihre Aufgabe.

Während der Umbauphase besiedeln Pilze den Kompost, welche schwer abbaubare Stoffe zerlegen. In der Aufbauphase übernehmen Fadenwürmer, Asseln, Springschwänze und Tausendfüssler ihre Aufgabe. Sie zerkleinern und vermischen das Material indem sie es fressen und wieder ausscheiden. Jetzt wird der Frischkompost gebildet.

In der Reifephase bilden Kompostwürmer aus Ausscheidungsmaterial kleine, strukturierte Klümpchen, die sogenannten Krümel. Sie sind der Grundstein für einen lebendigen und gesunden Boden. Nach den Kompostwürmern besiedeln zuletzt Regenwürmer das Material und lockern es weiter auf.

Kompost umsetzen

Nach drei bis vier Monaten wird der Verrottungszustand kontrolliert. Ist die Kompostmischung erdig und feucht genug kann sie weitere zwei bis drei Monate liegen bleiben. Ist der Kompost zu nass oder trocken, wird er umgesetzt und neu zusammengemischt. Das Umschaufeln beziehungsweise Umschichten zwei bis drei Mal im Jahr fördert so oder so die Rotte. Der ideale Zeitpunkt für das Umschichten ist dann, wenn sich der Kompost gesetzt hat.

Kompost sieben

Nach etwa einem Jahr, oder je nach Rottevorgang auch früher, kann die fertige Komposterde mit einem Wurfgitter gesiebt werden. Es ist wichtig, nicht verrottete Pflanzenteile auszusieben, denn für ihren weiteren Abbau wird dem Boden Stickstoff entzogen, der dann nicht mehr für das Wachsen der Pflanzen zur Verfügung steht. Was im Sieb hängen bleibt kann ohne weiteres als Strukturmaterial unter die frischen kompostierbaren Abfälle gemischt werden.

Reifetest für Kompost 

Je nach Rotteverlauf ist der Kompost nach rund 12 Monaten reif für die Verwendung. Guter Kompost ist dann einsatzbereit, wenn er gut verrottet ist und eine krümelige Struktur aufweist. Der Reifegrad kann mit einem «Kressetest» festgestellt werden. Dabei wird aus der Mitte eines Kompostlagers etwas Erde entnommen und Kressesamen ausgesät. Spriesst die Kresse nach drei bis vier Tagen, ist der Kompost bereit für den Einsatz im Garten.

Teil 3 von 5

Teil 1: Kompost richtig einsetzen

Teil 2: Kompostanlagen für den Hausgarten

Teil 3: Kompostpflege im Jahresverlauf

Teil 4: Was darf auf den Kompost, was nicht?

Teil 5: Probleme mit dem Kompost

Zusätzliche Informationen

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