Wurmkompostierung: So geht's

Würmer verwerten viel Grüngut. Gerade im Kompost. Dabei entsteht ein erdiger Naturdünger. Im Gegensatz zum Komposthaufen lassen sich Wurmkomposter auch auf der Terrasse oder dem Balkon einsetzen. Ganz ohne Immissionen.

Mit Hilfe von Würmern entsteht aus Rüstabfällen, Blättern, Pflanzenresten und weiteren Gartenabfällen natürliche Erde mit Düngereffekt.
Mit Hilfe von Würmern entsteht aus Rüstabfällen, Blättern, Pflanzenresten und weiteren Gartenabfällen natürliche Erde mit Düngereffekt.

(sku) Mit Hilfe von Würmern entsteht aus Rüstabfällen, Blättern, Pflanzenresten und weiteren Gartenabfällen natürliche Erde mit Düngereffekt. Wurmkomposter können fertig gekauft oder einfach selbst gebaut werden.

Wurmkiste Marke Eigenbau

  • Für einen Wurmkompost braucht es eine Holzkiste, die mit einem Gartenflies ausgelegt wird. 

  • Die grösse der Holzkiste wird dem persönlichen Bedarf angepasst. 

  • Damit keine Staunässe entsteht und die Luftzufuhr gesichert ist, wird zuerst eine dünne Schicht grobes Material wie zum Beispiel Baumschnitt eingefüllt. 

  • Als zweite Schicht eignet sich halbverrotteter Kompost vermischt mit Laub

  • Eingefüllt wird nun eine rund 20cm dicke Schicht an Grünabfällen als Futter. Auf diese Schicht kommen die Würmer und die Holzkiste wird mit einem lichtundurchlässigen Vlies abgedeckt.

  • Nach etwa zwei Wochen haben die Würmer das Futter verwertet. Es kommt eine neue Schicht von Grünabfällen in die Kiste.

  • Ist die Kiste voll, kann geerntet werden. Die Würmer befinden sich in der obersten Schicht. Diese wird vorsichtig abgetragen und nach der Ernte wieder neu eingebaut. 

  • Aus einer Tonne Grünmaterial lassen sich so bis zu 150 Kilogramm natürlicher Humus gewinnen der als Dünger und Bodenverbesserer eingesetzt werden kann.

Wurmkomposter als Set

  • Im Fachhandel sind auch komplette Sets inklusive einer Startportion Würmer erhältlich. Diese verfügen über mehrere Etagen und können auf dem Balkon oder der Terrasse installiert werden.

  • Die Wurmkomposter funktionieren im Etagenprinzip. Gemäss Anleitung zuerst die unterste Etage befüllen.

  • Ist diese voll und bereits gut verrottet, wird die Etage darüber mit frischen Abfällen bestückt. Von unten fressen sich nun die Würmer durch das Material nach oben und zersetzen es. 

  • Die Wurmkomposterde wird zum Schluss in der untersten Etage geerntet. 

  • Nach der Ernte wird diese Schale oben neu aufgesetzt, mit Rüstabfällen gefüllt und der Prozess beginnt von vorne.

  • Es gibt auch Wurmkomposter, die mit einem Auffangbehälter für Flüssigkeit ausgerüstet sind. Diese Flüssigkeit kann meist über einen Hahn abgelassen und als Flüssigdünger verwenden werden. Der flüssige Dünger sollte allerdings vor dem Verwenden mit zehn Teilen Wasser verdünnt werden.

Wurmkompost selber machen

Was darf in den Wurmkompost?

Geeignet sind täglich anfallende Rüstabfälle aus der Küche, wie auch Grüngut von Zimmer-, Balkon- und Gartenpflanzen. Nicht geeignet sind gekochte Speisen, Fleisch oder Fisch, kranke Pflanzen, Speiseöl oder Katzenstreu. Geringe Mengen Kleintierstreu dürfen ebenfalls in den Komposter.  

Welcher Standort?

Wurmkomposter als Holzkiste oder als Etagenkomposter bevorzugen einen schattigen Standort, wo sie vor übermässsiger Hitze und Sonneneinstrahlung geschützt sind. 

Was tun bei Trockenheit?

Das Wurmbeet benötigt eine gewisse Feuchtigkeit. Ist das Beet zu trocken, sterben die Würmer. Bei Trockenheit etwas Wasser ins Beet giessen oder das Grüngut vor dem Einfüllen leicht anfeuchten.

Was tun bei Nässe?

Zuviel Feuchtigkeit bekommt den Würmern indes auch nicht gut. Ist das Wurmbeet zu nass, schaffen ein paar zugefügte Papierschnitzel Abhilfe.

Was tun, wenn der Wurmkompost stinkt?

Ein gut funktionierender Wurmkompost ist praktisch geruchslos. Kommen unangenehme Gerüche auf, liegt dies oft am falschen Füllmaterial wie Fleisch, Knochen oder fettige Produkte wie Milch und Öl oder schlechter Durchlüftung. Ist letzteres der Fall wird das Wurmbeet auch mal leicht aufgelockert.

Wurmkomposter überwintern

Im Winter sollte der Wurmkompost geschützt werden. Droht arge Kälte, kommt die Kiste im Winter in die Garage, ins Gartenhaus oder in den Keller. Gefriert der Wurmkomposter, sterben die Würmer ab.

Zusätzliche Informationen

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