Beerensträucher richtig schneiden

Ob Stachelbeere, Johannis-, Brom- oder Himbeere, der richtige Schnitt der Beerensträucher hat einen entscheidenden Einfluss auf den Ernteerfolg. Lesen Sie hier, wie Sie die verschiedenen Beeren jung und fit halten.

Ob Stachelbeere, Johannis-, Brom- oder Himbeere, der richtige Schnitt der Beerensträucher hat einen entscheidenden Einfluss auf den Ernteerfolg.
Ob Stachelbeere, Johannis-, Brom- oder Himbeere, der richtige Schnitt der Beerensträucher hat einen entscheidenden Einfluss auf den Ernteerfolg.

(sku) Werden Beerensträucher nicht regelmässig geschnitten, verwildern sie innert weniger Jahre. Eine magere Beerenernte ist vorprogrammiert. Der beste Zeitpunkt, um Beeren zu schneiden, ist unterschiedlich. Bei Johannis- und Stachelbeere wird an einem frostfreien Tag im Winter geschnitten. Wenn Schäden durch Vogelfrass zu befürchten sind, wird mit dem Winterschnitt zugewartet bis die Knospen zu schwellen beginnen, so kann auf eine unbeschädigte Knospe zurückgeschnitten werden. Dies ist meistens ab Ende Februar der Fall. Brom- und Himbeeren werden hingegen sofort nach der Ernte geschnitten. 

Johannisbeeren

Zur Förderung von Fruchtholz können lange und kahle Triebe, welche oftmals nur an den Endknospen verzweigte Ruten zeigen, eingekürzt werden.
Zur Förderung von Fruchtholz können lange und kahle Triebe, welche oftmals nur an den Endknospen verzweigte Ruten zeigen, eingekürzt werden.
  • Beim Winterschnitt von Johannisbeeren werden in der Regel pro Strauch vier bis fünf kräftige Leittriebe belassen und diese je nach Stärke leicht eingekürzt. Da Johannisbeeren die schönsten Früchte am zwei- bis dreijährigen Holz ausbilden, sollten möglichst viele Jungtriebe erhalten bleiben. Entfernt werden nur schwache und zu dicht stehende Jungtriebe sowie altes und krankes Holz. Diese Triebe schneidet man direkt am Wurzelhals bodeneben ab. Ein gut gepflegter Johannisbeerstrauch besteht aus je einem Viertel einjährigem, zweijährigem, dreijährigem und vierjährigem Holz.
  • Unterschiede gibt es beim Schnitt des Fruchtholzes. Er richtet sich nach dem Wachstum der einzelnen Sorten. Einige Sorten bilden viele Seitentriebe aus, dass das Fruchtholz nicht geschnitten werden muss. Andere Sorten wiederum bilden lange, kahle Triebe mit nur sehr wenigen Seitentrieben aus. Da die Seitentriebe aber Hauptfruchtträger sind, werden bei diesen Sorten die Jungtriebe um etwa die Hälfte zurückgeschnitten.

  • Alte und vernachlässigte Beerensträucher werden ebenfalls im Winter geschnitten. Sie müssen zur Verjüngung stark zurückgeschnitten werden. Altes Holz wird dabei direkt über dem Boden entfernt. Dies schafft Platz für junge Triebe und bringt der Pflanze Licht und Luft.

  • Wenn möglich sollte kein Holz stehen bleiben, das älter als vier Jahre ist. Beerensträucher die auf diese Art verjüngt werden, können bis zu 25 Jahre alt werden. Zur Förderung von Fruchtholz können lange und kahle Triebe, welche oftmals nur an den Endknospen verzweigte Ruten zeigen, eingekürzt werden.

Stachelbeeren

Werden Stachelbeeren nicht regelmässig geschnitten, nehmen sich die Triebe gegenseitig das Licht weg und die Früchte bleiben klein.
Werden Stachelbeeren nicht regelmässig geschnitten, nehmen sich die Triebe gegenseitig das Licht weg und die Früchte bleiben klein.
  • Werden Stachelbeeren nicht regelmässig geschnitten, nehmen sich die Triebe gegenseitig das Licht weg und die Früchte bleiben klein. Weil ein Trieb etwa fünf Jahre lang Beeren trägt, lohnt es sich, die Stachelbeere regelmässig zu verjüngen. Geschnitten wird, wenn der Strauch fünf bis sechs Haupttriebe entwickelt hat. Überzählige Triebe werden direkt über dem Boden abgeschnitten.

  • Neutriebe sind an ihrem helleren Holz zu erkennen. Sie werden mit der Gartenschere bis auf sechs  Augen eingekürzt, damit sich grosse Beeren entwickeln.

Brombeeren

Geschnitten wird am besten kurz nach dem Pflücken der letzten Beeren oder im frühen Winter.
Geschnitten wird am besten kurz nach dem Pflücken der letzten Beeren oder im frühen Winter.
  • Sollen Brombeersträucher im nächsten Jahr viele Früchte tragen, gilt es die Brombeerranken nach der Ernte zu schneiden. Dies gilt auch für Sorten, die spät blühen und bis in den Oktober hinein reife Früchte hervorbringen. Geschnitten wird am besten kurz nach dem Pflücken der letzten Beeren oder im frühen Winter. Dabei werden die alten Ranken mit der Baumschere dicht über dem Boden abgeschnitten. Junge Ranken, welche sich im Laufe des Sommers gebildet haben, werden dagegen an Stelle der alten Ranken aufgebunden. Haben die jungen Ranken starke Seitentriebe entwickelt, werden diese auf zwei Knospen zurückgeschnitten.

Himbeeren

Die Ruten wenn möglich unter dem Boden oder zumindest ebenerdig abschneiden.
Die Ruten wenn möglich unter dem Boden oder zumindest ebenerdig abschneiden.
  • Abgeerntete Himbeerruten werden sofort nach der Ernte zurückgeschnitten. Wichtig dabei ist: Die Ruten wenn möglich unter dem Boden oder zumindest ebenerdig abschneiden. Überstehende Rutenstummel sind nämlich ideale Lagerplätze für zahlreiche Krankheitserreger. Werden die alten Ruten rechtzeitig weggeschnitten, wachsen neue, kräftige Himbeertriebe, an denen sich im kommenden Jahr die schmackhaften Früchte entwickeln. Rund zehn bis fünfzehn Ruten dieser Jungtriebe bleiben pro Laufmeter stehen.

Herbsthimbeeren

Die alten Triebe werden im Dezember ebenerdig abgeschnitten, um im Frühjahr möglichst viele Jungtriebe zu erhalten.
Die alten Triebe werden im Dezember ebenerdig abgeschnitten, um im Frühjahr möglichst viele Jungtriebe zu erhalten.
  • Herbsthimbeeren bilden bereits an einjährigen Trieben im Herbst Früchte und dazu ein zweites Mal im darauffolgenden Sommer. Besonders wertvoll ist aber die Herbsternte. Deren Ertrag früher und höher ausfällt, wenn auf eine Sommerernte verzichtet wird. Dazu werden die alten Triebe im Dezember ebenerdig abgeschnitten, um im Frühjahr möglichst viele Jungtriebe zu erhalten.

Zusätzliche Informationen

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