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Mediterrane Pflanzen überwintern

Mediterrane Gewächse wie Oliven oder Zitrusbäume mögen viel Licht und Wärme, am liebsten das ganze Jahr hindurch. Doch wie bringt man die Südländer in unseren Breitengraden durch den Winter?

Mediterrane Gewächse wie Oliven oder Zitrusbäume mögen viel Licht und Wärme, am liebsten das ganze Jahr hindurch.
Mediterrane Gewächse wie Oliven oder Zitrusbäume mögen viel Licht und Wärme, am liebsten das ganze Jahr hindurch.

Reichbehangene Zitrusbäume, kultiviert in Kübeln oder an sonnigen Südlagen in Hausnähe, haben bei uns eine lange Tradition. Den Sommer überstehen sie auf dem Balkon oder der Terrasse. Während der kalten Jahreszeit aber werden sie in eigens dafür vorgesehene Gewächshäuser oder Wintergärten gestellt. So zumindest war es in den grossen europäischen Palastgärten üblich – die Fruchtgewächse sollten ihre adligen Besitzer sonnig und heiter stimmen. Solche Orangerien wurden bei sehr kalten Temperaturen zusätzlich beheizt und die bewachsenen Pergolen mit einer isolierenden Plastikplane vor der Kälte geschützt.

Hierzulande benötigt eine Zitrusfrucht rund zwölf Monate, bis sie reif ist.
Hierzulande benötigt eine Zitrusfrucht rund zwölf Monate, bis sie reif ist.

Wachstum temperaturabhängig

An ihrem ursprünglichen Standort – windgeschützte Lagen mit warmen Wintern und feuchter Meeresluft – durchlaufen die meisten mediterranen Gewächse mehrere Wachstumszyklen pro Jahr. Hierzulande hingegen benötigt eine Zitrusfrucht rund zwölf Monate, bis sie reif ist. Da die Pflanzen Selbstbefruchter sind, kann es vorkommen, dass sie blühen und gleichzeitig winzige bis reife Früchte tragen. Fallen die Temperaturen aber unter 13 °C, so legen Zitruspflanzen eine Ruhephase ein. Sie blühen nicht mehr, allfällige Fruchtansätze können sogar eingehen und abfaulen. Es kann auch sein, dass sie die Blätter fallen lassen, um sich vor unnötiger Wasserverdunstung zu schützen. Die meisten Zitrusgewächse brauchen deshalb einen ganzjährig frostfreien und möglichst hellen und warmen Standort. Ein halbschattiger Platz auf einem Südbalkon mag im Sommerhalbjahr ideal sein – doch wo soll der Baum im Winter stehen?

Ein nach Süden gerichteter, lichtdurchfluteter Wintergarten mit Heizungsmöglichkeit und gleichmässigen Temperaturen von etwa 15 °C wird während dem Winter zur perfekten Orangerie.
Ein nach Süden gerichteter, lichtdurchfluteter Wintergarten mit Heizungsmöglichkeit und gleichmässigen Temperaturen von etwa 15 °C wird während dem Winter zur perfekten Orangerie.

Hell und warm

Ein nach Süden gerichteter, lichtdurchfluteter Wintergarten mit Heizungsmöglichkeit und gleichmässigen Temperaturen von etwa 15 °C wird während dem Winter zur perfekten Orangerie. Wer über keine solche Infrastruktur verfügt, muss improvisieren. Ein heller, nur schwach beheizter Keller, ausgestattet mit einer Leuchtstofflampe (12 h / 36 W), reicht ebenfalls aus, sofern auch die Wassergaben entsprechend reduziert werden. Ein- bis zweimal im Monat mit kalkarmem Wasser giessen reicht aus. Man kann Zitrusgewächse durchaus auch in der Wohnung überwintern. Auch hierbei gilt, den Baum möglichst hell zu platzieren, bei höchstens 18 bis 20 °C. Olivenbäume stellen weit weniger Ansprüche an eine konstante Temperatur, bei entsprechender Abhärtung können diese sogar Frost aushalten.

Rechtzeitig rein

Mobile Palmenhäuser aus Plastik, die man direkt im Garten aufstellt, lassen sich zur Überwinterung von Olivenbäumen nutzen. Aber für Zitrusgewächse eignen sie sich nicht, denn die Temperaturschwankungen sind je nach Witterung zu gross. In einem ungeheizten Wintergarten sollten Zitrusbäume an kalten Tagen und Nächten zusätzlich in eine schützende Decke aus Kokosfaser oder Stroh gepackt werden, um den gefährlichen Temperaturschwankungen entgegenzuwirken. Überhaupt ist der Zeitpunkt für den Standortwechsel matchentscheidend: Stehen die Pflanzen im Spätherbst draussen zu kühl, so kann es zu unerwünschtem Blattfall und Staunässe kommen.

Neue Erde

Die pflegeintensive Zeit beginnt im Frühling. Nun erhalten ältere Exemplare eine Erdauffrischung. Dazu die oberste Schicht abtragen und mit frischem, durchlässigem Substrat auffüllen. Falls nötig, junge Pflanzen in einen grösseren Topf mit einer guten Drainage aus Blähton oder Tonscherben umtopfen. Zitrusgewächse zu diesem Zeitpunkt schneiden, indem der vorjährige Zuwachs eingekürzt wird. Auch Triebe, die sich kreuzen oder zu stark die Mitte des Baums oder die Stammbasis bewachsen, sind zu entfernen. Trägt der Baum faule, kaputte oder kranke Früchte und Blätter, so sollten diese fortlaufend abgenommen werden. Sie bilden ansonsten ein gefundenes Fressen für Schädlinge oder Krankheitserreger.

Gelbes Laub

Zitrusgewächse tragen oftmals statt sattgrüne, glänzende Blätter hellgrünes oder gelbes Laub mit dunkler Aderung – ein typisches Zeichen für Eisen- oder Magnesiummangel. Im Fachhandel gibt es Präparate, die diesem Manko abhelfen. Olivenbäume hingegen werden nur wenig geschnitten. Kugelstämme dürfen durch einen Frühjahrsschnitt wieder in Form gebracht werden. Ältere Exemplare alle paar Jahre mit einem Rückschnitt zu einer buschigeren Verzweigung anregen.

Sonnenschutz

Ab Mitte Mai oder nach den Eisheiligen dürfen die mediterranen Gewächse wieder nach draussen. Pflanzen mit entsprechender Vorsicht an die neuen Licht- und Temperaturverhältnisse gewöhnen. Nach dem eher dunklen Winter ertragen die Gewächse die pralle Sonne noch nicht und müssen erst langsam abgehärtet werden. So genügt vorerst ein halbschattiger, windgeschützter Standort. Auch sind die sensiblen Südländer kühle Nachttemperaturen noch nicht gewohnt und müssen deshalb zum Schutz hin und wieder an die Hauswand gerückt werden.

Tipps zur Überwinterung

Für Zitrusgewächse sollte die Überwinterungstemperatur mindestens 5 °C, idealerweise jedoch 15 °C betragen. Je nach Veredelungsgrundlage und Sorte benötigen die Wurzeln gar 10 bis 15 °C, um überhaupt erst Wasser aufnehmen zu können. Von Frühling bis Sommer speziellen Zitrusdünger verabreichen. Olivenbäume im Herbst nochmals in mehreren kleinen Gaben düngen. Kali fördert die Verholzung der frischen Triebe und erhöht somit die Winterhärte.

Bei einer Überwinterung draussen den Wurzelbereich mit Mulch schützen und den Stammbereich mit Jute-, Kokos- oder Strohmatten einbinden. Drinnen überwintert man sie bei 10 bis 15 °C. Olivenbäume, wenn überhaupt, nur im Frühling schneiden. Zitrus- und Olivenbäume an einem möglichst hellen Standort, etwa im Wintergarten, hellen Treppenhaus oder Keller, überwintern. Je wärmer ein Standort ist, desto heller und besser belüftet sollte er sein. Staunässe vermeiden und nur wenig giessen.

Zusätzliche Informationen

Zeitschrift «Schweizer Garten» (Livia Hofer, Ruth Schläppi) Artikel drucken