Pflanzen im Wintergarten: Pflege in der Pausenzeit

Pflanzen aus südlichen Gefilden zaubern während des Sommers Ferienstimmung in unsere Gärten. In der kalten Jahreszeit müssen sie so überwintern können, wie es ihrem natürlichen Habitat entspricht. Glücklich ist, wer hierfür einen Wintergarten besitzt. Einige Pflegemassnahmen unterstützen die Pflanzen in ihrer Ruhephase.

In der kalten Jahreszeit müssen Pflanzen aus südlichen Gefilden so überwintern können, wie es ihrem natürlichen Standort entspricht.
In der kalten Jahreszeit müssen Pflanzen aus südlichen Gefilden so überwintern können, wie es ihrem natürlichen Standort entspricht.

Standort

Von September bis November werden Kübelpflanzen an ihren Standort in den Wintergarten gebracht. Der richtige Standort stellt gleichzeitig die wichtigste Pflegemassnahme dar. Idealerweise passt die Bepflanzung zum vorhandenen Wintergartentyp. Ist dies nicht der Fall, ergeben sich rasch Probleme. Wird etwa eine subtropische Pflanze in einem geheizten Wintergarten bei 22 °C überwintert, wird sie aufgrund der Wärme zwar weiter treiben. Weil ihr aber viel weniger Licht zur Verfügung steht, wird der Wuchs «geilig». Die Folge sind geschwächte Pflanzen mit überlangen Trieben und mit einer Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge. Pflanzen im Wintergarten nicht zu nah an die Fensterscheiben stellen, da kälteempfindliche Blätter, die das Glas berühren, erfrieren und sich schwarz verfärben.

Lüften

Eine Gefahr für die Pflanzen sind Temperaturschwankungen in ungeheizten, frostfreien Wintergärten. Während nachts die Temperaturen bis fast auf den Gefrierpunkt absinken, können sie an sonnigen Tagen bis auf 35 °C hochschnellen. Zum einen bedeutet dies Stress für die Pflanzen, zum anderen bildet sich Kondenswasser, das Fäulnis und Pilzkrankheiten fördert. Deshalb mit Hilfe der Lüftung dafür sorgen, dass die Temperatur 15 °C nicht überschreitet. Frische Luft mögen auch tropische und subtropische Pflanzen. Damit selbst bei trockener Winterluft eine Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60% vorherrscht, empfiehlt sich in warmen und temperierten Wintergärten das kurze und intensive Lüften.

Schädlinge

Kulturfehler (chronische Feuchtigkeit, Mangel an Licht oder frischer Luft) fördern den Schädlingsbefall. Häufig werden Schädlinge auch mit der Pflanze hereingeholt. Gewächse gleich nach dem Einzug ins Winterquartier kontrollieren und einen allfälligen Schädling erstmals vor der Winterpause bekämpfen. Ein zweiter Zeitpunkt ist Mitte März, wenn jene Schädlinge schlüpfen, deren Larven und Eier die Massnahmen im Herbst überlebt haben. Im Wintergarten empfehlen sich drei Methoden. Erstens mit Nützlingen: Raubmilben gegen Spinnmilben, Schlupfwespen gegen die Weisse Fliege, Florfliegen gegen Blattläuse, Marienkäfer gegen Wolläuse, Nematoden gegen Trauermücken und Dickmaulrüssler (nach sechs bis zehn Wochen wiederholen). Zweitens mit systemischen Mitteln: Diese gelangen über das Giesswasser in die Pflanze und wirken von innen her. Somit wird nicht nur die adulte Population, sondern werden auch Larven und Eier der Schädlinge vernichtet (nach zwei Monaten wiederholen). Drittens spritzen: Auf chemische Mittel verzichten und biologische Mittel auf der Basis von Öl oder Schmierseife verwenden (bei Bedarf wiederholen).

Giessen und düngen

Von November bis Februar die Pflanzen seltener und weniger giessen, auch solche in geheizten Wintergärten. Ausschlaggebend für den Wasserbedarf ist nicht nur die Temperatur, sondern auch die Menge und Intensität des Lichts. Völlig normal in dieser Zeit ist verstärkter Blattfall. Auch der Verzicht auf Nährstoffgaben ermöglicht die Regenerationsphase der Pflanzen. Ab Ende Dezember werden die Tage wieder länger. Die sogenannte «Lichtmesse» vom 2. Februar bezeichnet von alters her die Halbzeit zwischen dem kürzesten Tag (21. Dezember) und der Tag- und Nachtgleiche (21. März). Es ist der Zeitpunkt, an dem die Natur zu realisieren beginnt, dass die Winterruhe bald vorbei ist. Wassermenge und Giessintervalle erhöhen und für die anstehende Wachstumsphase wieder Nährstoffe verabreichen.

Der Frühlingsbeginn ist ideal, um bei Bedarf die Gewächse in grössere Gefässe umzutopfen.
Der Frühlingsbeginn ist ideal, um bei Bedarf die Gewächse in grössere Gefässe umzutopfen.

Umtopfen und Rückschnitt

Der Frühlingsbeginn ist ideal, um bei Bedarf die Gewächse in grössere Gefässe umzutopfen. Ein Rückschnitt kann schon zu Beginn des Winters erfolgen, aber nur, wenn Laub und Astwerk entfernt werden sollen, damit mehr Licht zu den Pflanzen dringt. Ansonsten im Frühling zurückschneiden, wenn die Selbstheilungskraft der Triebe die Schnittwunden rascher schliesst. Pflanzen, die kalt und lichtarm überwintern, schonen ihren neuen Wuchs, indem sie den erlebten «Stress» ins alte Blattwerk ablegen. Dieses mit dem Frühlingsschnitt entfernen. Vor Beginn der Wachstumsphase erfolgt auch der Korrektur-, Formierungs- oder Verjüngungsschnitt. Dabei einige der ältesten Zweige entfernen, um Platz für nachwachsende, blühfreudige Sprosse zu schaffen. Pflanzen je nach Wetter von März bis Mai wieder an ihren Standort im Freien bringen.

Zusätzliche Informationen

Zeitschrift «Schweizer Garten» (Livia Nigg) und istockphoto Artikel drucken