Pflanzen richtig vermehren

Aus eins mach zwei: Viele Pflanzen lassen sich leicht vermehren. Bei der Technik unterscheidet man zwischen Samen- und Stecklingsvermehrung.

Aus eins mach zwei: Viele Pflanzen lassen sich leicht vermehren.
Aus eins mach zwei: Viele Pflanzen lassen sich leicht vermehren.

(mb/sku) Wer Jungpflanzen ziehen will, braucht Zeit und erntet Freude. Grundsätzlich lässt sich jede Pflanzenart vermehren, allerdings sind einzelne Arten in der Anzucht anspruchsvoller als andere. Eine wesentliche Rolle spielen dabei die Faktoren Licht, Temperatur und Feuchtigkeit.

Vermehrung durch Samen

  • Samen enthalten die gesamte Erbinformation der Pflanzen. Damit sie keimen, brauchen sie einen Lebensraum, der ihrer jeweiligen Art entspricht.
  • Man sollte Samen nicht länger als ein Jahr an einem kühlen und trockenen Ort lagern.
  • Gesät wird in ungedüngte Spezialerde, die im Fachhandel erhältlich ist.
  • Damit die Samen keimen, muss manchmal nachgeholfen werden: Vorab bei Samen mit harter Schale schneidet man die Hülle vor der Aussaat leicht an oder legt die Samen rund 24 Stunden ins Wasser.
  • Als Saatgefäss eignen sich Schalen, Töpfe oder Anzuchtkästen. Diese Kästen erleichtern die Keimung, da sie Wärme und Luftfeuchtigkeit regulieren.
  • Das Anzuchtgefäss wird bis etwa 1 cm unter den Rand mit Erde gefüllt. Dann verteilt man die Samen auf der Oberfläche, drückt sie leicht an und bedeckt sie um die halbe Samendicke mit Erde.
  • Nach dem Säen brauchen die Keimlinge viel Aufmerksamkeit. Die Saaterde sollte ständig leicht feucht sein. Ideale Lichtverhältnis und einer Raumtemperatur von rund 15 °C (auch nachts) sind Voraussetzungen, damit die Jungpflanzen gedeihen.
  • Manche Arten lassen sich direkt ins Gartenbeet säen. Die Saat ins Beet erfolgt meistens im Frühling, sobald der Boden genügend erwärmt ist. Einjährige Arten kommen ab Mitte Mai ins Freiland, wenn die Frostgefahr deutlich geringer ist.

Vermehrung durch Stecklinge

  • Stecklinge gewinnt man von der Mutterpflanze. Am häufigsten verwendet man ein Sprossende, aber auch ein einzelnes Blatt oder Wurzelstücke können als Stecklinge genutzt werden.
  • Die Mutterpflanze muss gesund, kräftig und frei von Schädlingen sein.
  • Die Art der Anzucht ist je nach Steckling unterschiedlich und der Schnitt entsprechend wichtig. Am besten informiert man sich im Fachhandel über die Fortpflanzungsbedingungen der jeweiligen Art.
  • Einzelne Stecklinge taucht man mit der Schnittstelle in ein Bewurzelungspulver auf der Basis von Hormonen, bevor man sie in die Erde steckt.
  • Stecklinge bedürfen einer sorgfältigen Pflege. Feuchtigkeit, Wärme und Licht gehören zu den Grundbedürfnissen der Jungpflanzen.
  • Die Bewurzelungsdauer ist je nach Art unterschiedlich. Minze zum Beispiel schlägt bereits nach 5 Tagen Wurzeln. Beim Gehölz dauert dieser Prozess rund ein Jahr.
  • Man sollte die Pflanze erst dann umtopfen oder einpflanzen, wenn sich zwei kleine Blätter am Stamm gebildet und sich die Wurzeln deutlich entwickelt haben.

Weitere Vermehrungsmethoden

  • Absenker: Diese Technik eignet sich für Sträucher, Bäume und Kletterpflanzen. Man biegt einen langen Zweig zum Boden hin und hebt dort eine flache Grube aus. Dann entfernt man die Blätter von der Triebspitze, schneidet den Trieb ein und legt die Schnittstelle in die Grube. Diese mit Erde zudecken, damit die Bewurzelung angeregt wird.
  • Ableger: Ein langer Trieb wird an mehreren Stellen angeritzt. Die Schnittstellen fixiert man auf dem Boden, damit sie Wurzeln schlagen. Daraus können mehrere Jungpflanzen wachsen. Eine ideale Methode für Kletterpflanzen und Clematis.

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