Architektur-Reportage: Aussen klein, innen gross

Im Solothurner Dorf Subingen hat ein kleines Einfamilienhaus von 1953 einen modernen und grosszügigen Innenausbau erhalten. Aussen veränderte es sich kaum.

Auffallend grün, aber sonst sieht das Einfamilienhaus aus wie vor 50 Jahren.
Auffallend grün, aber sonst sieht das Einfamilienhaus aus wie vor 50 Jahren.

(msc/mei) Seit es 1953 gebaut wurde, sieht es gleich aus: Ein Einfamilienhäuschen im ländlichen Dorf, mit Garten rundherum und Bauernhöfen in der Nähe. Damals waren einzig vier kleine Zimmer, ein winziges Badezimmer und eine Küche im Erdgeschoss untergebracht, das Obergeschoss war nur Estrich und Dachstock – damit hatte es sich.

Viel Licht über zentraler Treppe

Die Bauherrschaft Sascha und Natascha Meier und ihr Kind hätten im Originalhaus zu wenig Platz gehabt. Neun Monate Umbau waren nötig – und heute offenbart sich nach dem Eintreten Erstaunliches.

Viel Licht im Treppenhaus
Viel Licht im Treppenhaus

Praktisch mitten im Haus fällt Licht von Dachfenstern auf eine offene Treppe (im Bild Sicht von oben). Nach rechts öffnet sich die offene Küche mit Esszimmer und Zugang zum Garten und einem weiteren Zimmer. Links an der Treppe vorbei gelangt man in die Toilette, das Bad und das Elternschlafzimmer. Und die Hauptsache: Im bisher ungenutzten Obergeschoss entstanden grosszügige Wohnräume

Landhausdielen dunkel geölt
Landhausdielen dunkel geölt

Der dunkle Parkettboden zieht sich durchs ganze Haus. Dafür wurde normale Eiche dunkel geölt. Selbst in Bad und WC verlegte der Bauherr dunkle Landhausdielen mit schwarzen Gummifugen.

Im Ess- und Wohnraum bildet die grüne Farbe der Abwaschinsel und der Küchenfront mit Kochherd und Einbauschränken einen belebenden Kontrast.
Im Ess- und Wohnraum bildet die grüne Farbe der Abwaschinsel und der Küchenfront mit Kochherd und Einbauschränken einen belebenden Kontrast.
Diskrete Griffe und Beleuchtung
Diskrete Griffe und Beleuchtung

Wandschränke und Schiebetüren

Nicht nur den Räumen angepasste grosse Wandschränke, sondern auch Platz sparende Schiebetüren wurden mehrfach eingesetzt. Im Schlafzimmer nimmt ein raumhoher Wandschrank mit rückseitig weiss lackierten Glastüren eine ganze Seite ein, in der Toilette gibt der Spiegel über dem Lavabo nach einem seitlichen Schubs kleine Tablare frei. Im Schlafzimmer und Bad wurden ausserdem jene zwei Fenster zugemauert, deren Läden an der Aussenseite immer noch vorhanden sind.

In Details zeigen sich Konzepte, die für das ganze Haus gelten: Es gibt keine herausragenden Griffe und die Beleuchtung ist mit langen Einbauleuchten unauffällig, aber effektiv angebracht.

Ausgebauter Dachstock
Ausgebauter Dachstock

Im oberen Stockwerk lädt am oberen Ende der Treppe ein grosser Raum mit Sichtbalken und Dachschräge zum Ausruhen: das eigentliche Wohn- und Fernsehzimmer. Für eine sinnvollere Raumnutzung wurden Balken teilweise verschoben. Im hinteren Teil des Dachgeschosses liegt das grosszügige Kinderzimmer.

Martin Sterki von Planwerk Architekten und Sascha Meier
Martin Sterki von Planwerk Architekten und Sascha Meier

Realisation

Architekt Martin Sterki (links) von der Planwerk Architekten GmbH arbeitete Hand in Hand mit Bauherr Sascha Meier, dessen Schreinerei gleich neben seinem neuen Heim liegt und der rund 1000 Stunden an Eigenleistung beitragen konnte. Diese eingeschlossen, kostete der Umbau insgesamt etwa 280 000 Franken.

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