Architektur-Reportage: Licht, Luft und Raum

In Steffisburg ist ein Einfamilienhaus aus Sichtbeton entstanden, dessen Innenleben in starkem Kontrast zur äusseren Strenge steht.

Das Einfamilienhaus mit einer Nettowohnfläche von rund 300 m² wurde vom April bis Ende November 2004 erstellt. Die Grundstücksfläche beträgt 670 m².
Das Einfamilienhaus mit einer Nettowohnfläche von rund 300 m² wurde vom April bis Ende November 2004 erstellt. Die Grundstücksfläche beträgt 670 m².

(mei/ves) Das Einfamilienhaus liegt in unmittelbarer Nähe einer Turnhalle und eines öffentlichen Parkplatzes. Der Architekt, Urs Ewald, konzipierte das Objekt deshalb so, dass für die Bewohner genügend Intimität gewährleistet wird, ohne dass sie sich verschanzen müssen. Dem Kubus wurde zu diesem Zweck eine Loggiazone vorgelagert, die als Pufferzone einen Übergang zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit bildet. Das Einfamilienhaus mit einer Nettowohnfläche von rund 300 m² wurde vom April bis Ende November 2004 erstellt. Die Grundstücksfläche beträgt 670 m².

Mit einer beheizbaren Bank aus Sichtbeton sind der Wohn- und Essbereich verbunden und getrennt zugleich.
Mit einer beheizbaren Bank aus Sichtbeton sind der Wohn- und Essbereich verbunden und getrennt zugleich.

Kirschbaum im Innern

Das Erdgeschoss umfasst den Wohn- und Essbereich sowie die Küche. Die Raumhöhe von 2,8 m ist ein wesentliches Element der grosszügigen Raumgestaltung. Der Kühle der Wände aus Sichtbeton wird mit warmen Holztönen entgegengewirkt. Der Boden und ein Grossteil der Möbel bestehen aus geöltem amerikanischem Kirschbaum. Mit Storen und einem Vorhang, der nicht nur der Fensterfront entlang führt, sondern auch den Esszimmerbereich abtrennen kann, lässt sich das Wohnzimmer im Nu in ein Home-Cinema verwandeln. Mit einer beheizbaren Bank aus Sichtbeton sind der Wohn- und Essbereich verbunden und getrennt zugleich.

Das Esszimmer wird von einem Tisch mit acht Plätzen dominiert.
Das Esszimmer wird von einem Tisch mit acht Plätzen dominiert.

Das Esszimmer wird von einem Tisch mit acht Plätzen dominiert. Damit macht sich der Trend zum grosszügig gestalteten Essbereich, an dem sich gemütlich mit Gästen sitzen lässt, deutlich bemerkbar. Getreu dem Motto «weniger ist mehr» ist die Möblierung wie bereits im Wohnbereich eher spärlich gehalten. In die Rückseite der Sichtbetonwand sind Einbauschränke und eine Toilette eingelassen. Dahinter befindet sich ein Gang, der den Eingangsbereich mit der Küche verbindet.

Fenster statt Schränke: Weil sich in den Einbauschränken im Gang viel Stauraum befindet, konnte auch die Küche grosszügig und hell gestaltet werden.
Fenster statt Schränke: Weil sich in den Einbauschränken im Gang viel Stauraum befindet, konnte auch die Küche grosszügig und hell gestaltet werden.

Praktisch und ästhetisch

Die Küche ist zum Esszimmer hin offen und doch räumlich von ihm abgetrennt. Für die Materialien wurde eine Kombination aus Kirschbaum und Chromstahl gewählt. Der Boden besteht hier und im Nassbereich aus Platten. Um die Arbeitswege möglichst kurz zu halten, wurde auf freistehende Elemente verzichtet. Weil sich in den Einbauschränken im Gang viel Stauraum befindet, konnte auch die Küche grosszügig und hell gestaltet werden.

Der Gang im Obergeschoss wird auf dieser Seite von einem Nassraum begrenzt. Ein grosses Oblicht sorgt für Tageslicht, das bis in das Kellergeschoss reicht.
Der Gang im Obergeschoss wird auf dieser Seite von einem Nassraum begrenzt. Ein grosses Oblicht sorgt für Tageslicht, das bis in das Kellergeschoss reicht.

Luft und Raum

Das Obergeschoss mit den Schlafräumen und Nasszonen ist mit einer Raumhöhe von 2,5 m ebenfalls grosszügig dimensioniert. Der Vorraum zwischen Loggia und Schlafräumen ist ebenso wie der Gang sehr geräumig gehalten. Dasselbe gilt für den Hobby- und Hausarbeitsraum im Kellergeschoss, der gross genug ist, um auch als Spielzimmer für die Kinder zu fungieren. Damit zieht sich das Gefühl der Weite durch jeden Bereich des Hauses. Der Gang im Obergeschoss wird auf dieser Seite von einem Nassraum begrenzt. Ein grosses Oberlicht sorgt für Tageslicht, das bis in das Kellergeschoss reicht.

Die Loggiazone kann von jedem Schlafzimmer aus direkt betreten werden. Eine technisch einfache Lüftung (ganz vorne im Bild) sorgt für Frischluft in den einzelnen Räumen.
Die Loggiazone kann von jedem Schlafzimmer aus direkt betreten werden. Eine technisch einfache Lüftung (ganz vorne im Bild) sorgt für Frischluft in den einzelnen Räumen.

Loggiazone

Die geschützte Loggiazone schirmt den Innenbereich ab und gibt den Blick auf die Aussenräume frei. Diese sind mit runden Formen der Grünbereiche und des Wasserspiels absichtlich konträr zu den strengen kubischen Formen des Gebäudes gehalten. Die Loggiazone kann von jedem Schlafzimmer aus direkt betreten werden. Eine technisch einfache Lüftung (ganz vorne im Bild) sorgt für Frischluft in den einzelnen Räumen.

Urs Ewald
Urs Ewald

Realisation

Verantwortlich für den Entwurf war Urs Ewald vom Steffisburger Architekturbüro Dällenbach Ewald Architekten AG.

Zusätzliche Informationen

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