Architektur-Reportage: Im Schatten der Bäume

In einem Waldstück im hügeligen Hinterland der Côte d'Azur hat der Architekt Antonio Cascio zwischen den Bäumen einen Kubus geschaffen, der Natürlichkeit und Ruhe ausstrahlt.

In einem Waldstück im hügeligen Hinterland der Côte d'Azur hat der Architekt Antonio Cascio zwischen den Bäumen einen Kubus geschaffen, der Natürlichkeit und Ruhe ausstrahlt.
In einem Waldstück im hügeligen Hinterland der Côte d'Azur hat der Architekt Antonio Cascio zwischen den Bäumen einen Kubus geschaffen, der Natürlichkeit und Ruhe ausstrahlt.

Der Architekt Antonio Cascio erinnert sich gut, wie er das erste Mal das Grundstück in der weltweit für Parfümessenzen bekannten Gegend bei Saint-Paul-de-Vence in der Nähe von Grasse betrat: «Ich musste mich mit einer Machete durch das Grundstück pflügen. Sehen konnte ich nichts.» Damit hatte er zwei Herausforderungen: die vielen Bäume und die einheimischen Behörden, die ihm zu Beginn ein modernes Gebäude vorenthalten wollten. Also schuf Cascio einen leichten, zweistöckigen Kubus von 15 mal 15 Metern mit einer Raumhöhe von 7 Metern und stellte ihn auf Stützen, um das Wurzelwerk der Bäume nicht zu beschädigen. Fensterfronten über beide Stockwerke lassen viel Licht ins Innere; das auskragende Dach mit grossen Lücken bietet selbst Platz für grosse Bäume.

Cascio schuf einen leichten, zweistöckigen Kubus von 15 mal 15 Metern mit einer Raumhöhe von 7 Metern.
Cascio schuf einen leichten, zweistöckigen Kubus von 15 mal 15 Metern mit einer Raumhöhe von 7 Metern.

Ein lichter Kubus

Antonio Cascio war bei der Planung seines Hauses vor allem eines wichtig: Alles sollte leicht sein und auch so aussehen. «Holz ist dafür ein wunderbares Material», erklärt Antonio Cascio. «Man kann nach dem Bau sofort einziehen, weil es, anders als bei einem Bau aus Beton, keine Feuchtigkeit bindet. Und es ist äusserst angenehm, mit Holz zu leben.» Für die Wände verwendete der Architekt quadratische Module von 5 mal 5 Metern. Einzelne Holzwände im Innen- wie auch im Aussenbereich liess das Ehepaar Cascio mit rot gefärbtem Kalk verputzen.

Die Baumkronen spenden in den heissen Sommermonaten wie riesige Schirme Schatten. Aus diesem Grund benötigt das Ehepaar Cascio keine Klimaanlage.
Die Baumkronen spenden in den heissen Sommermonaten wie riesige Schirme Schatten. Aus diesem Grund benötigt das Ehepaar Cascio keine Klimaanlage.

Beim Boden entschieden sich Madame und Monsieur Cascio für einen Parkett  aus afrikanischem und umweltzertifiziertem Teak, weil das strapazierfähig ist. Der Bodenbelag geht, ganz im Sinne des Naturnahen, nahtlos vom Innenbereich auf die Terrasse über. Auch bei der Überdachung der Terrasse führte der Architekt sein baumfreundliches Konzept weiter: Die Vegetation bestimmt, wo sich das Dach gegen den Himmel öffnet, wo es der Natur ihren Platz lässt. Die Natur revanchiert sich, indem die Baumkronen in den heissen Sommermonaten wie riesige Schirme Schatten spenden. Aus diesem Grund benötigt das Ehepaar Cascio keine Klimaanlage, was für südfranzösische Verhältnisse eher ein Luxus bleibt. Ein grosser Balkon im ersten Stock offeriert eine zusätzliche Variante des fantastischen Baumpanoramas.

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Fabrizio Bergamo Artikel drucken