Architektur-Reportage: Seelenräume

Wohnen mit System: In Bolligen ist ein Einfamilienhaus entstanden, dessen Einrichtung auf Stimmungsbildern basiert.

(mei/msc) Wer ein Haus baut und beim Küchenbauer die Küche, beim Sanitärinstallateur das Bad und beim Holzbauer oder Bodenleger den Boden bezieht, dem fehlt beim Wohnen später oft der rote Faden. Genau hier setzt die Arbeit der Innenarchitektin Lisa Freiburghaus (Colorisa) an. Mit dem von ihr und Anita Kaderli entwickelten Collia®-System können Bauherren ihre Vorlieben erkennen und auf den Punkt bringen.

Im gesamten Einfamilienhaus wurden lediglich zwei Bodenbeläge verwendet.
Im gesamten Einfamilienhaus wurden lediglich zwei Bodenbeläge verwendet.

Konzentriertes Wohnen: Im gesamten Einfamilienhaus wurden lediglich zwei Bodenbeläge verwendet: Ein Gussboden für Küche, Ess- und Eingangsbereich sowie weiss geöltes Eichenparkett für alle anderen Räume. Auch der Stein in Küche und Bad ist derselbe.

Mit Selbsterkenntnis zu Lebensräumen

Als Erstes bestimmt jeder der Bauherren für sich, in welcher Wohnumgebung er sich am wohlsten fühlt. Dies geschieht mittels Skalen wie beispielsweise hell – dunkel oder rund – eckig. Daraufhin suchen die Bauherren für jeden Raum des neuen Hauses je ein Stimmungsbild, welches das Gefühl ausdrückt, das Sie in diesem Raum empfinden möchten.

Diese Angaben fasst Freiburghaus in einer Mappe zusammen, die den Bauherren beim gesamten Innenausbau als Entscheidungshilfe dient – ob es nun darum geht, Vorhänge auszusuchen, Bodenbeläge und -farben zu definieren oder Griffe und Armaturen zu bestimmen. Das Collia®-System unterstützt die Einheitlichkeit beim Innenausbau und beschleunigt so manchen Auswahlprozess. Gleichzeitig löst die Auseinandersetzung mit den eigenen Wünschen auch einen Denkprozess aus, wie die Bauherren sagen. Sie hätten ihre vorgefertigten Meinungen – die von der Inspiration durch Wohnzeitschriften herrührten – hinterfragt und sich von ihnen lösen können.

Das ockerfarbene MDF an der Küchenwand ergab sich aus dem Stimmungsbild für diesen Raum.
Das ockerfarbene MDF an der Küchenwand ergab sich aus dem Stimmungsbild für diesen Raum.

Mut zur Farbe: Das ockerfarbene MDF an der Küchenwand ergab sich aus dem Stimmungsbild für diesen Raum. Matte Töne, wie hier beim Dampfabzugsrohr, den Armaturen und Griffen, ziehen sich durch den gesamten Innenausbau.

Warm – weitend – kommunikativ

Ein gemütliches und bequemes Ambiente, pflegeleichte Materialien, moderne und weitende Formen und dies alles mit einem grossen Schuss Individualität umgesetzt, so lauteten die Ergebnisse der Analyse.

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Für den Wohnbereich wählten die Bauherren einen Sonnenuntergang in dezenten Farben als Stimmungsbild. Das Blech des Monoliths aus Murten nimmt die ruhige Stimmung auf und grenzt den Wohnbereich gegen den Eingang hin ab.

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Das Stimmungsbild für das Büro wird von grossen Flächen mit einem Kontrast zwischen kühlem Blau und Brauntönen dominiert. Die Umsetzung des Stimmungsbildes erfolgt über das Farbkonzept von Wand und Boden.

Englisches Landleben mit viel Grün stand beim Stimmungsbild für das Schlafzimmer Pate.

Englisches Landleben mit viel Grün stand beim Stimmungsbild für das Schlafzimmer Pate. Die Vorgaben werden mit einer grün gestrichenen Wand und floralen Mustern bei den Vorhängen umgesetzt. Da fühlt sich auch die Katze wohl.

Zusätzliche Informationen

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