Architektur-Reportage: Haus auf Mass

Aller guten Dinge sind drei: Erst sammelten die Bauherren Erfahrung mit einer Eigentumswohnung und einem Systemhaus, dann liessen sie im aargauischen Möriken ein Minergie-Haus errichten, das – endlich – ganz auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist.

Unbestrittener Blickfang ist eine goldfarbene Wand mit grossem Spiegel im Essbereich, der je nach Blickwinkel immer wieder andere Perspektiven gewährt, so auch auf das Wand-Tattoo in Form von Zweigen bei einer antiken Kommode mit Blumenarrangement, welches das florale Motiv spielerisch weiterführt.
Unbestrittener Blickfang ist eine goldfarbene Wand mit grossem Spiegel im Essbereich, der je nach Blickwinkel immer wieder andere Perspektiven gewährt, so auch auf das Wand-Tattoo in Form von Zweigen bei einer antiken Kommode mit Blumenarrangement, welches das florale Motiv spielerisch weiterführt.

(mei) Als die Bauherrenfamilie im Juli 2010 ihr neues Daheim in Möriken beziehen konnte, musste sie ihr Hab und Gut nicht weit transportieren – ihr altes Einfamilienhaus steht nur wenige Meter weit entfernt im selben Quartier. Abgesehen davon hat das Systemhaus mit dem neuen Gebäude aber nur wenig gemeinsam: Zusammen mit einer Wohnung im Stockwerkeigentum diente es der Familie zur Weiterentwicklung des Lebens- und Wohnstils. Die gewonnenen Erkenntnisse setzten die Bauherren bei diesem Bau 1:1 um: «Das neue Haus entspricht genau unseren Wünschen», meint die Bauherrin.

Individuelle Grundrissplanung

Das nach Süden ausgerichtete Haus weist eine L-Form auf, um noch einige Sonnenstrahlen mehr aufnehmen zu können, was gerade im Winter von Vorteil ist. Im «Fuss» des L befindet sich im Obergeschoss denn auch die Küche mit eigenem Essplatz, an dem sich die Familie besonders gern aufhält.
Das nach Süden ausgerichtete Haus weist eine L-Form auf, um noch einige Sonnenstrahlen mehr aufnehmen zu können, was gerade im Winter von Vorteil ist. Im «Fuss» des L befindet sich im Obergeschoss denn auch die Küche mit eigenem Essplatz, an dem sich die Familie besonders gern aufhält.

Was das heisst, wird bereits beim Betreten des Hauses deutlich: Vom Eingang geht es nicht wie sonst üblich in den Wohn- und Essbereich, sondern zu den Schlafzimmern – gewohnt und gekocht wird oben. «Ich wollte tagsüber nicht mehr wie bis anhin gerade mal bis zur nächsten Hausfassade sehen», begründet die Bauherrin die Etagenaufteilung. Stattdessen sollte es hell sein: Das nach Süden ausgerichtete Haus weist eine L-Form auf, um noch einige Sonnenstrahlen mehr aufnehmen zu können, was gerade im Winter von Vorteil ist. Im «Fuss» des L befindet sich im Obergeschoss denn auch die Küche mit eigenem Essplatz, an dem sich die Familie besonders gern aufhält.

Im neuen Zuhause beschränken sich die Bademöglichkeiten auf zwei zweckmässige, eher kleine Bäder auf beiden Etagen.
Im neuen Zuhause beschränken sich die Bademöglichkeiten auf zwei zweckmässige, eher kleine Bäder auf beiden Etagen.

Gegen den Strom schwimmt die Familie auch bei der Grösse der Bäder. «Vorher hatten wir ein grosses Bad – in dem wir uns kaum aufhielten. Das gab einfach nur viel zu putzen», so die Bauherrin. Im neuen Zuhause beschränken sich die Bademöglichkeiten nun auf zwei zweckmässige, eher kleine Bäder auf beiden Etagen. Anders präsentiert sich die Situation im Sommer, wenn ein grosser Pool zum Baden einlädt. Gleich nebenan bietet sich den beiden Jungs viel Platz fürs geliebte Fussballspiel – zwei Punkte auf der Garten-Wunschliste der Bauherren.

Klein ist auch das Elternschlafzimmer, in dem die Bauherren «kein Puff» wollen. Kleider samt Schränken sind deshalb verbannt worden – die Ankleide befindet sich in einem separaten Raum, der vom Gang betretbar ist. Überhaupt legen die Bauherren viel Wert auf einen ruhigen Raumeindruck. Im Wohnbereich sucht man vergeblich nach Büchern oder einem TV-Gerät. Erstere befinden sich in einer Bibliothek im Untergeschoss, letzteres in einem separaten Fernsehraum neben der Küche.

Harmonisches Farbkonzept

Bei den Böden kommt mit Ausnahme des Wohnbereichs, für den Parkett gewählt wurde, grüner oder bräunlich-oranger Linoleum zum Einsatz.
Bei den Böden kommt mit Ausnahme des Wohnbereichs, für den Parkett gewählt wurde, grüner oder bräunlich-oranger Linoleum zum Einsatz.

Noch etwas fällt in diesem Gebäude auf: Eine sorgfältige Farbgebung in warmen, meist erdigen Tönen, die Wände und Böden miteinschliesst. Ein Jahr Zeit hatte die Bauherrin, um die einzelnen Farbnuancen auszuwählen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Unbestrittener Blickfang ist eine goldfarbene Wand mit grossem Spiegel im Essbereich, der je nach Blickwinkel immer wieder andere Perspektiven gewährt, so auch auf das Wand-Tattoo in Form von Zweigen bei einer antiken Kommode mit Blumenarrangement, welches das florale Motiv spielerisch weiterführt.

Die sorgfältige Farbgebung in warmen, meist erdigen Tönen schliesst die Wände und Böden mit ein.
Die sorgfältige Farbgebung in warmen, meist erdigen Tönen schliesst die Wände und Böden mit ein.

Bei den Böden kommt mit Ausnahme des Wohnbereichs, für den Parkett gewählt wurde, grüner oder bräunlich-oranger Linoleum zum Einsatz. Wie so vieles hat auch dies einen praktischen Grund: «Wer mit seinen Kinder auf Plättliboden Lego spielt, weiss, wie weh das mit der Zeit tut», so die Bauherrin. Für sie war deshalb klar, dass der nächste Boden fugenlos sein würde.

Minergie als Glücksfall

Das Haus auf Mass befriedigt alle Wünsche: auch den nach einem Swimming-Pool.
Das Haus auf Mass befriedigt alle Wünsche: auch den nach einem Swimming-Pool.

Das Untergeschoss des Minergie-zertifizierten Gebäudes ist als Massivbau mit Beton und einer Dämmung von 20 cm ausgebildet. Die oberen Etagen wurden als Holzelementbau geschaffen; hier beträgt die Dämmstärke ganze 38 cm. Für die nötige Wärme sorgt im Winter eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die an kalten Tagen bei der Erwärmung des Brauchwassers von einem Elektroheizeinsatz unterstützt wird.

Dass das neue Einfamilienhaus der Familie im Minergie-Standard errichtet wurde, ist mehr Zufall als Absicht. Als die Bauherrin eine Architektur-Reportage über ein Wohnobjekt von Setz Architektur las, gefiel ihr die klare Formensprache so sehr, dass für sie klar war, dass sie ebenfalls mit diesen Architekten bauen wollte. Und da sich Setz Architektur auf energieeffiziente Bauweise spezialisiert hat, entspricht das neue Zuhause der Familie eben dem Minergie-Standard. Ein Zufall, der sich als Glücksfall erwies, denn jetzt stimmt nicht nur die Architektursprache, sondern auch das Raumklima. Die damit verbundenen Mehrkosten hat die Bauherrin in Kauf genommen. Hauptsache, das Haus auf Mass befriedigt alle Wünsche.

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