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Architektur-Reportage: Wohnen im Dachstuhl

Ein Beispiel im bernischen Mattstetten zeigt, wie ein unter Denkmalschutz stehendes Bauernhaus zu Wohnraum für vier Parteien wird: Mit einem «Haus-in-Haus»-Konzept, das gegen aussen hin nicht sichtbar wird.

(mei) Die Geschichte dieses prächtigen Bauernhauses reicht weit zurück: Im Jahr 1796 erbaut und 1856 umgebaut, könnte es einst sogar Napoleon als Kommandozentrale gedient haben, auch wenn schriftliche Belege dafür fehlen. Als das denkmalgeschützte Gebäude 2007 zum Verkauf geboten wurde, zögerten Bruno Stoll und seine Co-Bauherrschaft nicht lange: Als Architekten mit einer Weiterbildung in Denkmalpflege hatten sie hier ein einmaliges Objekt für sich und ihre Familien gefunden.

Neues und Altes harmonisch vereint

Von der Einfahrt gelangt man nun zu den beiden Mietwohnungen im Heubühnenbereich.

Als erstes bewies die Bauherrschaft, dass es ihnen mehr um Visionen denn um Kommerz ging: Statt der sechs geplanten neuen Mietwohnungen, für die bereits eine Baubewilligung erteilt worden war, realisierten sie zu den beiden bereits bestehenden Eigentumswohnungen im alten Wohnteil des Bauernhauses «nur» deren zwei, die sie in den einstigen Ökonomieteil einfügten. Damit sich die Parteien nicht in die Quere kommen, besitzen die beiden Mietwohnungen einen separaten Zugang: Die klassische Einfahrt zum Ökonomieteil des Bauernhauses nämlich, über den die Bauern einst das Heu gebracht hatten. Der Rest des grossen Ökonomieteils steht noch da wie einst und dient wahlweise als Fun-Park für die Kinder oder als Partyraum für Anlässe. Geblieben ist auch der Aussenbereich: Ein grosser Ziergarten schliesst das Gebäude zur Strasse hin ab, während auf der anderen Strassenseite ein Gemüsegarten sowie eine stattliche Trauerweide samt Teich aufwarten.     

Das «Haus im Haus» wurde samt Loggien in den Ökonomieteil eingefügt.

Haus ins Haus gebaut

Das Besondere an den beiden neu erstellten Mietwohnungen, deren Hülle dem Minergie-Standard entspricht: Sie wurden nicht mit dem übrigen Gebäude verbaut, sondern vielmehr als in sich abgeschlossenes Gebäude ins bestehende Bauernhaus integriert. Ihre Erstellung erfolgte im konventionellen Holzbau – jeder einzelne Balken musste ins Bauernhaus hineingetragen, zugeschnitten und verbaut werden. Die Tragkonstruktion des Bauernhauses, das Gebälk, gab dabei den Rahmen vor, in den sich beide Mietwohnungen einfügen mussten. Entstanden ist auf diese Weise eine Art zweiteiliger Wohnraum: Der Innenraum der Mietwohnungen sowie ein «Aussenraum» – der Eingangsbereich sowie die Loggien –, der gleichzeitig Teil des Innenraums des Ökonomieteils ist. Dementsprechend ungewöhnlich sind auch die Ausblicke, die sich aus den Zimmern bieten: In den als Schlafzimmer konzipierten Räumen schweift der Blick über Felder, während sich die Fenster in anderen Räumen zum Ökonomieteil hin öffnen.

Küche der Fünfzimmer-Mietwohnung.

Umweltverträgliches Heizsystem

Damit die Wohnungen optisch mit dem Ökonomieteil harmonieren, hat die Bauherrschaft für deren Hülle rohe, unbehandelte Materialien ausgewählt: Fichte, Eiche und zementgebundene Spanplatten. Für die Konstruktion der Wohnungen und den Boden des Eingangsbereichs sowie der Loggien kam Fichtenholz zum Einsatz, während im Innenbereich der modernen Wohnungen Eichenparkett verwendet wurde. Auch in den beiden Eigentumswohnungen der Bauherren gesellt sich Altes zu Neuem – so wurden beispielsweise die Kachelöfen belassen, die in der Übergangszeit öfters zum Einsatz kommen. Die Grunderwärmung der vier Wohnungen erfolgt noch bis im Herbst 2012 mit einer zentralen Stückholzheizung, danach wird das Gebäude an einen Wärmeverbund mit Holzschnitzeln angeschlossen. Für die Warmwasseraufbereitung ist in der kühlen Jahreszeit ebenfalls die Heizung verantwortlich. Während der warmen Monate übernehmen diese Aufgabe jedoch die Sonnenkollektoren auf dem überdachten Teil der Zufahrt zum Ökonomieteil des Gebäudes – auch sie ein gelungenes Beispiel dafür, wie die Bauherrschaft verschiedenste Ansprüche zu vereinen gewusst hat.

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