Bauherrenbegleitung: Erleichtert angekommen

Gut anderthalb Jahre nach ersten Überlegungen zum eigenen Haus war es für Heidi Lutstorf, Dietrich Bögli und Anouk am 17. Januar soweit: Sie zogen in ihr «selbstgebautes» Einfamilienhaus ein – mit viel Freude und grosser Erleichterung.

Heidi Lutstorf, Dietrich Bögli und Anouk im Wohnbereich ihres neuen Eigenheims.

(msc) Von der Mietwohnung ins Eigenheim zügeln: «Ja, das ist schon etwas anderes», fasst Heidi Lutstorf den grossen Schritt in einem Satz zusammen. Nach einer langen Vorbereitungszeit mit ersten konkreten Überlegungen im Sommer 2007, mit der Architektensuche, Finanzierungsfragen, unzähligen Entscheidungen und schliesslich der relativ kurzen Bauzeit von vier Monaten war der Umzug am 17. Januar «nicht eine so fremde Angelegenheit», wie es vorher jeweils beim Zügeln in eine andere Mietwohnung war, beschreibt die Lehrerin: «Wir waren immer dabei und sahen das Haus wachsen – das spürte man auch gut bei Anouk, die sich offenbar schon gut an die neue Umgebung gewöhnt hat.»

Dietrich Bögli mit dem ersten Rucksack am Zügeltag.

Nervös und gestresst – dann erleichtert

Beim Zügeln selber sei sie «extrem nervös» gewesen, sagt Heidi Lutstorf. Die letzten vier Wochen vorher empfand als am schlimmsten; zuerst sei es noch zu früh gewesen zum Packen, zugleich waren noch so viele kleine Dinge zu erledigen oder in Ordnung zu bringen – bis es endlich soweit war: «Ich konnte es kaum erwarten, aber jetzt ist es sehr schön, ich bin sehr erleichtert.» Auch Dietrich Bögli erlebte, dass Umziehen «wirklich stresst»; bisher habe er jeweils alleine und mit viel weniger Aufwand und Material gezügelt. Mit einer Familie und einem grossen Transport an einem Tag sei das schon etwas anderes. Und: «Ich lebte vorher lange Zeit praktisch an zwei Orten, vor allem im Kopf. Das ist ziemlich anstrengend.» Zudem hatte er gedacht, nach dem Umzug komme die grosse Entspannung – doch jetzt sieht er immer noch einiges, das gemacht werden muss und ein paar kleine Dinge, die nicht wunschgemäss funktionieren

Kollegen helfen beim Einzug ins noch kühle Haus.

Freude über Freiheiten

Als schön empfinden die Bauherren aber, dass sie in ihrem Heim jetzt machen können, was sie wollen. Sie verspüre nicht die Last der grösseren Verantwortung, sondern viel mehr die Erleichterung, nicht für alles vor einem Verwalter oder Vermieter geradestehen zu müssen, sagt Heidi Lutstorf. Ihr Mann freut sich vor allem, dass er im Aussenbereich selber Hand anlegen kann:

Die Treppe hoch braucht es viele Hände.

«Von Frühling bis im Herbst gibt es nichts Schöneres für mich, als draussen zu arbeiten.» Der grosse Vorteil sei nun schliesslich, dass sie zeitlich überhaupt nicht unter Druck stünden. Sehr zufrieden ist die Familie ausserdem mit der Heizung: Zwar war es in der ersten Nacht mit 16 °C noch eher frisch, aber nach kräftigem Einheizen im kleinen Holzofen und gelegentlichen Sonnenstrahlen zeigte sich die gute Speicherkapazität der Wärmeenergie im Passivhaus rasch.

Dietrich Bögli und Heidi Lutstorf.

Endlich zählt die Sonnenergie

Die paar kleinen Wermutstropfen trüben die ersten Wochen kaum. So sei der Anhydritboden empfindlicher, als sie erwartet habe, sagt Lutstorf. Zudem freut sie sich, wenn die Umgebung nicht mehr nur eine pflotschige Wüste sein wird; doch wäre es Sommer, hätte sie noch viel mehr Mühe mit dem kahlen Garten.

Feinplatzierung eines Schranks.

Am wenigsten Freude hatten die Bauherren daran, dass der Zähler für die Photovoltaikanlage erst drei Monate nach der eigentlich möglichen Inbetriebnahme installiert wurde. In dieser Zeit verpuffte die mit der Anlage umgesetzte Energie also ohne Gegenleistung im Nichts, es erfolgte keine Einspeisung ins Stromnetz, also gabe es auch kein Geld – und schon gar nicht die kostendeckende Vergütung, die der Familie zustünde.

Heidi Lutstorf in der neuen Küche.

Auf die Frage, ob er mit dem Rückblick auf ihr grosses Projekt wieder ein Eigenheim selbst bauen würde, kommt Dietrich Böglis Antwort umgehend: «Ich würde es sofort wieder machen, das war ein sehr guter Entscheid.»

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