Bauherrenbegleitung: Der Holzbau

Innerhalb einer Woche wird auf dem Bauplatz von Heidi Lutstorf und Dietrich Bögli in Utzenstorf das ganze Einfamilienhaus aufgestellt. Vorher waren Holzbauleute aber längere Zeit am Werk.

Praktisch das ganze Haus wird im Holzbauunternehmen vorproduziert.

(msc) Der Holzbedarf für dieses Einfamilienhaus ist hoch: «Wir haben für das ganze Haus etwa 45 m³ Fichtenholz bestellt», sagt Daniel Wanner, stellvertretender Produktionsleiter bei der Steffen Holzbau AG in Utzenstorf. Das entspricht immerhin 45 massiven Holzwürfeln mit 1 m Kantenlänge. Das Utzenstorfer Unternehmen produziert praktisch das ganze Haus vor: die Wände innen und aussen, das Balkenlager auf dem Fundament und das Dach.

Schwer und dick: eine Aussenwand.

Lang und dick

Das grösste Element, eine Aussenwand, ist 11 m lang und wiegt 2220 kg. Nicht nur die Länge, auch die Wanddicke ist beachtlich: In den über 40 cm manifestiert sich der Minergie-P-Standard, der eine hervorragende Isolation der Gebäudehülle erfordert. Die Wand wird fast komplett in der Werkhalle der Holzbaufirma fertiggestellt

Der Wandaufbau im Querschnitt.

Von innen nach aussen ist sie folgendermassen aufgebaut: Zwei Fermacellplatten (Gipsfaserplatten) von zusammen 2,75 cm Dicke bilden die Innenwand. Darauf wird eine Folie als Dampfbremse angebracht. Dann folgt der so genannte Fichtenholzständer, ein riesiger Rahmen von 36 cm Tiefe, in dessen Ausssparungen am Ende die Isolation geblasen wird. Den Deckel bilden auf der Aussenseite Steico-Platten in einer Stärke von total 6 cm. Diese Platten bestehen aus zusammengepressten Holzfasern, die mit Bitumen versetzt sind. Dasselbe Material bildet auch die Isolation – hier heisst es dann Steicocell und ist nicht zusammengepresst, sondern besteht aus lockeren wolleartigen Fasern. Von der Dämmung aus Altpapierfasern hat der Architekt laut Daniel Wanner abgesehen, weil dieses wegen der Druckerschwärze weniger ökologisch ist.

Auf dem Streifenfundament wird der Holzbau errichtet.

Die fertigen Elemente zum Bauplatz gefahren und dort Anfang Oktober – wenn das Wetter mitspielt – mit Hilfe eines Autokrans auf dem Streifenfundament aufgestellt. Innerhalb weniger Tage entsteht dort praktisch das ganze Haus. Bei den oben beschriebenen Aussenwänden müssen die Hausbauer nur noch einen Lattenrost und darauf die Schalung aus Lärchenholz anbringen.

Die Elemente müssen auf den Millimeter genau gefertigt sein.

Auf den Millimeter genau

Trotz der Grösse ist für das ganze Puzzle höchste Genauigkeit erforderlich. «Wir arbeiten auf den Millimeter», sagt Daniel Wanner. Für den Zusammenbau werden deshalb die Elemente auf eine grosse Platte gelegt, wo die Holzbauer die Holzteile mit luftdruckgesteuerten Hebeln präzise an der richtigen Stelle platzieren können. Ein Aussenwandelement wird so relativ zügig hergestellt: Mit drei bis vier Leuten dauere dies etwa einen halben Tag, meint Wanner. Für alle Teile des Hauses von Lutstorf und Bögli benötige das Holzbauunternehmen rund fünf Wochen

Auch mit zwölf Häusern pro Jahr ist die Produktion des EFH Bögli-Lutstorf ein besonderer Fall.

Auch wenn der Zimmermann Wanner und seine Arbeitskollegen pro Jahr rund zwölf Häuser im Elementbau anfertigen, ist das Objekt Bögli-Lutstorf nicht nur Routine. Wenige würden nämlich mit dieser Wandstärke gebaut, und dass so konsequent auf ökologische Materialien geschaut wird, erlebt Wanner auch nicht oft. Mit den Holzfaserelementen Steico etwa arbeitet er zum ersten Mal.

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