Bauherrenbegleitung: Land als Vorerbe

Wie viel kostet Bauland? Im Falle unserer Bauherrn Dietrich Bögli und Heidi Lutsdorf, die sich in Utzenstorf ihren Traum vom energieeffizienten Einfamilienhaus verwirklichen, ist es die Hälfte des ortsüblichen Preises.

Dietrich Bögli und sein Vater Hans Bögli besprechen beim Notar die Abtretung der Parzelle 2522.

Um die Parzelle 2522 mit ihren 737 m² geht es an diesem Julinachmittag in Utzenstorf, wo sich Dietrich Bögli und sein Vater Hans Bögli beim Notar der Familie einfinden. Die Landübergabe soll in Form eines Vorerbes als Alleineigentum vom Vater an den Sohn erfolgen. Bei der Berechnung des Wertes des Baulands habe er sich mit seinen beiden Schwestern auf einen «Kompromiss-Preis» geeinigt, der ungefähr die Hälfte des Preises ausmacht, den man an vergleichbarer Lage sonst pro Quadratmeter bezahlen müsste, meint Dietrich Bögli. Den Betrag habe man der Einfachheit halber auf eine Summe aufgerundet, die durch drei teilbar sei. Weil das Verhältnis unter den drei Geschwistern von Vertrauen geprägt ist und der «Kompromiss-Preis» die Zustimmung aller findet, sind deshalb auch nur die beiden Herren Bögli Vertragsparteien. Der Notar weist formhalber darauf hin, dass die Schwestern resp. Töchter im Erbfall klagen könnten.

Die Parzelle 2522 gehörte bislang zum Grundstück von Hans Bögli, der in Utzenstorf einen Bauernhof führt. Sie wurde aus der Landwirtschaftszone ausgeschieden, damit sein Sohn, der den Hof einst übernehmen wird, dort überhaupt ein Haus bauen kann. Drei Wegrechte und ein Leitungsrecht werden im Grundbuch als Dienstbarkeiten auf diese Parzelle übertragen werden. Die Schuldbriefe hingegen bleiben, wie Hans Bögli mit einem Schmunzeln bemerkt, auf dem Hof.



Bereits nach 20 Minuten hat der Notar alle Antworten erhalten, die er braucht, um den Vertrag für die Parzellierung und Abtretung sowie das Gesuch an den Statthalter erstellen zu können. Für die Bauherren ist diese Landabtretung eine vergleichsweise günstige Angelegenheit. Ausser den Notariatskosten und Grundbuchschreibgebühren stehen für sie noch keine Ausgaben an, da die Handänderungs- wie auch die Schenkungssteuer bei ihnen (vorerst) entfallen. Und die Auszahlung des Betrags, die Dietrich Bögli seinen Schwestern einst schuldig sein wird, liegt hoffentlich noch in weiter Ferne.

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