Grundlage der Bauausführung

Ausführungspläne enthalten alle Informationen, die zum Bau eines Gebäudes notwendig sind und nach denen die beauftragten Unternehmen auf der Baustelle handeln. Planende können durch einen hohen Informationsgehalt Fehler in der Umsetzung reduzieren.

Ausführungs- oder Werkpläne enthalten jegliche Informationen, die zum Bau eines Hauses notwendig sind.
Ausführungs- oder Werkpläne enthalten jegliche Informationen, die zum Bau eines Hauses notwendig sind.

(mb) Die Ausführungsplanung ist ein Bestandteil der Bauplanung. Die auch als Werkpläne betitelten Bauzeichnungen umfassen Grundrisse, Schnitte, Fassadenpläne und Detailpläne. Sie enthalten jegliche Informationen, die zum Bau eines Hauses notwendig sind. Deshalb dienen sie den handelnden Firmen auf der Baustelle als Arbeitsgrundlage. Auf Grundlage von Vorabzügen oder provisorischen Werkplänen errechnen die Firmen in der Ausschreibungsphase die erforderlichen Material- sowie Arbeitskosten und erstellen ihre Offerten. Weil die Bauplanung von Veränderungen bestimmt wird, müssen auch die Werkpläne laufend aktualisiert werden. Deshalb ist es besonders wichtig, dass die Unternehmen zu jeder Zeit über die aktuellsten Baupläne verfügen.

Informationsgehalt von Werkplänen

Im Vergleich zu den Entwurfsplänen steht bei den Werkplänen die Konstruktion im Mittelpunkt. Der Informationsgehalt ist deshalb entsprechend höher. Neben den Raum-  und Bauteilgrössen geben die Zeichnungen unter anderem die Materialität von Böden, Decken und Wänden an. Während in Entwurfsplänen lediglich Höhe und Breite der Öffnungen wie Fenster oder Türen vermasst sind, wird in Werkplänen zusätzlich das lichte Öffnungsmass und Art des Anschlags angegeben. Ausführungspläne werden im Massstab 1:50 erstellt und durch Detailpläne anspruchsvoller Konstruktionspunkte ergänzt, die für gewöhnlich einen Massstab von 1:20, 1:10 oder 1:5 haben. Der Bauleiter ist stets im engen Kontakt mit den ausführenden Gewerken, um Details zum Bauablauf oder zur Ausführung zu besprechen. Mit zusätzlichen Vermerken in den Plänen, beispielsweise zu Produktangaben oder einer ausführlichen Vermassung, können bereits im Vorfeld einige dieser Fragen vermieden werden. Ein hoher Informationsgehalt in den Werkplänen senkt die Wahrscheinlichkeit von Fehlern in der Ausführung.

Zuständigkeit

Was gesetzlich vorgeschrieben ist, sollte man unbedingt zuerst bei der Gemeinde in Erfahrung bringen, weiss Ivo Vasella vom Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein (SIA): «Die Baubewilligung durch die Gemeinde und die dazugehörigen Baueingabepläne sind grundlegend für die Errichtung eines Gebäudes.» Anschliessend sollte man die Detailierung entsprechend dem Umfang des Projektes anfertigen lassen. Grundsätzlich empfiehlt der SIA die Beauftragung eines Profis für die Projektaufsicht und die Erstellung von Ausführungsplänen. Das können Architekten, Ingenieure oder auch Unternehmen sein. «Die Bauherrschaft ist dazu aber keineswegs verpflichtet. Beim Bau eines unkomplizierten Carports kann die Pläne beispielsweis auch der ausführende Schreiner anfertigen. Sobald verschiedene Handwerker im Spiel sind, empfiehlt sich aber ein kompetenter Koordinator», ergänzt Vasella. Letzterer ist auch in der Lage, die vorschriftsgemässe Ausführung zu überwachen und zu beurteilen, womit unangenehme Konsequenzen wie Baumängel vermieden werden können.

Zusätzliche Informationen

RainerSturm / pixelio.de Artikel drucken