Richtiges Vorgehen bei der Grundstückswahl

Wenn Sie einen Standort gefunden haben, der die Anforderungen, die Sie an eine Lage stellen, erfüllt, sollten Sie sich weitere Informationen über das Grundstück beschaffen.

Informieren Sie sich bei der betreffenden Gemeinde, ob das Grundstück in der Bauzone liegt.
Informieren Sie sich bei der betreffenden Gemeinde, ob das Grundstück in der Bauzone liegt.

Finanzielle Aspekte

Grundbuchamt 

Verlangen Sie beim Grundbuchamt des betreffenden Amtsbezirkes einen Grundbuchauszug und prüfen Sie, ob auf dem Grundstück ein sog. Grundpfand lastet. In diesem Fall müsste der Kaufbetrag des Grundstückes um die Höhe des Grundpfands reduziert werden. Informieren Sie sich auch, ob auf dem Grundstück Grunddienstbarkeiten, sog. Servitute, lasten. Der Grundstückeigentümer bzw. die Grundstückeigentümerin müsste in einem solchen Fall beispielsweise ein Wegrecht oder ein Weiderecht dulden. Auch allfällige Grundlasten sind im Grundbuch eingetragen. Hier ist der Eigentümer des Grundstückes zu Leistungen verpflichtet, beispielsweise kann es seine Pflicht sein, für den Unterhalt einer kleinen Strasse aufzukommen. Vormerkungen wie das Vorkaufsrecht sind ebenfalls im Grundbuch eingetragen. All diese Vereinbarungen müssen vom neuen Besitzer eines Grundstückes übernommen werden.

Architekten- oder Handwerkerklauseln

Kaufen Sie Ihr Grundstück von einem Architekten oder Handwerker? Stellen Sie fest, ob im Kaufvertrag Architekten- oder Handwerkerklauseln enthalten sind, die Sie dazu verpflichten, mit dem betreffenden Architekten oder Handwerker zu bauen. Solche Klauseln sind kein Nachteil, falls Sie Vertrauen zum Architekten oder Handwerker besitzen und gerne mit ihm zusammenarbeiten.

Steuerfüsse

Informieren Sie sich bei der entsprechenden Gemeinde über den Steuerfuss und vergleichen Sie die anfallende Steuerbelastung (Einkommenssteuer, Liegenschaftssteuer, Anschlussgebühren, Schwellentelle).

Bauzonen

Zonenplan und Kommunale Bauordnung (Baureglement)

Informieren Sie sich bei der betreffenden Gemeinde, ob das Grundstück in der Bauzone liegt. Die Zonenpläne (kommunale Nutzungspläne) zeigen auf, welche Parzellen in welchen Zonen liegen. Die Zonenart entscheidet, wie ein sich darin befindendes Gebäude genutzt werden kann. Private Wohnhäuser sind nur auf Grundstücken gestattet, die in der Wohnzone liegen. Das Baugesetz des Kantons Bern und die dazugehörigen Verordnungen bestimmen, wie diese Zonen im Detail genutzt werden dürfen. Die kommunale Bauordnung, d.h. das Baureglement der Gemeinde, verfeinert die kantonalen Bestimmungen und kann wie der Zonenplan bei der Gemeindeverwaltung bezogen werden. Sie regelt zum Beispiel, wie viele Stockwerke ein Gebäude aufweisen darf und welche Vorschriften in Bezug auf den Abstand zum Nachbargrundstück gelten. Da Zonenpläne und Bauordnungen zuweilen angepasst werden, lohnt es sich, vor dem Kauf eines Grundstückes bei der Gemeinde anzufragen, ob das betreffende Grundstück von einer solchen Änderung betroffen ist. Lassen Sie sich zudem von einem Baufachmann (Planer) beraten, zu dem Sie Vertrauen haben.

Zukünftige Entwicklungen

Erkundigen Sie sich sowohl bei der Planungs- oder Baukommission der Gemeinde wie auch bei den Ämtern für Raumplanung des Kantons und des Bundes, ob für die Zukunft Pläne für das betreffende Grundstück und die angrenzenden Parzellen vorhanden sind. Werden Industriebauten errichtet? Ist eine neue Bahnstrecke geplant?

Erschliessungsgrad

Erkundigen Sie sich bei der betreffenden Gemeindeverwaltung über den Erschliessungsgrad eines Grundstückes. Dieser zeigt auf, ob ein Grundstück sofort bebaut werden darf oder ob das Grundstück erst erschlossen werden muss. Grundsätzlich liegt die Erschliessungspflicht zwar bei der Gemeinde, je nach Regelung müssen die Kosten für eine Groberschliessung jedoch vom Grundstückseigentümer selbst getragen werden und können bis zu Fr. 100.- pro Quadratmeter betragen. Solche Regelungen finden sich häufig, wenn Land von der Landwirtschaftszone in die Bauzone umgeteilt wird und dementsprechend an Wert gewinnt.

Naturgefahren

Gefahrenkarte

Bei den meisten Gemeinden können Sie auch eine Gefahrenkarte einsehen. (Der Bund schreibt vor, dass jede Gemeinde eine Gefahrenkarte erstellt, doch sind noch nicht alle Gemeinden soweit). Die Gefahrenkarte zeigt in fünf Abstufungen auf, wie gross die Gefahr (es handelt sich dabei um eine Kombination aus Intensität und Wahrscheinlichkeit) für folgende Elementarereignisse ist: Überflutung, Lawinen, Murgang / Übersäuerung, Absenkung / Einsturz , Steinschlag / Felssturz. Diese Gefahreneinstufung hat direkte raumplanerische Konsequenzen, da je nach Zone gar nicht, nur mit Auflagen, oder ohne Auflagen (in Bezug auf Schutzmassnahmen) gebaut werden darf. Eine Gefahrenkarte ist allerdings kein endgültiges Werk: Sie basiert vielmehr auf Erfahrungswerten und wird gegebenenfalls angepasst.

Wenn Ihr Grundstück in einem Gebiet liegt, in dem mit einem vermehrten Auftreten eines Elementarereignisses gerechnet werden muss, können Sie mit den entsprechenden baulichen Vorkehrungen viel zur Sicherheit Ihres Gebäudes beitragen. Beachten Sie dabei, dass es infolge eines Schadenereignisses nachträglich zu einem Bauverbot kommen kann, wie dies beispielsweise nach dem Hochwasser vom August 2005 in Brienz der Fall war.

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