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Was kostet Bauland in der Schweiz?

Wer ein Haus bauen will, braucht ein Grundstück. Sehr günstiges Bauland kostet in der Schweiz pro Quadratmeter CHF 350.- bis 400.-. CHF 500.- bis 600.- sind der Durchschnitt. Und CHF 1'000.- bis 2'000.- sind an besonders begehrten Lagen, beispielsweise am Zürich-, am Zuger- oder am Genfersee, üblich.

In der Schweiz können nur sieben Prozent der Fläche überhaupt bebaut werden.
In der Schweiz können nur sieben Prozent der Fläche überhaupt bebaut werden.

(rh) Bauland ist ein rares Gut. Besonders in der Schweiz. Nur 7 % der Fläche können überhaupt bebaut werden. Das sind rund 2'900 Quadratkilometer, knapp so gross wie der Kanton Tessin. Der Rest des Landes wird landwirtschaftlich genutzt (37 %), ist bewaldet (31 %) oder kann nicht bebaut werden (Wasser, Fels, Gletscher, Firn). Deshalb ist Bauland so knapp. Vor allem dort, wo fast alle wohnen wollen: In den grossen und grösseren Städten und darum herum. Weil der Markt für Bauland wie jeder Markt funktioniert, bestimmen Angebot und Nachfrage die Grundstückpreise. Deshalb sind sie in den letzten Jahren stark gestiegen. Von 1978 bis 2008 um nominell 340 %, wie die Immobilienberatungsgesellschaft IAZI in einer Studie schreibt.

Von CHF 154.- auf CHF 805.- in 38 Jahren

Einige Kantone veröffentlichen Statistiken über die Bodenpreisentwicklung. Im Kanton Zürich beispielsweise kann für jede Gemeinde abgefragt werden, wie sich die Preise für unbebautes Land in der Wohn- und Mischzone seit 1974 entwickelt haben. In Zürich hat sich der Quadratmeterpreis von CHF 350.- auf CHF 1'883.- mehr als verfünffacht, in Winterthur von CHF 110.- auf CHF 651.- fast versechsfacht. Allerdings schwanken die Zahlen von Jahr zu Jahr stark, weil sie auf effektiven Preisen basieren und grosse Geschäfte das Bild verzerren. Die Statistik nach Modellpreisen gleicht Schwankungen aus. In der Modellrechnung sind die Preise in Zürich im Durchschnitt von CHF 461.- auf CHF 1'766.- (plus 383 %) und in Winterthur von CHF 154.- auf CHF 805.- (plus 522 %) gestiegen.

Fragen Sie die Leute vom Grundbuchamt

Diese Zahlen sind nur eine Orientierungshilfe. Bauland kann in einem Quartier viel mehr oder weniger kosten als im Gemeindedurchschnitt. Das hängt von der Lage ab. Zum Beispiel vom S-Bahn-Anschluss in der Nähe, von den Schulen und Geschäften im Quartier, aber auch vom Zonenplan und der Ausnützungsziffer. Die Ausnützungsziffer ist das Verhältnis zwischen Grundstücksfläche und höchstens zulässiger Wohnfläche. Je höher die Ausnützungsziffer, desto wertvoller ist das Bauland. Wichtig sind auch Bauauflagen wie Dachform oder Lärmschutzmassnahmen. Am besten fragen Sie auf dem Grundbuchamt. Die Leute kennen den Markt und damit die Quadratmeterpreise, den Zonenplan und alle Auflagen. Ausserdem wissen sie, ob ein Planungsverfahren oder eine Zonenplanänderung geplant ist. Wichtig ist auch zu wissen, ob das Bauland voll erschlossen ist, also Zufahrt, Frisch- und Abwasserleitungen sowie Anschlüsse für Strom, Telefon und Kabelfernsehen vorhanden sind. Falls nicht, kann die Erschliessung CHF 100.- bis CHF 150.- pro Quadratmeter kosten.

Die Konsequenz: kleinere Grundstücke

Die wichtigste Entscheidung, die ein Bauherr fällt, ist das Grundstück. Das Grundstück ist das solide Fundament, das Haus kann später umgebaut oder verändert werden. Deshalb lohnt es sich, lieber ein Mal zu viel als zu wenig auf dem Grundbuchamt zu fragen oder sich allenfalls von einem Fachmann beraten zu lassen. Auch weil der Landpreis einen grossen Teil der Gesamtkosten ausmacht. In ländlichen Regionen etwa einen Drittel, in Städten ungefähr die Hälfte. Deshalb kaufen immer mehr Menschen, die sich ihren Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen, kleinere Grundstücke. Bis vor wenigen Jahren war ein Grundstück von 700 bis 800 Quadratmetern für ein Einfamilienhaus üblich, heute begnügen sich viele Bauherren mit 500 Quadratmetern oder weniger. Das wird sich kaum ändern, weil Bauland rar ist und bleibt und deshalb nicht günstiger werden wird.

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