Dacheindeckung: Qual der Wahl

Wurde ein Dach früher vor allem saniert, wenn es undicht war, rücken heutzutage verstärkt Dämmmassnahmen, zusätzlicher Wohnraum sowie architektonische Gestaltung in den Vordergrund. Bei der Wahl des Deckmaterials hat man die Qual der Wahl.

Zum Eindecken eines Daches steht eine Vielzahl verschiedener Materialien zur Auswahl - je nach ästhetischen Ansprüchen, Dachform, Dachneigung, Witterungsbedingungen und baurechtlichen Vorgaben.
Zum Eindecken eines Daches steht eine Vielzahl verschiedener Materialien zur Auswahl - je nach ästhetischen Ansprüchen, Dachform, Dachneigung, Witterungsbedingungen und baurechtlichen Vorgaben.

(pg) Zum Eindecken eines Daches steht eine Vielzahl verschiedener Materialien zur Auswahl - je nach ästhetischen Ansprüchen, Dachform, Dachneigung, Witterungsbedingungen und baurechtlichen Vorgaben. Für Ein- oder Mehrfamilienhäuser werden in der Regel andere Materialien verwendet als für Industriebauten oder Lagerhallen. Höhere Ausgaben ermöglichen exklusive Dachdeckungen, mehrheitlich werden Wohnimmobilien aber nach wie vor mit Tonziegeln oder Betondachsteinen gedeckt.

Eine Übersicht der meistverwendeten Eindeckungs-Materialien:

Tonziegel

Dachziegel bestehen aus natürlichem, gebranntem Ton und werden im Handel in natur, engobiert (industrielles Verfahren zur farblichen Gestaltung von keramischen Oberflächen) und glasiert angeboten. Neben verschiedenen Naturtönen stehen heutzutage auch viele Trendfarben zur Auswahl. Je nach gewünschter Deckart werden z.B. Biberschwanz-, Falz- und Hohlziegel oder Hohlpfannen verwendet.

  • Mögliche Dachneigungen: ca. 22 - 85 Grad.
  • Lebensdauer: Wird bestimmt durch Qualität und Preis des Rohstoffs und Standortfaktoren (Feuchtigkeit). 30 – 40 Jahre, bis zu 100 Jahre möglich.
  • Ökobilanz: Gemäss verschiedenen Untersuchungen schlechter als bei Betondachsteinen.

Betondachsteine

Betondachsteine oder Betonziegel bestehen aus hochverdichtetem Spezialbeton. Im Gegensatz zu einem Ziegel aus Ton gewinnt der Dachstein mit zunehmendem Alter an Härte und Festigkeit, Frostbeständigkeit und Bruchsicherheit. Er ist mit granulierter oder glatter Oberfläche und in verschiedenen Formen und Farben, wie auch mit schmutzabweisenden Schichten, erhältlich.

  • Mögliche Dachneigungen: ca. 22 - ca. 85 Grad.
  • Lebensdauer: 30 – 50 Jahre
  • Ökobilanz: Gemäss verschiedenen Untersuchungen deutlich besser als Tonziegel. Im Vergleich zu Tonziegeln verursachen sie nur etwas weniger als die Hälfte des klimaschädigenden CO2.

Faserzement

Faserzementplatten bestehen im Wesentlichen aus Zement, Kalksteinmehl und Wasser. Durch die Zugabe von Prozessfasern wird das Material elastisch und leicht. Je nach Form lassen sich nicht bruchsichere, frost- und korrosionsbeständige Platten, Schindeln oder Wellplatten herstellen. Als Dach- oder Wellplatten sind sie in verschiedenen Formen, Formaten, Farben und Profilen erhältlich und auf Grund ihrer schnellen Montage eine preisgünstige Alternative zu vielen anderen Arten der Dacheindeckung.

  • Mögliche Dachneigungen: Faserzementplattenab 22 - ca. 85 Grad, Faserzementwellplatten ab 15 - ca. 50 Grad.
  • Lebensdauer:  30 – 50 Jahre
  • Ökobilanz: Gut, wenn lösungsmittelfrei und beschichtet mit umweltfreundlichen Farben.

Metalldeckung

Dachbedeckungen aus Metall werden in Form von flachen, gewellten oder trapezförmigen Blechen und Tafeln verarbeitet. Dabei werden die Metalle Titanzink, Kupfer, Aluminium, Blei und Edelstahl benutzt. Die dabei entstehenden Metalldächer, wie Kupferdach und Zinkdach, zeichnen sich durch hohe Beständigkeit aus, sie sind korrosionsbeständig, robust – und ermöglichen eine grosse Gestaltungsvielfalt. Aufgrund des geringen Gewichtes im Verhältnis zur Fläche eignen sich Metallbedachungen besonders gut für grosse Dachflächen.

  • Mögliche Dachneigungen: Eignet sich besonders für schwach geneigte Häuser.
  • Lebensdauer: Zink- und Aluminium 60 - 80 Jahre, Kupfer bis zu 200 Jahre.
  • Ökobilanz: Gut, da Metalldächer zu 100 % rezyklierbar sind.

Schiefer

Der Naturstein mit grossen Gestaltungsmöglichkeiten. Schiefer ist bei guter Qualität wasserdicht, frost- und hitzebeständig. Er wird zu Decksteinen unterschiedlicher Grösse und Formen gespalten. Schiefer gibt es zwar in verschiedenen Farbtönen, es dominieren aber klassisches schiefergrau und anthrazit. Der natürliche Ölgehalt schützt das Gestein vor Feuchtigkeit und Verschmutzung.

  • Mögliche Dachneigungen: Je nach Eindeckungsart ab 22 – 85 Grad.
  • Lebensdauer: Bis zu 100 Jahre.
  • Ökobilanz: Gut, ökologisch unproblematische Inhaltsstoffe. Ausserdem heizt sich Schiefer durch seine dunkle Färbung sehr schnell auf und die Wärme kann genutzt werden.

Kosten

Bei einer Dachsanierung ist unbedingt eine Offerte einzuholen. Die Kosten zu berechnen ist komplex. Sie variieren je nach Fläche, Deckungsmaterial oder Deckungsart. Ausserdem sind Dachsanierungen heute meistens mit energetischen Sanierungsmassnahmen verbunden. Verteuernd wirken sich ausserdem Kamine, Fallrohre, Schneefänger und anderes mehr aus.

Auf das Deckmaterial bezogen lässt sich festhalten, dass Betondachsteine etwas günstiger sind als Dachziegel aus Ton, Faserzementplatten hingegen etwas teurer. Metalldächer variieren sehr stark, je nach gewählter Metallart. So kann ein Quadratmeter Kupferdach bis zu viermal so teuer sein wie ein Quadratmeter Dachziegel, gleiches gilt für ein Dach aus Schiefersteinen.

Zusätzliche Informationen

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