Decken aus Holz oder aus Beton?

Geschossdecke ist nicht gleich Geschossdecke! Denn bezüglich Brand- und Schallschutz gelten für Decken in Mehrfamilienhäusern strengere Anforderungen als in Einfamilienhäusern. Lesen Sie, wo sich welche Decke anbietet.

Bezüglich Brand- und Schallschutz gelten für Decken in Mehrfamilienhäusern strengere Anforderungen als in Einfamilienhäusern.
Bezüglich Brand- und Schallschutz gelten für Decken in Mehrfamilienhäusern strengere Anforderungen als in Einfamilienhäusern.

(hm) Der Grund für die unterschiedlichen Anforderungen in Mehr- oder Einfamilienhäusern liegt an der Funktion des trennenden Bauteils «Decke». Denn zwei übereinander liegende Wohnungen sind zwei Brandabschnitten respektive Nutzungseinheiten zugeordnet. Im EFH gibt es diesbezüglich keine Trennungen. Das EFH ist also ein Brandabschnitt und eine Nutzungseinheit. Von Bedeutung ist diese Unterscheidung deshalb, weil Holzdecken brennbar sind und auch deutlich mehr Schall übertragen als gleich dicke Betondecken.

Einfache Lösung für das Einfamilienhaus

In vielen EFH ist die Erdgeschossdecke und der Estrichboden aus Holz gefertigt, zumeist in einer einfachen Konstruktion. Das ist zwar kostengünstig, hat aber den Nachteil, dass Gespräche und Fernsehgeräusche aus dem Erdgeschoss im oberen Stock störend wirken können. Dazu bieten sich zwei Varianten an: entweder wird eine schalldämmende Decke geplant – aus Beton respektive mit einer mehrschichtigen Holzkonstruktion – oder die leichte Holzdecke wird später nachgerüstet, vergleichbar einer schalltechnischen Sanierung in einem Altbau. Dazu muss die Leichtdecke aber geeignet sein, was genügend Platz unterhalb der Decke voraussetzt.

Faktoren sind Schall- und Brandschutz

Viel Masse und getrennte Schichten in einer Konstruktion hemmen die Schallübertragung. Eine Betondecke ist schon aufgrund ihrer beachtlichen Tonnage eine Hürde für den Schall. In Holzdecken lässt sich aber auch Masse einbringen, beispielsweise durch Schüttgut wie Sand. Ebenfalls sehr wirksam sind mehrere Schichten innerhalb einer Decke, die durch ein elastisches Element getrennt sind. Dadurch überträgt sich eine Vibration nicht auf die darüber- oder darunterliegende Schicht. Eine Trittschallisolation bringt diesbezüglich sehr viel, also eine «Gummimatte» zwischen zwei Bauteilen. Bei gleichen Schalldämmwerten braucht eine Holzdecke mehr Bauhöhe als eine Betondecke (etwa 45 cm statt 30 cm). Dass ein guter Schallschutz aber mit Holzdecken möglich ist, zeigen die vielen Mehrwohnungshäuser aus Holz. Um die Anforderungen an den Brandschutz zu erfüllen, muss eine Decke genügend Feuerwiderstand leisten. Balkendecken werden dazu mit einem «brandschutztechnisch wirksamen Unterbau» ausgerüstet. In die Hohlräume zwischen den Balken kommt Mineralwolle, die nach unten mit einer nicht oder schwer brennbaren Platte beplankt ist.

Fazit: bei geringen Anforderungen an Schall- und Brandschutz, also in allen Einfamilienhäusern, sind Holzdecken eine günstige und zumeist völlig ausreichende Lösung. Und ökologisch dazu! Bei erhöhten Anforderungen, beispielsweise bei Eigentumswohnungen, entstehen mit Holzdecken erhebliche Mehrkosten. Dann ist eine Betondecke «erste Wahl».

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