Reiches Behandlungsspektrum für Holz

Holzfassaden müssen nicht unbedingt behandelt werden. Um die Maserung zu zeigen, lässt sich der Oberflächenschutz hingegen durch nicht filmbildende Anstriche verbessern.

Beim Oberflächenschutz besteht die Wahl zwischen kaum sichtbaren über transparent und leicht eingefärbten bis zu voll deckenden Anstrichen.
Beim Oberflächenschutz besteht die Wahl zwischen kaum sichtbaren über transparent und leicht eingefärbten bis zu voll deckenden Anstrichen.

(knü) Nichts hält ewig; auch der Baustoff Holz ist vor Alterung nicht gefeit. Zwar können Dachbalken ein halbes Jahrtausend tragen, wie die stabilen Konstruktionen vieler Burgen und Schlösser zeigen. Aber an den Fassaden sind Holzlamellen oder -bretter Wind und Wetter ausgesetzt, so dass deren Lebensdauer wesentlich kürzer zu veranschlagen ist. Gemäss dem Dachverband Lignum sind Holzarten wie Lärche, Kastanie oder Douglasie aber äusserst widerstandsfähig. Beim Einsatz als Fassadenmaterial kann auf eine zusätzliche Behandlung verzichtet werden, weil das Material an sich «bemerkenswert resistent gegen biologische Schädlinge ist». Aussenwände in Tanne oder Fichte auszuführen ist jedoch die häufigere Bauherrenwahl. Doch auch hierzu sagen die Lignum-Holzexperten: «Einen spezifischen Oberflächenschutz braucht es nicht unbedingt.» Ob die Holzfassade eine Zusatzbehandlung erhält oder nicht, entscheidet der Geschmack der Bauherrschaft oder der konkrete Fall: Nach Westen ausgerichtete Hausverkleidungen werden wettermässig stärker beansprucht.

Regen oder Hagel physisch abhalten kann jeweils ein angemessen geformtes Vordach. Von unten ist die Fassade zusätzlich zu schützen: Ein Mindestabstand zwischen dem Boden und der Unterkante der Schalung sowie ein Kiesbett als darunter liegendes Terrain verhindern, dass spritzendes Wasser das Holz nass machen kann. Gemäss Lignum ist dazu ein Abstand ab rund 30 Zentimetern einzuhalten.    

Mit Patina oder Hitze getrocknet

Um den Einsatz von Chemikalien bei der Holzbehandlung zu umgehen, bieten sich zwei alternative Verfahren an. Bei der Vorpatinierung wird das Holz zwar bereits vor dem Einbauen grau. Doch der Arbeitsgang im Freien und mit Hilfe von Bläuepilzen garantiert, dass die ganze Fläche einheitlich verwittern kann. Ebenfalls eine vorzeitige Verdunklung ist bei der thermischen Behandlung in Kauf zu nehmen: Das Fassadenmaterial wird bis über 200 °C kontrolliert getrocknet. Dadurch vermindern sich die Wasseraufnahmefähigkeit, und auch die physische Stabilität. Thermisch behandeltes Holz darf daher nicht tragende Funktion erhalten; der Verwitterungsprozess ist jedoch gleich wie bei unbehandeltem Material. Um an unbehandelten Holzfassaden einen gleichmässigen Grau-Effekt zu erhalten, sind zudem folgende Hinweise zu beachten: Ecken, Kanten sowie Fensterrahmen verursachen meistens ein fleckiges Bild. Die vertikale Anordnung der Verschalung lässt dagegen das Wasser jeweils schnell abfliessen.

Gelegentlicher Unterhalt

Das natürliche Erscheinungsbild von vielen Holzfassaden ist aber nicht immer unbehandelt. Auf viele naturbelassene Verkleidungen werden nämlich Imprägnierstoffe oder Anstriche aufgetragen, die keinen Schutzfilm bilden, aber ins Holz eindringen. Ohne das Holz zu verfärben, stossen die Behandlungsmittel jeweils Wasser ab und schützen vor UV-Strahlen oder biologischen Schädlingen. Wenn der Oberflächenschutz gleichzeitig zur Einfärbung der Holzfassade genutzt werden soll, sind leicht transparente oder deckende Anstrichvarianten zu empfehlen. Das Erscheinungsbild bleibt dadurch über Jahre konstant, wobei Abschrubben oder sogar Schleifen der Holzverschalung zum gelegentlichen Unterhalt gehört. Weil bei der Montage jeweils Löcher, Risse und andere Kleinschäden entstehen, ist die Holzfassade vor Ort nachzubehandeln.

Damit Farben, Öle und anderweitige Anstriche optimal haften, sind die Schalungshölzer ausreichend zu trocknen. Ebenso bestimmt die Bearbeitung ihrer Oberflächen, wie gut und lange die Farbe halten wird: Mit sägerohen oder geschliffenen Oberflächen kann sich ein Anstrich bestens verbinden; an gehobelten, glatten Hölzern kann die Farbe dagegen nur mässig haften. 

Quelle: Lignum
Erscheinungsbild Art der Behandlung Vorteile
Naturbelassene Holzfassaden (nicht filmbildned) Imprägnierung (z.T. mit Fungiziden) Dauerhaft;
leichte Farbgebung möglich;
gleichmässige Vergrauung (Vorpatinierung)
  Wasserabstossender Anstrich (z.T. mit Insektiziden und Fungiziden) Verbessert das Altern;
einfacher Unterhalt

Sättigender Anstrich auf Ölbasis (z.T. mit Insektiziden, Fungiziden und Pigmenten) Verbessert das Altern;
einfacher und seltener Unterhalt
Transparent farbige Holzfassaden (gefärbt) Öl (transparent) Wirkt gegen biologische Schädlinge; kein Abblättern; relativ einfacher Unterhalt

Dünnschlichtlasur (transparent bis undurchsichtig) Wirkt gegen biologische Schädlinge; 
kein Abblättern;
relativ einfacher Unterhalt;
grössere Farbpalette als mit Öl
Deckend farbige Holzfassade (gestrichen) Dickschichtlasur (deckende Färbung) Sehr dauerhaft;
unlimitierte Farbpalette;
konstantes Erscheinungsbild;
seltener Unterhalt (schrubben)

Deckender Anstrich Hervorragende Dauerhaftigkeit;
unlimitierte Farbpalette;
konstantes Erscheinungsbild;
seltener Unterhalt (schrubben oder schleifen)

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