Fensterläden: Klappen, schieben oder falten

Auch wenn für Wohn- und Zweckbauten die Wahl häufig auf Rollläden anstelle von klassischen Fensterläden fällt, weg vom Fenster sind sie deshalb längstens nicht. Ihre einfache Handhabung, unterschiedliche Konstruktionsweisen und –materialien sowie nicht zuletzt ästhetische Gründe machen Fensterläden nach wie vor zu einer echten Alternative.

Fensterläden sind ein Fassadenbestandteil und unterliegen meistens örtlichen Vorschriften.
Fensterläden sind ein Fassadenbestandteil und unterliegen meistens örtlichen Vorschriften.

(stö) Fensterläden werden hauptsächlich auf drei Arten hergestellt: Klapp-, Schiebe- oder Faltläden. Für die Konstruktion werden ebenfalls drei Materialien verarbeitet: Holz, Aluminium und Kunststoff, wobei letzterer praktisch ausschliesslich bei Klappläden gebräuchlich ist, während Aluminium für alle drei Ladenarten am meisten verwendetet wird. Massgebend für die Wahl der Art der Läden sowie des Materials sind einerseits die baulichen Gegebenheiten, oftmals aber auch örtliche Vorschriften.

Der Fensterladen schlechthin: Klappladen

Der Klappladen, auch Drehladen genannt, gilt als der Fensterladen schlechthin. Die Möglichkeit, den Laden nicht ganz zu schliessen, sondern in nicht ganz geschlossenem Zustand als Sonnen- oder Sichtschutz einzusetzen und dabei von der Luftzirkulation zu profitieren, trägt zusätzlich zur Beliebtheit bei. Sowohl bei Holz- als auch bei Alu-Konstruktionen sind zudem Läden mit beweglichen Lamellen erhältlich.

Gestaltungselemente Schiebe- und Faltladen

Schiebe- und Faltläden sind von der Konstruktion her etwas aufwendiger. Diese werden in der Regel am oberen Ende aufgehängt und am unteren Ende zusätzlich in einer Führungsschiene gehalten. Beide Ladenarten werden nicht nur als Sicht- und Witterungsschutz eingesetzt, sondern sie dienen auch oftmals als Gestaltungselement der modernen Architektur für Wohn- und Zweckbauten.

Welches Material?

Fensterläden sind ein Fassadenbestandteil und unterliegen meistens örtlichen Vorschriften. Dieser Umstand schränkt die Materialwahl ein. Davon abgesehen ist der Charme eines Holzladens nicht zu übertreffen. Je nach verwendetem Holz ist dieser in der Anschaffung teurer als Produkte aus Aluminium oder Kunststoff und benötigt am meisten Unterhalt. Aluminium- und Kunststoffläden hingegen sind praktisch wartungsfrei. Am günstigsten sind Kunststoffläden, allerdings sollten diese nicht an allzu stark besonnten Fassaden angebracht werden, da sich vor allem sehr preisgünstige Läden verziehen können und Verwitterungserscheinungen – im Gegensatz zu Holz – kaum oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand zu beheben sind.

Neue Materialien und Kombinationen

Nebst den gebräuchlichsten Holz-, Aluminium und Kunststoffläden werden insbesondere Schiebeläden aus ästhetischen Gründen unter anderem auch mit witterungsbeständigen Stoffen bespannt oder mit Lochblechen versehen. Materialkombinationen sind ebenfalls oft bei Schiebeläden anzutreffen wie beispielsweise Aluminiumrahmen mit Holzlamellen.

Fensterläden mit Solarzellen

In jüngster Zeit werden auch Schiebe- und Klappläden angeboten, auf denen farblich angepasste Solarzellen angebracht sind. Der Solarstrom kann für die Versorgung von Niedervolt-Anlagen wie beispielsweise eine Aussenbeleuchtung genutzt oder ins Netz eingespiesen werden. Einen ähnlichen Ansatz verfolgen Solarpanels, welche oberhalb von Schiebe- oder Klappläden montiert werden. Der gewonnene Strom wird zum Betrieb eines Elektromotors verwendet, über den sich die Läden öffnen oder schliessen lassen. In der Schweiz stecken diese Solarpanels auf Fensterläden jedoch noch in den Kinderschuhen.

Vergleich Holz-, Aluminium- und Kunststoffläden

Bei den obigen Angaben handelt es sich um grobe Richtwerte ohne Gewähr, die Interessierten einen Anhaltspunkt vermitteln sollen.
  Holzläden Aluminiumläden Kunststoffläsden
Anschaffungspreis: Je nach Qualität: mittel bis hoch Je nach Ausführung: mittel bis hoch Je nach Ausführung: günstig bis mittel
Dauerhaftigkeit: Je nach Exponiertheit:
Laden-Material 20 oder mehr Jahre
Deckfarben bis zu 10 Jahren
Lasuren 2 bis 8 Jahre
Je nach Exponiertheit:
15 bis 20 oder mehr Jahre
Je nach Exponiertheit:
5 bis 15 Jahre
Unterhaltsaufwand: gross
Holzläden müssen - nebst sporadischer Reinigung - in regelmässigen Intervallen aufgefrischt werden
gering
Reinigung mit mildem Seifenwasser genügt in der Regel
gering
Reinigung mit mildem Seifenwasser genügt in der Regel
Renovation: Mit entsprechendem Aufwand können Holzläden über Jahrzehnte erhalten werden Eine Renovation von einbrennlackierten Farben ist praktisch nicht möglich Kunststoff lässt sich mit vernünftigem Aufwand praktisch nicht renovieren

ImagePoint (Michael Szönyi, GeoLand) Artikel drucken