Natursteine im Innenausbau

Dank Fortschritten in der Fertigung kosten Natursteine heute nicht mehr alle Welt. Nach oben sind die Preise allerdings offen.

Als eigentlicher Höhepunkt des Baddesigns gilt das Marmorbad.
Als eigentlicher Höhepunkt des Baddesigns gilt das Marmorbad.

(stö) Granit, Sandstein, Schiefer, Quarzit, Marmor usw.: Natursteine sind beinahe unendlich vielfältig, so werden in Europa über 1'000 Qualitäten für unterschiedlichste Anwendungsbereiche angeboten. Der Fachmann unterscheidet drei Natursteinarten:

  • Erstarrungsgesteine wie Granit, Basalt oder Trachyt
  • Ablagerungs- oder Schichtgesteine wie Sand- und Kalksteine oder Schiefer
  • Metamorphe Gesteine wie Marmor, Gneis, Quarzit oder Serpentin
Der Einsatz von Natursteinen in der Küche, im Bad, an Wänden oder auf Fensterbänken ist stets Massarbeit.
Der Einsatz von Natursteinen in der Küche, im Bad, an Wänden oder auf Fensterbänken ist stets Massarbeit.

Der Einsatz von Natursteinen in der Küche, im Bad, an Wänden oder auf Fensterbänken ist stets Massarbeit. Auch sind Unebenheiten, Farbunterschiede und Einschlüsse bei Natursteinen nicht zu verhindern – gerade diese machen aber den Reiz dieses natürlichen Materials aus.

Natursteine nur für Reiche?

Ein Vorurteil, das sich über viele Jahre gehalten hat, lautet: «Natursteine können sich nur die Reichen leisten.» Falsch! «Die Preise von Natursteinen sind in den letzten 20 Jahren im Vergleich zu allen anderen Baustoffen am stärksten gefallen», sagt Emilio Stecher vom gleichnamigen Unternehmen im luzernischen Root. So seien die günstigsten Natursteine, wie beispielsweise die brasilianischen Schiefersorten, schon ab 100 Franken pro m² fertig am Boden verlegt zu haben. Rechne man den Zeitfaktor hinzu, so sei Naturstein gar der günstigste Baustoff, da ein Natursteinbelag über Generationen hinweg niemals ersetzt werden müsse, so der Fachmann weiter. Im Vergleich zu früher werden heute etwa 80 Prozent der Natursteinplatten in Dicken ab bereits 10 Millimeter angeboten. Und da die einzelnen Platten kalibriert sind, weisen sie auch keine Dickentoleranzen mehr auf.

Pflegeleichtes Material

Natursteine sind grundsätzlich pflegeleicht. So sind die meisten Granite in der Regel unempfindlich gegen Verunreinigungen und lassen sich sehr einfach reinigen. Zwar wird Wasser aufgesogen, dieses verdunstet aber rasch. Fette und Öle lassen sich hingegen nur schwer wieder entfernen, wenn sie nicht in kurzer Zeit abgewischt werden. Als empfindlicher gelten jedoch Marmorsteine: Verschüttete Flüssigkeiten dringen in die Poren, von wo sie nur sehr aufwendig zu entfernen bzw. aufzupolieren sind. Dabei beantwortet sich die Frage nach geeigneten Reinigungsmittel für Marmor wie folgt: Was man an die Haut lässt, ist auch für Marmor in Ordnung.

Als eigentlicher Höhepunkt des Baddesigns gilt das Marmorbad. Selbstverständlich ist im Marmorbad eine Badewannenverkleidung ebenso möglich wie eine massive Wanne. Derweil gelten Küchenplatten aus Naturstein als kratzfest, hitzebeständig und bieten aufgrund ihrer Oberflächenbeschaffenheit keinen Raum für Bakterien und Ablagerungen. Auch das Sonnenlicht kann dem Farbenspiel einer Natursteinplatte nichts anhaben.

100 Prozent natürlicher Baustoff

Die gesundheitlichen Vorteile von Natursteinen sind unbestritten, zumal es sich dabei um einen 100 Prozent natürlichen Baustoff handelt, der keine schädlichen Stoffe beinhaltet und für Ruhe, Besinnung und Entspannung im Raum sorgt. Allerdings hat der Bedarf die inländische Produktion schon längst überstiegen. Wer sicher gehen will, dass importierte Steine frei von Kinderarbeit sind, sollte sich beim Lieferanten danach erkundigen oder auf das Xertifix-Gütesiegel achten, wie es beispielsweise Eckardt Natursteine AG in Volketswil anbietet.

Zusätzliche Informationen

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