Gestaltungselement Treppe

Treppen dienen in erster Linie dazu, Höhenunterschiede zu überwinden – aber bei weitem nicht nur: Sie sind auch Gestaltungselement sowie mitunter Teil der Statik von Gebäuden.

Treppen sind Gestaltungselement sowie mitunter Teil der Statik von Gebäuden.
Treppen sind Gestaltungselement sowie mitunter Teil der Statik von Gebäuden.

(stö) Was vor Urzeiten mit in den Hang geschlagenen Stufen begann, hat sprichwörtlich eine steile Karriere hinter sich: Treppen können staatstragend sein, wie die Vereidigung der US-Präsidenten auf dem Treppenaufgang zum Kapitol in Washington verdeutlicht, oder auf ihnen wird Filmgeschichte geschrieben, wie zum Beispiel die berühmte Treppe von Odessa in Sergei Eisensteins Epos «Panzerkreuzer Potemkin».

Bei der Planung einer Treppe gilt es sowohl für den Innen- als auch für den Aussenbereich einige Grundregeln zu beachten, um nach Fertigstellung unliebsame Effekte zu vermeiden. So sollte eine Treppe weder zu steil sein und noch allzu hohe Steigungshöhen aufweisen, da sich diese beim Steigen als ermüdend herausstellen können. Ebenso sind zu flach geneigte oder mit zu grossen Auftritten versehene Treppenläufe schlecht begehbar.

Sicherheit gewährleisten

Auch werden Treppen – sofern sie nicht bereits im Verlaufe des Rohbaus in Stahlbeton angefertigt worden sind – in der Regel erst nach erstelltem Rohbau geplant und ausgeführt. Im Aussenbereich kann die Treppenführung vielfach etwas flacher erfolgen, da hier oftmals mehr Platz zur Verfügung steht als innen. Hingegen sollten bei Aussentreppen auch äussere Faktoren wie Regen, Schnee und Eis in die Planung miteinbezogen und die Treppen entsprechend gesichert werden. Treppen bergen ohnehin ein Sicherheitsrisiko, vor allem für ältere Menschen. Daher sollte dem Sicherheitsaspekt genügend Gewicht beigemessen werden. Bauliche Massnahmen wie rutschfeste Beläge, flache Stufen mit deutlich erkennbaren Kanten oder eine ausreichende Beleuchtung verleihen Treppen und Treppenhäusern mehr Sicherheit.

Stufenmassformel

Üblicherweise beträgt die Steigung einer Treppe von Oberkante Tritt bis Oberkante Tritt 16 bis 19 cm und ihr Auftritt (= Trittbreite ohne Vorsprung) 26 bis 32 cm. In öffentlichen Gebäuden beträgt die Steigung oftmals nur 14 cm. Bei gerundeten Treppen beziehen sich die Horizontalmasse auf die Mitte des Auftritts. Treppen mit einem Auftritt von 29 cm und einer Steigung von 17 cm gelten zum Gehen als besonders sicher. Als Faustregel dient die sogenannte Stufenmassformel: Demnach sollten der Auftritt plus 2x die Steigung ungefähr 63 cm +/- 3 cm ausmachen.
Im Innenbereich sind heute der Fantasie kaum mehr Grenzen gesetzt. Ob aus Stahlbeton, Mauerwerk, Kunst- oder Natursteinen, ob aus Holz, Stahl, Gusseisen oder auch aus Glas oder transparenten Kunststoffen: Treppen können heute beinahe in allen beliebigen Formen und Ausführungsarten erstellt werden. Ob eine neue Treppe ein- oder zweiläufig, gerade, gebogen oder als Wendeltreppe konstruiert wird, hängt weitgehend von der örtlichen Situation und vom Geschmack der Bauherren ab. Allerdings gilt es zu unterscheiden, ob eine Treppe eine Notwendigkeit darstellt oder nicht (Stichwort Fluchtweg): So müssen unerlässliche Treppen je nach Gebäudeart bestimmten Mindestanforderungen wie z.B. in Bezug auf die Breite genügen.

Massiv oder eingestemmt

Hinsichtlich Konstruktionsweisen lassen sich grob zwei Kategorien unterscheiden: Massivtreppen, die meistens in Stahlbeton gefertigt sind und eingestemmte Treppen. Bei letzteren wird die einzelne Stufe in der seitlichen Treppenwange in eine gefräste Nut eingesetzt und mit Treppenschrauben gespannt. Im Unterschied zu diesen Wangentreppen liegen bei Balkentreppen die Trittstufen auf einem Träger auf. Eine weitere Variante sind freitragende Treppen. Dazu zählen Konstruktionen, bei denen die Treppenstufen einseitig in der Wand verankert werden, aber auch Treppen, die lediglich unten und oben einen Auflagepunkt aufweisen.

Geländer und Handläufe nicht vergessen: Diese bieten zusätzliche Sicherheit und können einer Treppe zusätzliche ästhetische Attribute verleihen. Handläufe sollten nicht höher als 115 cm und nicht tiefer als 80 cm angeordnet werden und zwar gemessen von der Stufenvorderkante bis zur Oberkante Handlauf. Ebenfalls steht eine Treppe der Barrierefreiheit im Wege. An öffentlichen Gebäuden oder anderen Einrichtungen mit Publikumszugang sollten Eingangstreppen daher mit zusätzlichen Rampen versehen werden.

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