Gestaltungselement Wandverputz

Das Verputzen von Wänden wird im Hausbau bereits seit Jahrtausenden als Technik angewendet. Verputzte Wände und Decken helfen im Innenbereich Feuchtigkeit zu regulieren und tragen so zu einem guten Raumklima bei. Gleichzeitig lassen sich mit sichtbaren Verputzen Innenräume originell gestalten.

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Verputzte Wände und Decken helfen im Innenbereich Feuchtigkeit zu regulieren und tragen so zu einem guten Raumklima bei.

(stö) Fachleute unterscheiden Verputze nach Unterputzen zur Aufnahme von Farbanastrichen oder Tapeten und sichtbaren Verputzen, sogenannten Dekorverputzen. Unser Beitrag widmet sich letzteren als Gestaltungselement im Innenbereich.

Feuchtigkeit regulieren

Die wichtigste Eigenschaft von Wandverputzen ist die Fähigkeit zur Feuchtigkeitsregulierung. Der Verputz ist in der Lage, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben. Dadurch können verputzte Wände einen wesentlichen Beitrag zu einem angenehmen Raumklima leisten.

Mineralische und Kunstharzverputze

Bei den Materialien wird grob zwischen mineralischen und Kunststoff-Verputzen unterschieden. Mineralische Verputze enthalten – nebst Sand – mineralische Bindemittel wie Kalk, Zement oder Gips. Sie werden zumeist erst vor der Verarbeitung mit Wasser angereichert. Diese als Putzmörtel bezeichnete Masse wird anschliessend auf die Wände aufgetragen. Heutzutage werden mineralische Verputze aber auch vermehrt als Fertigputz angeboten.

Wasserdampfdurchlässig

Im Gegensatz zu mineralischen Verputzen gelten Kunstharzverputze, die als Fertigputze verarbeitet werden, als sehr strapazierfähig. Sie werden meistens als Weissverputz angeboten und lassen sich – auch bei Renovationen – mit Dispersionsfarbe überstreichen. Kunstharzverputze sind der Regel diffusionsoffen, d.h. sie sind wasserdampfdurchlässig. Dadurch kann vermieden werden, dass sich unter dem Putz Wasserdampf staut, welcher Feuchtigkeitsschäden oder Schimmelpilzbefall zur Folge haben kann.

Wandverputze auch im Badezimmer

Auch in Feuchträumen wie Badezimmern steht der Verwendung von Wandverputzen nichts im Wege. In der Regel werden hierfür Kunstharzverputze verwendet. Dabei steht nicht einmal die Feuchtigkeitspufferung im Vordergrund, zumal Badezimmer nicht konstant Feuchtigkeit ausgesetzt sind, sondern vielmehr Verschmutzungen, die sich bei Kunstharzverputzen einfacher reinigen bzw. überstreichen lassen. Voraussetzung für die Verwendung von Verputzen in Feuchträumen ist allerdings eine ausreichende Belüftungsmöglichkeit.

Vielfältige Verarbeitungsmöglichkeiten

Verputze können auf sehr viele unterschiedliche Arten mit entsprechend unterschiedlicher optischer Wirkung aufgetragen werden: so wird Reibverputz mit der Kelle an der Wand verrieben und kann je nach Wusch beispielsweise mit Borsten-, Bürsten- oder Spachtelmustern ausgeschmückt werden. Rollverputze werden ähnlich wie ein Farbanstrich mit der Rolle aufgetragen. Mittels entsprechend strukturierten Rollen können wiederum verschiedene Muster erzielt werden.

Oft angewandt: Spritzverputz

Für grössere Flächen empfiehlt sich der Spritzverputz, bei dem das Verputzmaterial maschinell an die Wand gespritzt wird. Nur dem Fachmann überlassen werden sollte der Anwurfverputz. Bei dieser Technik wird das Verputzmaterial mit einer Kelle förmlich an die Wand geworfen. Dieses Vorgehen erfordert jedoch viel Übung und Können.

Zahlreiche Varianten

Nebst den meist gebräuchlichen Verputzarten wie klassische mineralische Verputze mit Kalk, Gips oder Zement sowie Kunstharzverputzen bietet Ihnen Ihr Gipser eine Vielzahl an speziellen Verputzmethoden an. So verleihen beispielsweise Lehm-Verputze bzw. Lehm-Gipsverputze der Oberfläche ein natürliches Aussehen, dies gilt auch für reine Kalkverputze. Bei Renovationen von Altbauten werden oftmals Wärmedämm-Verputze verwendet, vor allem wenn die Aussenhülle nicht isoliert werden kann.

Auch sind heute Stukkaturverputze – insbesondere an Decken – wieder vermehrt gefragt. Derweil tragen spezielle Akkustikverputze dazu bei, Schall zu schlucken und in Büroräumen können magnetische Verputze angebracht werden, welche aus einer Bürowand ein einziges grosses Pinboard machen.

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