Do-it-yourself: Arbeitsschutz beim Heimwerken

In der Schweiz verunfallen jedes Jahr rund 10‘000 Personen beim Heimwerken. Durch gute Ausrüstung, geeignete Vorsichtsmassnahmen und sichere Arbeitsweise könnten aber die meisten dieser Unfälle vermieden werden.

Mangelnde Erfahrung, Unwissenheit im Umgang mit Maschinen und Geräten, unzweckmässiger Einsatz und Zeitdruck sind die häufigsten Ursachen für Unfälle beim Heimwerken.
Mangelnde Erfahrung, Unwissenheit im Umgang mit Maschinen und Geräten, unzweckmässiger Einsatz und Zeitdruck sind die häufigsten Ursachen für Unfälle beim Heimwerken.

(stö) Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) nennt mangelnde Erfahrung, Unwissenheit im Umgang mit Maschinen und Geräten, unzweckmässiger Einsatz und Zeitdruck als häufigste Ursachen für Unfälle beim Heimwerken. Dabei sollten gerade die Sicherheitsaspekte nicht hobbymässig, sondern möglichst professionell angegangen werden.

Richtige Ausrüstung

Werkzeuge sollten nur für ihre eigentliche Bestimmung eingesetzt werden. Bei der Verwendung unsachgemässer Werkzeuge steigt die Verletzungsgefahr erheblich. Achten Sie auch stets darauf, dass sich Ihre Werkzeuge in einwandfreiem Zustand befinden. Ein Hammer, bei dem sich der Kopf gelockert hat, birgt immense Verletzungsgefahren. Und nicht auszumalen, welche Gefahren von einer Schleifmaschine oder Trennscheibe ausgehen können, bei der sich Schutzkappen gelöst haben oder gar nicht mehr vorhanden sind. Die BfU empfiehlt zudem, vor dem ersten Gebrauch einer Maschine oder eines Geräts die Betriebsanleitung genau durchzulesen und sich insbesondere mit dem Abstellmechanismus vertraut zu machen.

Körper schützen

Augen, Ohren, Atemwege, Hände und Füsse gehören beim Heimwerken besonders geschützt.

  • Augen: Schützen Sie Ihre Augen vor Splittern, Staub, Farbnebel und Flüssigkeiten mit einer geeigneten Schutzbrille. Eine normale Brille reicht hierfür nicht aus, weil diese das Auge nur nach vorne, aber nicht seitlich schützt.

  •  Ohren: Wenn’s laut wird: Stöpsel rein oder Pamir drauf. Schützen Sie Ihre Ohren vor (zu) grossem Maschinenlärm. Ein Schalldruckpegel ab 120 dB kann das Gehör dauerhaft schädigen – und dies bereits bei einem einmaligen Lärmereignis.

  • Atemwege: Atemmasken schützen vor Gasen, Dämpfen, Staub, Rauch und Nebel. Verwenden Sie je nach zu verrichtender Arbeit einen geeigneten Atemschutz. Masken, die lediglich das Eindringen von Partikeln verhindern, sind für Arbeiten mit giftigen Dämpfen nicht geeignet, da Dämpfe nur mit Aktivkohle- oder Spezialfiltern zurückgehalten werden können.

  • Hände: Ihre Hände sind Ihr wichtigstes Werkzeug: tragen Sie deshalb gut sitzende Schutzhandschuhe um die Verletzungsgefahr zu minimieren, aber auch um Ihre Hände vor Chemikalien zu schützen.

  • Füsse: Gutes, rutschfestes und geschlossenes Schuhwerk schützt nicht nur vor herabfallenden Gegenständen, sondern auch vor Rutschunfällen.

  • Binden Sie lange Haare und lose Kleider zusammen und legen Sie Halstücher und Schmuck ab.

Unfälle durch Ordnung vermeiden

Ein gut organisierter und aufgeräumter Arbeitsplatz senkt das Verletzungsrisiko beträchtlich. Achten Sie darauf, dass keine unnötigen Gegenstände am Boden herumliegen und dass Sie für alle Arbeiten stets möglichst genügend Platz haben.

Vorsicht Strom!

Die Tätigkeiten, die im Zusammenhang mit elektrischem Strom von Laien ausgeführt werden dürfen, sind sehr eingeschränkt und beschränken sich im Wesentlichen auf das Auswechseln von Lampen oder einphasigen Steckdosen. Für alle anderen Tätigkeiten heisst es: Finger weg und Fachleute beiziehen!

Zusätzliche Informationen

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