Do-it-yourself: Holzfenster selber renovieren

Die Schönheit von Holzfenstern hat ihren Preis – nicht nur bei der Anschaffung, sondern auch beim Unterhalt. Während Kunststoff- oder Metallfenster als wartungsarm gelten, benötigen Holzfenster witterungsbedingt eine regelmässige Auffrischung. Je gründlicher Sie dabei vorgehen, desto länger können Sie sich über das Ergebnis freuen.

Die Schönheit von Holzfenstern hat ihren Preis – nicht nur bei der Anschaffung, sondern auch beim Unterhalt.
Die Schönheit von Holzfenstern hat ihren Preis – nicht nur bei der Anschaffung, sondern auch beim Unterhalt.

Zunächst stellt sich für den Heimwerker die Frage, ob er die Holzfenster lackieren oder lasieren soll. Diese Frage beantwortet Ihnen das Holzfenster eigentlich von alleine, denn die Fenster sollten stets mit jenem Anstrich nach- oder neubehandelt werden, der sich bereits zuvor darauf befunden hat, ausser Sie versetzen das Holzfenster wieder vollständig in den Rohzustand.

Zudem sollten Sie darauf achten, dass Lasuren und Deckfarben (Lacke) von möglichst gleicher Qualität verwendet werden wie jene, die bereits mit dem älteren Anstrich aufgetragen worden ist. Auf diese Weise lassen sich Blasen oder anderweitig unerwünschte Effekte wie dunkle Flecken insbesondere durch unterschiedliche Lacke vermeiden. Wenn Sie sich nicht sicher sind, kann Ihnen der Fensterhersteller mit weiteren Informationen weiterhelfen. 

Lacke für den neuen Look

Wenn Sie Ihren Fenster einen neuen Look verpassen wollen, setzen Sie am besten Lacke ein. Diese besitzen eine grosse Deckkraft und sind meist robust gegen Wettereinflüsse wie Nässe, Hitze oder Kälte und UV-Strahlung. Bei den Lacken wird unterschieden zwischen:

Acryllacke: Dabei handelt es sich um umweltverträgliche und wasserlösliche Lacke, die sich besonders für die Bearbeitung der Fenster-Innenseite eignen. Kunstharzlacke sind hingegen chemiebasierte und damit auch umweltschädlichere Lacke. Sie kommen für die Renovation der Fensteraussenseite in Frage, da sie eine höhere Robustheit gegen Witterungseinflüsse aufweisen.

Wollen Sie die ursprüngliche Maserung des Holzes beibehalten, setzen Sie auf Lasuren. Auch hier gilt es zu unterscheiden. Dünnschichtlasuren dringen tief ins Holz ein, schützen dieses aber nicht vor Feuchtigkeit und Flüssigkeit. Entsprechend werden sie eher im Innenbereich angewendet. Dickschichtlasuren bilden hingegen eine Schicht, die das Material effektiv vor Witterungseinflüssen schützt.  

Wichtig: Gute Vorbereitung

Eine gute Vorbereitung ist bei Do-it-yourself-Arbeiten mehr als die halbe Miete. Stellen Sie das benötigte Material und alle Werkzeuge im Voraus zusammen. So können Sie gleich loslegen.

  • Schwierigkeitsgrad: leicht (Lasur-Behandlung) bis mittel (Lack-Behandlung)
  • Zeitaufwand: Ohne die Trocknungszeiten ist der zeitliche Aufwand verhältnismässig kurz. Je nach Beschaffenheit des zu behandelnden Holzfensters entfällt die meiste Zeit auf das Schleifen. Falls Sie mehrere Fenster behandeln, lohnt sich der Einsatz einer elektrischen Schleifmaschine, die in Baufachmärkten auch gemietet werden kann. Planen sie für das Schleifen in jedem Fall ein bis zwei Stunden pro Fenster ein.

Profitipps

  • Tragen Sie Lacke stets zuerst mit dem Pinsel auf und fahren Sie anschliessend gleich mit einer etwas mit Lackfarbe getränkten Rolle darüber. Auf diese Weise wird die Oberfläche schöner und Sie vermeiden sogenannte Nasen aus Lackfarbe.

  • Es lohnt sich, nach jedem Bestreichen mit Lack das Abdeckband auf der Glasfläche zu entfernen und wieder neu anzubringen, damit zwischen dem Klebband und der getrockneten Farbe keine Abbrüche entstehen.

  • Sollte das Holzfenster Pilzbefall aufweisen, sind Sie mit dem Gang zum Fachmann gut beraten.

  • Wenn Sie die Innen- und Aussenseite des Fensters behandeln, so empfiehlt sich das Streichen bei wieder eingehängtem Fenster, da Sie auf diese Weise beide Seiten gleichzeitig streichen können.
Zusätzliche Informationen

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