Do-it-yourself: Biotop selber anlegen

Natürliche Gartenteiche sind nicht nur eine Oase der Erholung, sondern sie bieten Pflanzen und Tieren einen funktionierenden Lebensraum. Ein Biotop selber bauen ist einfacher als man denkt. Dabei gilt es aber, einige Grundsätze zu beachten.

Natürliche Gartenteiche sind nicht nur eine Oase der Erholung, sondern sie bieten Pflanzen und Tieren einen funktionierenden Lebensraum.
Natürliche Gartenteiche sind nicht nur eine Oase der Erholung, sondern sie bieten Pflanzen und Tieren einen funktionierenden Lebensraum.

(stö) Der Erfolg Ihres neuen Biotops hängt stark von einer guten Planung ab. Grösse und Lage sind entscheidende Faktoren, damit später die Natur das Zepter übernehmen kann.

Besser grösser als klein

Idealerweise sollte ein Naturteich eine Fläche von mindestens 15 Quadratmeter, besser sogar 30 aufweisen. Ebenso sollte der tiefste Punkt, die sogenannte Tiefwasserzone, mindestens bis 80 cm unter die Wasseroberfläche reichen. Zu kleine Teiche erwärmen sich im Sommer rasch, was den Algenbefall begünstigt. Im Winter wiederum gefrieren zu kleine Biotope bis auf den Grund. Larven und andere Kleinstlebewesen würden dies nicht überleben. Auch entwickelt sich bei grösserem Volumen das natürliche Gleichgewicht besser.

Aus diesem Grund erläutern wir in unserer Anleitung den Bau eines Folienteichs, da vorfabrizierte Kunststoffbecken tendenziell eher klein sind. Zudem bietet ein Folienteich grösseren Gestaltungsspielraum.

Halb im Schatten – halb in der Sonne

Das Biotop sollte um das Haus nach Osten oder Westen ausgerichtet werden. Ideal ist, wenn dieses im Sommer etwa während fünf bis sechs Stunden Sonnenschein erhält. Der Teich sollte nicht allzu nah bei Bäumen oder Büschen angesiedelt werden, weil im Herbst das fallende Laub die Wasserqualität beeinträchtigt. 

Richtig bepflanzen

Der Fachhandel bietet ein grosses Sortiment an Wasserpflanzen. Achten Sie dabei auf teichklärende und sauerstoffzuführende Pflanzen. Als sehr gut geeignet gelten u.a.:

  • Blutweiderich

  • Gelbe Sumpfschwertlilie

  • Grosse Mummel

  • Schwanenblume

  • Sumpf-Dotterblume

  • Wasserhahnenfuss 

Die Bepflanzung des Biotops erfolgt von unten nach oben (gleichzeitig mit dem Befüllen mit Wasser). Verwenden Sie kein anderes Setzmaterial als gewaschener Kies. Muttererde enthält zu viele Nährstoffe, welche wiederum die Bildung von Algen fördern. Setzen Sie ausschliesslich einheimische Pflanzen. Mit exotischen Pflanzen halten Sie Tiere vom Einnisten ab. Letztere kommen übrigens schon nach kurzer Zeit von alleine.

Fische: Ja oder nein?

Die Antwort lautet: eher nicht. Das Einsetzen von Fischen ist nur bei grossen Biotopen sinnvoll und erfordert eine Filteranlage. Das ökologische Gleichgewicht, das sich bei rein pflanzlichen Biotopen im Idealfall von alleine einstellt, muss beim Aussetzen von Fischen vielfach künstlich unterstützt werden. Wenn Sie aber nicht auf Fische verzichten möchten, dann setzen Sie diese erst nach etwas zwei Jahren aus, nachdem sich das ökologische Gleichgewicht gut einspielt hat.

Regelmässige Pflege

Ganz ohne Pflege geht es nicht:

  • Falls die Pflanzen überhand nehmen, sollten Sie diese reduzieren.

  • Ebenso muss das Biotop – vor allem im Herbst – von Blättern und weiteren organischen Materialien befreit werden.

  • Ein Laubschutznetz beugt im Herbst einem Überhang an Biomasse im Teich vor.

Aufwand / Schwierigkeit

  • Schwierigkeitsgrad: mittel

  • Zeitaufwand: ca. 2 Tage

Profitipps

  • Verlegen Sie die Folie beim warmen Wetter. Dadurch ist sie elastischer und lässt sich leichter der Umgebung anpassen.

  • Befüllen Sie den Teich Stück um Stück. So können Sie die Teichpflanzen im Trockenen pflanzen und anschliessend unter Wasser setzen.

  • Wasserpflanzen sind schnellwüchsig. Üben Sie daher zu Beginn Zurückhaltung mit deren Anzahl. So vermeiden Sie, dass das Biotop schnell zuwuchert.
Zusätzliche Informationen

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