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Förderbeiträge: Geld für energieeffizientes Bauen

Kantone, Gemeinden und Energieversorger unterstützen Hausbesitzer finanziell, wenn sie energieeffizient bauen respektive erneuerbare Heizsysteme berücksichtigen. Das müssen Sie wissen!

Bei der Förderung von erneuerbaren Energien stehen Holzheizungen, thermische Solaranlagen sowie der Ersatz von Elektro- und Ölheizungen im Fokus.
Bei der Förderung von erneuerbaren Energien stehen Holzheizungen, thermische Solaranlagen sowie der Ersatz von Elektro- und Ölheizungen im Fokus.

(knü) Die Politik fordert und die öffentliche Hand fördert: Um die Ziele der Energiestrategie des Bundes zu erreichen, verschärfen die Kantone ihre Bauvorschriften. Parallel dazu schaffen sie gemeinsam mit dem Bund neue Anreize für das energieeffiziente Bauen und den Einsatz von erneuerbaren Energie. Die aktuelle Kampagne von EnergieSchweiz heisst: «erneuerbar heizen»; bei einem anstehenden Heizungsersatz können sich Hauseigentümer unabhängig und teilweise kostenlos beraten lassen.

Doch der öffentlichen Aufklärung und Unterstützung nicht genug: Hausbesitzer, die sich für den Verkauf oder Erwerb einer Liegenschaft über die energetische Qualität informieren wollen, können einen Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK) anfordern. Dieser beinhaltet eine fachliches Gutachten, wobei der Expertenaufwand von den meisten Kantonen finanziell entschädigt wird. Und wer sich danach für eine umfassende Sanierung entscheidet, darf ein weiteres Fördergesuch an die Kantone stellen. Deren Energiefachstellen unterstützen eine energetische Erneuerung von Bestandsbauten finanziell, wenn die strengen Vorgaben des nationalen Gebäudeprogramms eingehalten sind.

Unabhängig davon können auch Förderbeiträge für die Installation von CO2-freien oder klimaneutralen Heizsystemen beantragt werden. Deshalb nun der Reihe nach, welche Gesuche an welche öffentlichen Ämter zu stellen sind respektive welche Bedingungen zu erfüllen sind.

Der Gebäudeenergieausweis der Kantone GEAK

Kennen Hausbesitzer und Käufer den wahren Wert einer Liegenschaft? Die energetische Qualität einer Immobilie darf dabei nicht unterschätzt werden. Doch die periodischen Brennstoff- oder Stromrechnungen geben nur ein unzureichendes Bild über den jährlichen Energiekonsum. Eine systematischere und einheitlichere Bewertung ermöglicht dagegen der Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK). Vergleichbar einer Energieetikette für Elektrogeräte klassiert der GEAK die Energieeffizienz eines Gebäudes von A bis G.

Einige Kantone wie Bern verlangen diesen Ausweis, um Effizienzmassnahmen bei Neubauten oder Gebäudesanierungen zu fördern. Ebenso fordern einzelne Banken einen GEAK an, als Grundlage für ein Hypothekargeschäft.

Dabei gilt: Die Gebäudeanalyse kann zur detaillierten Sanierungsempfehlung erweitert werden. Dieses Beratungspaket nennt sich GEAK plus; die meisten Kantone unterstützen die Begutachtung durch akkreditierte Fachpersonen mit einem Förderbeitrag.

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Das Gebäudeprogramm

«Das Gebäudeprogramm» ist eine nationale Energieförderinitiative mit dem Zweck, den Energiefussabdruck des Gebäudeparks zu verkleinern. Bund und Kantone teilen sich dabei die Arbeit: Der Bund stellt das Geld zur Verfügung, das aus der CO2-Abgabe für fossile Treib- und Brennstoffe stammt. Damit fördern die Kantone die energetische Erneuerung von Wohn- und Geschäftshäusern, wofür ein Gesuch gestellt werden kann. Hausbesitzer müssen sich unabhängig vom Gebäudestandort jedoch an gewisse Sanierungsmassnahmen an der Gebäudehülle halten, wie die Dämmung von Dächern und Fassaden und/oder einen Fensterersatz. Fördergesuche sind vor Baueingabe bei der jeweiligen kantonalen Energiefachstelle einzureichen.

Schweizweit werden im Durchschnitt knapp 200 Mio. Franken jährlich an Fördergeldern ausbezahlt. Die Unterstützung aus dem nationalen Gebäudeprogramm kann bei einzelnen Erneuerungsobjekten mehr als die Hälfte des Projektbudgets betragen. Auf der Webseite des Gebäudeprogramms sind einige realisierte Beispiele ausführlich dokumentiert.

Kantonale Förderprogramme: erneuerbare Energien im Fokus

Ergänzend dazu bieten die meisten Kantone eigene Energieförderprogramme an. Mit diesen Beiträgen sollen ein Teil des Mehraufwands für erneuerbare Energien und der Ersatz von fossilen durch ökologische Heizungssysteme entschädigt werden. Zusätzlich richten kantonale Energiefachstellen Bonusbeiträge für besonders vorbildliche Neubau- oder Sanierungskonzepte sowie für die Zertifizierung nach dem Minergie-Standard aus. Wichtig ist auf jeden Fall: Fördergesuche sind zwingend vor Baubeginn einzureichen.

Förderangebote von Gemeinden und Energiewerken

Förderbeiträge für energetisch pionierhafte Bauten und erneuerbare Energien richten bisweilen auch Städte und Gemeinden sowie regionale Energieversorger aus. Unabhängige Energieberatungsstellen können über die vielfältigen Fördermassnahmen und Beitragsoptionen orientieren. Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich betreiben zudem ein nationales Infoportal, das standortspezifische Suchabfragen für die laufenden Förderprogramme erlaubt.

Gut zu wissen ist auch: Investitionen für energetische Gebäudesanierungen erlauben oft einen Steuerabzug. Dasselbe gilt auch für Rückbaukosten bei einem Ersatzneubau. Die Abzugsmodalitäten sind kantonal geregelt, weshalb Wegleitungen oder Auskünfte bei den Steuerämtern einzuholen sind.

Energieförderung im Kanton Bern

Die Energieförderprogramme der Kantone leiden an Unbeständigkeit: Die meisten Budgets werden jährlich gesprochen und laufend kommen neue Vorgaben dazu. Deshalb lautet die wichtigste Empfehlung für Hausbesitzer: sich frühzeitig bei Gemeinde oder Kanton zu informieren. Auch der Kanton Bern hat seine Förderanreize per März 2020 neu angepasst: Ab sofort wird ein Ersatz von Ölheizungen durch eine Wärmepumpe, eine Holzheizung oder den Anschluss an ein Wärmenetz mit mindestens 10’000 Franken unterstützt.

Finanziell gefördert wird ebenfalls die Realisierung von Plusenergiebauten, Neubauten oder Ersatzneubauten mit Standard Minergie-A oder Minergie-P respektive eine Gebäudesanierung gemäss GEAK-Effizienzklasse A oder B. Wird nur die Gebäudetechnik verbessert, hält das kantonale Förderprogramm weitere Offerten bereit. Bei den erneuerbaren Energie werden folgende Massnahmen gefördert:

Detaillierte Informationen zu den aktuellen Förderangeboten im Kanton Bern sind auf folgender Webseite erhältlich. 

Energieförderung im Kanton Zürich

Die Förderbeiträge des Kantons Zürich für das laufende Jahr 2020 sind spärlicher als in Bern. Sie sehen jedoch zusätzlich zum «Gebäudeprogramm» folgende Beratungsmassnahmen vor:

  • Impulsberatung für EnergieSchweiz-Kampagne «erneuerbar heizen»

  • Analyse für GEAK-Plus-Beratungsbericht  

Die Fördermassnahmen des Kantons Zürich sind auf folgender Webseite einsehbar.

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