Einspeisevergütung für Strom aus erneuerbaren Energiequellen

Die kostendeckende Einspeisevergütung fördert noch bis Ende 2022 Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen. Für Betreiber von Solaranlagen ist bis 2030 die Einmalvergütung gültig.

Die 2009 eingeführte KEV ist ab 2018 als Einspeisevergütung verfügbar.
Die 2009 eingeführte KEV ist ab 2018 als Einspeisevergütung verfügbar.

(mb) Besitzer von Photovoltaikanlagen und anderen Kraftwerken (Wind, Biomasse, Wasserkraft, Geothermie) haben grundsätzlich Anspruch auf Förderung mittels Einspeisevergütung, welche die Produktion von Strom aus erneuerbaren Energieträgern entschädigt. Damit soll der Anteil erneuerbarer Energien gesteigert werden; seit 2006 ist der Produktionsertrag aus neuer erneuerbarer Energie mehr als verdreifacht worden. 

Seit Einführung der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) ab 2009 wird die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien massgeblich gefördert. Das neue Energiegesetz gibt folgende Richtwerte vor: 

  • 2020 mindestens 4,4 TWh Strom

  • 2035 mindestens 11,4 TWh Strom

Ab 2018 überführte man das bisherige Förderprogramm in ein kostenorientiertes Einspeisevergütungssystem mit Direktvermarktung. Weil die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) Ende 2022 ausläuft, werden bis dahin nur einige Anlagen von der Warteliste abgebaut. Anlagen ohne bisherige Förderung werden aus dem Einspeisevergütungssystem ausgeschlossen und in das neue Fördermodell überführt. Für gewisse Kleinwasserkraftwerke und Biomasse-Kraftwerke sind deshalb neu Investitionsbeiträge erhältlich. 

Förderung von PV-Anlagen

Die Einmalvergütung wird damit zum Hauptfördersystem für PV-Anlagen: 

  • Anlagen bis 100 kW profitieren seit Anfang 2018 von der Einmalvergütung für kleine Anlagen (KLEIV). Die Wartezeit für neuangemeldete Anlagen beträgt 2 Jahre. Priorität haben Anlagen der bestehenden Warteliste, die nach Inbetriebnahmemeldung abgebaut wird.

  • Betreiber von Grossanlagen ab 100 kW können die Einmalvergütung für grosse Anlagen (GREIV) beantragen. Neuanmeldungen müssen mit einer Wartefrist von rund 6 Jahren rechnen, weil zunächst Anlagen der Warteliste bearbeitet werden und deren Abbau nach Anmeldedatum erfolgt. 

Abbau der Warteliste

Laut Bundesamt für Energie befinden sich aktuell 12400 PV-Anlagen auf der Warteliste für eine KLEIV. 2018 wird diese an 6600 Anlagen ausbezahlt, die bis September 2015 in Betrieb gegangen sind. Weitere 5800 Anlagen, die bis Ende 2017 in Betrieb gegangen sind, profitieren 2019 von der KLEIV. Rund 3000 Anlagen mit Anmeldedatum vor 2018 befinden sich derzeit auf der Warteliste für eine GREIV. 

Bauteil-Funktion mit Stromproduktion 

Um die Leistung von 1 kWp (Kilowatt Peak) zu erreichen, ist mit modernen Solarzellen eine Fläche von rund 8 m2 notwendig. Diese produziert jährlich etwa 950 kWh Strom. Eine integrierte PV-Anlage übernimmt neben der Stromproduktion auch eine Bauteil-Funktion, zum Beispiel als Ersatz der Ziegel auf dem Dach oder als Fassadenelemente an der Hauswand respektive als Beschattungselement.

Finanzierung durch Strombezüger

2.3 Rappen für jede verbrauchte Kilowattstunde: Soviel zahlen die Stromkonsumenten mit der Stromrechnung in den sogenannten Netzzuschlagsfonds ein. Insgesamt kommen jährlich rund 1.3 Milliarden Franken für die Finanzierung der folgenden Massnahmen zusammen: das Einspeisevergütungssystem, die Einmalvergütungen für Photovoltaikanlagen, die Investitionsbeiträge für Biomasse-, Klein- und Grosswasserkraftanlagen, die Marktprämie für die Grosswasserkraft, die wettbewerblichen Ausschreibungen für Stromeffizienz, die Erkundungsbeiträge und Risikogarantien für Geothermie-Projekte, die Gewässersanierungsmassnahmen, die noch laufenden Verpflichtungen aus den bisherigen Vergütungsinstrumenten (KEV und Mehrkostenfinanzierung) sowie die jeweiligen Vollzugskosten.

Finanzierung durch Strombezüger
Finanzierung durch Strombezüger

SSES (Karl-Heinz Hug, Brigitte Marassi) Artikel drucken