Der Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK)

Mit dem Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK) erhalten Hauseigentümer Auskunft über die energetische Qualität ihres Hauses. Die Begutachtung durch einen Experten kann um eine spezifische Sanierungsempfehlung ergänzt werden.

Immer mehr Menschen möchten beim Kauf eines Hauses wissen, wie hoch dessen Energieverbrauch ist.
Immer mehr Menschen möchten beim Kauf eines Hauses wissen, wie hoch dessen Energieverbrauch ist.

(pd/ted/knü) Langjährige Hausbesitzer oder angehende Käufer müssen wissen, was ihr (künftiges) Eigentum wert sein soll. Doch nicht nur das Finanzielle interessiert; immer häufiger wird beim Erwerb einer Immobilie auch nach deren energetischen Qualität gefragt. Gewisse Aussagen können zwar aus dem jährlichen Energieverbrauch abgelesen werden. Aber um eine einheitliche Bewertungspraxis durchzusetzen, wurde der freiwillige Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK). Vor über fünf Jahren eingeführt. Dieser Einheitsausweis klassiert ein Gebäude mit einer Energieeffizienzkategorie zwischen A und G – analog einem Haushaltsgerät. Die Klassierung soll die Transparenz bei Kauf- und Mietentscheiden verbessern und einen Vergleich mit anderen Gebäuden ermöglichen. Der Kanton Bern verlangt bei der Förderung von Effizienzmassnahmen bei Neubauten und Gebäudesanierungen jeweils die GEAK-Klasse A respektive B. Die Analyse für den GEAK plus wird ebenfalls mit einem finanziellen Förderbeitrag unterstützt. Einzelne Banken fordern den GEAK ebenfalls ein, wenn ein Hypothekargeschäft mit Minergie- oder anderweitigen Sonderkonditionen abgeschlossen werden soll.

Energetische Qualität und Sanierungsberatung

Die GEAK Kategorie A oder B erreichen meistens nur Neubauten. Umfassend sanierte und danach eventuell mit einem Minergie-Zertifikat ausgezeichnete Wohnhäuser gehören oft der Klasse B oder C an. Derweil sind 40 Jahre alte, noch nicht erneuerte Objekte in den meisten Fällen der G-Klasse zugeteilt.

Bewertet werden zwei Ebenen, zum einen die Effizienz der Gebäudehülle, womit die Qualität der Wärmedämmung von Wand, Dach und Boden sowie der Fenster gemeint ist; zum anderen die Gesamtenergieeffizienz des Gebäudes. Dazu zählt neben der Heizung die weitere Gebäudetechnik für die Erzeugung von Warmwasser sowie der Stromverbrauch. Der Anteil der erneuerbaren Energien bestimmt die Einteilung in eine bessere Effizienzklasse mit. Der Energiebedarf eines Gebäudes wird dagegen mittels abgefragter Eingabedaten zur Gebäudehülle und zur Haustechnik ermittelt, dabei werden der berechnete und effektiv gemessene Energiebedarf miteinander verglichen.

Unterschiedliche Analyseniveaus

Die GEAK-Lightversion umfasst ein Onlinetool, das von einem Hauseigentümer selbstständig verwendet werden kann. Berechnungsgrundlage sind die effektiven Energieverbrauchswerte sowie Standardangaben. Resultat ist ein erster Hinweis, welches Sparpotenzial ausgeschöpft werden kann. Darauf basierend kann eine vertiefte Beurteilung durch einen GEAK-Experten erfolgen, der seinerseits eine GEAK plus-Analyse durchführt. In einem professionnellen Beratungsbericht wird das Spektrum der effektiv möglichen Erneuerungsmassnahmen aufgezeigt. Die Liste der anerkannten Experten ist auf www.geak.ch nach Region geordnet abrufbar.

Die Leistungen sind national standardisiert, die Kosten für das Ausstellen eines Ausweises fallen aber regional und abhängig von den Experten sehr unterschiedlich aus. Eigentümer von Einfamilienhäusern müssen mit Kosten bis zu 1200 Franken rechnen; im Kanton Bern werden rund zwei Drittel davon entschädigt. Hilfreich für eine effiziente Beurteilung ist, wenn Pläne und die Energierechnungen der letzten drei Jahre zur Verfügung gestellt werden können. Nach Abschluss einer allfälligen Sanierung kann der GEAK jedoch zu günstigen Bedingungen aktualisiert werden.

Nicht nur im Kanton Bern auch andere kantonale Energiefachstellen sowie Gemeinden unterstützen die Erarbeitung einer GEAK-Analyse finanziell.

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