Der Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK)

Mit dem Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK) erhalten Hauseigentümer Auskunft über die energetische Qualität ihres Hauses. Die Begutachtung durch einen Experten kann um eine spezifische Sanierungsempfehlung ergänzt werden.

Immer mehr Menschen möchten beim Kauf eines Hauses wissen, wie hoch dessen Energieverbrauch ist.
Immer mehr Menschen möchten beim Kauf eines Hauses wissen, wie hoch dessen Energieverbrauch ist.

(pd/ted/knü) Langjährige Hausbesitzer oder angehende Käufer müssen wissen, was ihr (künftiges) Eigentum wert sein soll. Doch neben dem Finanziellen interessiert beim Erwerb einer Immobilie auch deren energetische Qualität. Gewisse Aussagen können zwar aus dem jährlichen Energieverbrauch abgelesen werden. Aber um eine einheitliche Bewertungspraxis durchzusetzen, wurde vor über acht Jahren der freiwillige Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK) eingeführt. Dieser Einheitsausweis klassiert ein Gebäude mit einer Energieeffizienzkategorie zwischen A und G – analog einem Haushaltsgerät. Die Klassierung soll die Transparenz bei Kauf- und Mietentscheiden verbessern und einen Vergleich mit anderen Gebäuden ermöglichen.

Grundsätzlich ist der GEAK freiwillig, doch in einigen Kantonen bei Handänderungen oder der Beantragung von Förderbeiträgen obligatorisch. Der Kanton Bern verlangt bei der Förderung von Effizienzmassnahmen bei Neubauten und Ersatzneubauten jeweils die GEAK-Klasse A. Für Gebäudesanierungen sind GEAK-Klasse A respektive B notwendig. Die Analyse für den GEAK plus wird ebenfalls mit einem finanziellen Förderbeitrag unterstützt. Einzelne Banken fordern den GEAK ebenfalls ein, wenn ein Hypothekargeschäft mit Minergie- oder anderweitigen Sonderkonditionen abgeschlossen werden soll.

Energetische Qualität und Sanierungsberatung

Die GEAK Kategorie A oder B erreichen meistens nur Neubauten. Umfassend sanierte und danach eventuell mit einem Minergie-Zertifikat ausgezeichnete Wohnhäuser gehören oft der Klasse B oder C an. Teilweise gedämmte Gebäude mit vereinzelten neuen gebäudetechnischen Komponenten entsprechen der Klasse E. Derweil sind 40 Jahre alte, noch nicht erneuerte Objekte in den meisten Fällen der G-Klasse zugeteilt.

Bewertet werden zwei Ebenen, zum einen die Effizienz der Gebäudehülle, womit die Qualität der Wärmedämmung von Wand, Dach und Boden sowie der Fenster gemeint ist; zum anderen die Gesamtenergieeffizienz des Gebäudes. Dazu zählen neben der Heizung die weitere Gebäudetechnik für die Erzeugung von Warmwasser sowie der Stromverbrauch. Der Anteil der erneuerbaren Energien bestimmt die Einteilung in eine bessere Effizienzklasse mit. Der Energiebedarf eines Gebäudes wird dagegen mittels abgefragter Eingabedaten zur Gebäudehülle und zur Haustechnik ermittelt, dabei werden der berechnete und effektiv gemessene Energiebedarf miteinander verglichen.

Unterschiedliche Analyseniveaus

GEAK-Light umfasst ein Onlinetool, das von einem Hauseigentümer selbstständig verwendet werden kann. Berechnungsgrundlage sind die effektiven Energieverbrauchswerte sowie Standardangaben. Resultat ist ein erster Hinweis, welches Sparpotenzial ausgeschöpft werden kann. Darauf basierend kann eine vertiefte Beurteilung durch einen GEAK-Experten erfolgen, der seinerseits eine GEAK plus-Analyse durchführt. In einem professionellen Beratungsbericht wird das Spektrum der effektiv möglichen Erneuerungsmassnahmen aufgezeigt. Die Liste der anerkannten Experten ist auf www.geak.ch nach Region geordnet abrufbar.

Die Leistungen sind national standardisiert, die Kosten für das Ausstellen eines Ausweises fallen aber regional und abhängig von den Experten sehr unterschiedlich aus. Eigentümer von Einfamilienhäusern müssen mit Kosten bis zu 1200 Franken rechnen; im Kanton Bern werden rund zwei Drittel davon entschädigt. Hilfreich für eine effiziente Beurteilung ist, wenn Pläne und die Energierechnungen der letzten drei Jahre zur Verfügung gestellt werden können. Nach Abschluss einer allfälligen Sanierung kann der GEAK jedoch zu günstigen Bedingungen aktualisiert werden.

Nicht nur im Kanton Bern auch andere kantonale Energiefachstellen sowie Gemeinden unterstützen die Erarbeitung einer GEAK-Analyse finanziell.

Quelle: www.geak.ch
Alter des Gebäudes Dokument-Typ Gültigkeitsdauer
mind. 4 Jahre GEAK 10 Jahre
0 bis 3 Jahre GEAK für neue Gebäude 10 Jahre
Projekte in Planung Provisorischer GEAK 3 Jahre

Der GEAK-Bericht enthält folgende Angaben:

  • die Daten zum geprüften Objekt

  • die grafische Darstellung der Energieklasse von Gebäudehülle und Gebäudetechnik

  • die Kenndaten der Standardnutzung des Gebäudes

  • den Energiebedarf des Gebäudes bei Standardnutzung

  • die Unterschrift des Experten, mit dem er für die Richtigkeit der Daten bürgt

  • die Beschreibung des Gebäudes

  • die Beschreibung der aktuellen eingesetzten Gebäudetechnik

  • die effektiven Verbrauchsdaten

  • eine grobe Beurteilung der einzelnen Bauteile und der Haustechnik sowie Hinweise zum aktuellen Zustand

  • Hinweise zu Erneuerungen

  • Empfehlungen zu energietechnischen Massnahmen

  • einen Beschrieb von Gebäudehülle, Heizung, Warmwasserbereitung und des übrigen Elektrizitätsbedarfs

  • Hinweise zum Benutzerverhalten

  • weitere Informationen

Ein GEAK ist nur unter folgenden Bedingungen gültig:

  1. Ein zertifizierter Experte muss den Prozess zur Erstellung eines GEAK-Dokuments vollständig durchführen.

  2. Das GEAK-Dokument ist vollständig und vom aufgeführten zertifizierten Experten unterzeichnet.

  3. Die Nutzung des Gebäudes hat nicht geändert.

  4. Die höchste Version / das jüngste Datum definiert den gültigen GEAK, wenn mehrere Dokumente vorhanden sind.

  5. Die Gültigkeitsdauer ist noch nicht abgelaufen.

  6. Experte hat die Angaben wahrheitsgetreu ausgefüllt.

  7. Keine wesentlichen Änderungen am Gebäude mit Folgen für den Heizwärmebedarf wurden getätigt.

Quelle: www.geak.ch

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