Heizen mit Bodenheizung

Bei 10 Grad minus Temperaturen draussen in der Wohnung wohlig barfuss herumlaufen – ein ökologischer Unsinn? Keineswegs! Bodenheizungen sind besser als ihr Ruf und erfreuen sich deshalb wachsender Beliebtheit.

Heute sind Bodenheizungen sowohl in Neu- als auch in Altbauten kaum mehr wegzudenken.
Heute sind Bodenheizungen sowohl in Neu- als auch in Altbauten kaum mehr wegzudenken.

(stö) Bereits die alten Römer wussten die Vorteile von geheizten Bodenflächen zu schätzen. Heute sind Bodenheizungen sowohl in Neu- als auch in Altbauten kaum mehr wegzudenken und das aus guten Gründen, wovon der wichtigste sicher die im Vergleich zu anderen Heizungen tiefere Betriebstemperatur ist.

Geringerer Energieverbrauch

Bodenheizungen arbeiten nach dem Niedertemperaturprinzip: Wenn für Radiatore eine sogenannte Vorlauftemperatur von 60 oder mehr Grad Celsius Voraussetzung ist, um einen Raum aufheizen zu können, liefert bei Niedertemperaturheizungen bereits eine Vorlauftemperatur von 30 Grad wohlige Wärme im ganzen Raum. Daher bieten sich Niedertemperaturheizungen vor allem auch in Kombination mit Wärmepumpen und/oder im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien wie z.B. solarthermischen Anlagen an.

Bei den heutigen Komplettlösungen lassen sich nicht nur die Zimmer, sondern vielfach sogar bereits Teile davon individuell regeln, sodass jeder Ort der Wohnung die gewünschte Temperatur aufweist. Gerade bei Neubauten empfehlen sich Bodenheizungen nicht zuletzt auch aus wirtschaftlichen Gründen, nebst den günstigeren Betriebskosten ist der Einbau einer Flächenheizung nicht oder nur unwesentlich teurer als der Einsatz von Heizkörpern.

Angenehme Wärme

Nebst dem geringeren Energieverbrauch (je nach Hersteller und Quelle soll dieser 10 bis 20 Prozent tiefer als bei Normaltemperatur-Radiatoren liegen) und ästhetischen Aspekten fallen auch die «gefühlten» Vorteile ins Gewicht: So empfinden Menschen Strahlungswärme als angenehmer als die von Radiatoren aufgeheizte Luft. Gleichzeitig ist bei Bodenheizungen die gefühlte Raumtemperatur höher als bei Heizkörpern, was eine Absenkung der Raumtemperatur um bis zu 2 Grad ohne Komfortverlust ermöglicht. Auch wirbelt Strahlungswärme bedeutend weniger Haus- und Feinstaub oder Milben auf als aufgeheizte Luft; dies ist nicht zuletzt für Allergiker von grosser Bedeutung. Die einzige Einschränkung für Bodenheizungen betrifft Menschen mit Durchblutungsstörungen.

Warmwasserrohre oder elektrische Heizleitungen

Es gibt zwei Systeme von Fussbodenheizungen: Die populäre Variante mit im Boden verlegten Warmwasserleitungen oder elektrische Leitungen, die sich durch ihren Widerstand aufwärmen lassen. Warmwassersysteme gelten als Standard für Neubauten, während für Altbauten Elektro-Fussbodenheizungen – oftmals in Ergänzung zu weiteren Systemen – in Frage kommen können. Für elektrische Bodenheizungen sprechen das kleinere Gewicht sowie die geringe Einbauhöhe, wodurch sich diese Systeme vor allem für die Nachrüstung von niedrigen Räumen eignen. Die Kantone beraten allerdings über ein Verbot für die Neuinstallation von Elektro-Direktheizungen. Zudem sind bereis heute Warmwassersysteme mit einer Einbauhöhe von weniger als 10 mm auf dem Markt, welche sich ebenfalls für Sanierungen von Altbauten ohne komplett neuen Bodenaufbau eignen.

Bei der Verlegung von Warmwasser-Bodenheizungen werden wiederum zwei Systeme angeboten: Einerseits die «nasse» Verlegung der Heizleitungen als Teil des Unterlagsbodens und andererseits «trockene» Systeme, bei denen die Wasserrohre auf oder in vorgefertigten Modulen – zumeist aus Kunststoff – verlegt und mit dem gewünschten Bodenbelag versehen werden. Die zweite Variante verfügt über den Vorteil einer geringeren Reaktionszeit. Räume lassen sich so innerhalb einer halben Stunde oder weniger auf eine angenehme Zimmertemperatur aufheizen, während Heizungen im Unterlagsboden wesentlich länger benötigen um flächendeckend Wärme zu erzeugen. Umgekehrt bleibt die Wärme im Unterlagsboden in der Regel aber länger gespeichert als bei anderen Systemen.

Viele Bodenbeläge möglich

Grundsätzlich entsteht durch Bodenheizung keine Einschränkung bei der Wahl des Bodenbelages. Tendenziell gelten jedoch Stein- oder Kunststeinbeläge als ideal für die Wärmeübertragung. Aber auch Teppiche, Kunststoff- oder Parkett- bzw. Laminatbeläge sind möglich. Allerdings sollte bei der Produktwahl auf die Eignung für Bodenheizungen geachtet werden und wenn immer möglich eine vollflächige Verklebung des Bodenbelags mit dem Unterboden erfolgen, damit die Wärme unmittelbar an den Oberbelag weitergegeben wird.

Zusätzliche Informationen

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