Stromverbrauch von Umwälzpumpen senken

Der Heizwasserkreislauf muss am Laufen gehalten werden. Doch aufgepasst: Zu oft verbraucht die Umwälzpumpe im Keller unnötig viel Strom.

Umwälzpumpe
Umwälzpumpe

(knü) Heizungen bringen Hausbesitzer manchmal sogar ins Schwitzen. Denn schlecht versorgte Heizkörper, ein mangelhafter hydraulischer Abgleich sowie überdimensionierte Umwälzpumpen treiben den Energie- und Stromverbrauch an und verursachen hohe Nebenkosten. Ein unscheinbares Gerät, das für die Zirkulation von heissem Wasser in der Heizungsanlage verantwortlich ist, verursacht dabei oft den grössten Stress: Umwälzpumpen laufen bis zu 6'000 Stunden jährlich und verbrauchen im Extremfall über 10% des Haushaltstroms, was in etwa dem Konsum von Waschmaschine und Tumbler entspricht. Gemäss Erhebungen des Bundesamtes für Energie kann bei falsch eingestellten Pumpen jede dritte Kilowattstunde beim Heizen ungenutzt verloren gehen. Umwälzpumpen gehen zudem oft vergessen, wenn es gilt, die Zentralheizung im Frühling ausser Betrieb zu setzen. Sie verbrauchen weiter Strom, obwohl die Heizung abgeschaltet ist.

Stromfresser im Keller

Die neuste Pumpengeneration ist dagegen energieeffizient und ihre Energieeffizienzklasse jeweils deklariert. Die Modelle werden nach dem Energieeffizienz-Index (EEI) klassiert; die besten (EEI unter 0,23) sparen über 80% Strom gegenüber älteren Fabrikaten. Die EEI-Klassierung stützt sich auf die europäische Ökodesign-Richtlinie, welche seit Anfang 2013 neue Minimalvorschriften enthält. In der Schweiz dürfen Modelle, die diesen Anforderungen nicht genügen, nurmehr bis 2017 verkauft werden. Der Ersatz von Umwälzpumpen kann sich aber finanziell lohnen: Während der gesamten Lebensdauer spart eine effiziente Umwälzpumpe mehrere Hundert Franken – bei grossen Gebäuden können es mehrere Tausend Franken sein. Allerdings ist ein Mehrpreis für neue Heizungspumpen in Kauf zu nehmen.

Der Pumpenersatz bietet eine zusätzliche Chance, um Energie zu sparen: Viele Heizungspumpen sind stark überdimensioniert, weil ursprünglich zu grosse Leistungsreserven eingeplant worden sind. Überdimensionierte Pumpen arbeiten jedoch meistens nicht optimal und erreichen einen schlechten Wirkungsgrad. Ausserdem gehen die Pumpen schneller kaputt. Der Pumpenersatz reduziert aber nicht nur den Stromkonsum, sondern verbessert auch den Betrieb: Moderne Umwälzpumpen lassen sich selbstregulierend betreiben; sie stellen sich automatisch auf das Drehzahloptimum ein.

Bedarfsgesteuerte Systeme

Eine sparsame Alternative sind dezentrale Pumpensysteme mit Bedarfssteuerung. Mehrjährige Tests in Wohnhäusern haben bestätigt, dass der Stromsparbeitrag für ein ganzes Gebäude bei mindestens 10% liegt. Zudem wird der Energiebedarf für die Raumheizung um bis zu 20% gesenkt. Möglich macht dies ein System, das aus mehreren effizienten und geräuscharmen Kleinpumpen besteht. Diese sind jeweils unmittelbar am Heizkörper angebracht und regeln – mit einem Temperatursensor im Raum verbunden – den Durchfluss des warmen Wassers. So lässt sich die bisherige Angebotsheizung, deren Hydraulik über die Thermostatventile gesteuert wird, zur raumbezogenen Bedarfsheizung umwandeln. Wichtig dabei: Die Miniaturpumpen besitzen eine um den Faktor 50 kleinerer Leistung als die zentrale Umwälzpumpe. Das dezentrale Pumpensystem hält das Wasser im Heizkreislauf zugleich im hydraulischen Gleichgewicht. Häufig wird der Umstieg von der Angebots- auf eine Bedarfsheizung als Teil einer Gesamtsanierung der Heizung umgesetzt.

Förderaktionen für Pumpen

Auch von der Behörde ist der Handlungsbedarf erkannt worden: Kantone, Gemeinden und Energieversorger unterstützen den Ersatz von alten auf energieeffiziente Heizungs- oder Umwälzpumpen finanziell. Da diese Programme laufend ändern, sollten sich Hauseigentümer vor einem Pumpenersatz über die aktuellen Förderprogramme informieren. Als werterhaltende Massnahme lässt sich die Investition für eine neue Pumpe von den Liegenschaftssteuern absetzen.

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