Drucktest für Häuser

Ein Blower-Door-Test prüft, wie dicht die Gebäudehülle ist. Für Minergiehäuser ist die Prüfung teilweise Pflicht.

Ein Blower-Door-Test prüft, wie dicht die Gebäudehülle ist.
Ein Blower-Door-Test prüft, wie dicht die Gebäudehülle ist.

(knü) Kurz vor der Schlüsselübergabe werden manche Wohnhäuser zum Luftballon; wechselweise wird im Innern jeweils ein Unter- oder ein Überdruck erzeugt. Standardisierte Luftdichtheitsanalysen sollen nämlich zeigen, wie gut oder schlecht die Bauqualität der dichten Gebäudehülle ausgeführt worden ist. Insbesondere was energetische Dämmwirkung und ausgeglichenes Raumklima betrifft, beweist das Prüfverfahren, ob der Planwert auch nach Realisierung des Bauwerks erreicht werden kann. Die sogenannten Blower-Door-Tests sind im Zertifizierungsverfahren für Minergie-P- und Minergie-A-Häuser vorgeschrieben; und sind auch in den Vorgaben der IG Passivhaus Pflicht.

Bei Einfamilienhäusern bildet der Dämmperimeter eine einheitliche Messzone; bei Mehrfamilienhäusern erfolgen die Dichtheitstests jeweils für die voneinander abgetrennten Wohneinheiten. Der Messwert wird als „n50“ bezeichnet, weil die Differenz zum Normaldruck meistens einer Grössenordnung zwischen 10 und 60 Pascal entspricht. Definiert ist die Dichtheit von Gebäuden als Quotient zwischen der Luftströmung an einzelnen Lecks und dem Gebäudevolumen.

Häufig werden Luftdichtheitsprüfungen auch bei Garantieklagen und zur Beweisführung bei beanstandeten Baumängeln durchgeführt. Bei der Erkundung werden die Gebäude aber nicht nur aufgeblasen, sondern mit Wärmebildkameras zusätzlich thermografisch analysiert.

Frühzeitige Analysen

Fachleute empfehlen, Mängel in der Luftdichtheit vor Beginn des Innenausbaus aufzuspüren. Zwar verbessern Gipser- und Malerarbeiten die Dichtheit der Aussenwände. Demgegenüber verursachen nachträgliche Installationsarbeiten, beispielsweise durch die Elektro- oder Lüftungsmonteure, häufig zusätzliche Leckagen. Daher ist es effizienter, die Dichtheit des Rohbaus zu überprüfen, nachdem allfällige Ausbauten ausgeführt worden sind: Neben Türen und Fenster ist die Wirkung der Rollladenkästen oder anderer Sonnenschutzsysteme zu kontrollieren. Ebenso ist das massive Mauerwerk erst dann im Prüfzustand, wenn der Aussenputz für genügend dichte Verhältnisse sorgt. Auch der Dachbereich ist zum Testzeitpunkt vorzugsweise – mit Dämmung und allfälliger Dampfsperre – ausgebaut. Und nicht zu vergessen sind: Durchbrüche für Rohre, Leitungen und Kanäle sowie die Übergänge zwischen verschiedenen Bauteilen wie bei Dach und Wand sind ebenfalls fertig gestellt. Denn Undichtheiten treten an solchen Schnittstellen – auch bei Neubauten – besonders häufig auf.

Grundsätzlich gilt: Je früher eine Messung stattfinden kann, umso einfacher lassen sich lokalisierte Mängel und undichte Stellen beheben. Selbst vorgezogene Messungen während der Bauphase sind zu empfehlen, solange Handwerker das entdeckte Leck ohne grossen Aufwand nachbessern können.

Standardisiertes Vorgehen

Ein Blower-Door-Test wird nach Anleitung definiert, und ist ebenso wie Inhalt und Form des Prüfberichts Teil in einer Minergie-Richtlinie. Das Prinzip ist einfach: Im ersten Schritt werden Fenster und Türen geschlossen und weitere Öffnungen wie das Katzentörchen provisorisch abgedichtet. Danach wird mit einem grossen Ventilator, der selber luftdicht in eine Öffnung eingebaut ist, kontinuierlich Luft aus- und eingeblasen. Beim definierten Druckunterschied zwischen Innen und Aussen werden die Strömung und die Geschwindigkeit der Luft gemessen. Rauchröhrchen helfen oft als Hilfsmittel bei der Suche nach weiteren Lecks. Die Arbeiten selbst werden von Spezialfirmen durchgeführt; der Aufwand liegt unter einem Tag und ist bei kleinen Wohnobjekten mit rund 1000 Franken zu veranschlagen. 

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